Iwan Pawlowitsch Ladyschnikow
Iwan Pawlowitsch Ladyschnikow (russisch Иван Павлович Ладышников; * 13. Januarjul. / 25. Januar 1874greg. im Gouvernement Perm, Russisches Kaiserreich; † 20. Oktober 1945) war ein russischer Verleger und Zeitschriftenredakteur in Wilmersdorf und St. Petersburg.
Leben und Wirken
Iwan Ladyschnikow wuchs im Gouvernement Perm auf. In den 1890er Jahren war er an der Gründung von marxistischen Zirkeln am Ural, danach in Sormowo beteiligt.[1] 1901 wurde er Mitglied im Gebietskommitee der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) in Nischni Nowgorod und lernte in diesem Jahr auch den Schriftsteller Maxim Gorki kennen.[2] 1905 gründete er mit dessen Unterstützung und im Auftrag des bolschewistischen Flügels der SDAPR den Demos-Verlag in Genf in der Schweiz, Ende des Jahres gründete er stattdessen den Bühnen- und Buchverlag Iwan Ladyschnikow in Wilmersdorf bei Berlin. Dieser gab in den folgenden Jahren Werke von Gorki und weiteren jungen progressiven russischen Autoren in deutscher und russischer Sprache heraus und brachte auch einige Werke illegal nach Russland. Ein Teil der Gewinne wurden der SDAPR zur Verfügung gestellt.
Iwan Ladyschnikow nahm in deren Auftrag auch Kontakte zu den führenden deutschen Sozialdemokraten August Bebel und Karl Kautsky auf, um sich mit ihnen über die Entwicklung der Arbeiterbewegungen in beiden Ländern auszutauschen, später auch zu weiteren führenden Vertretern wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.[3] 1907 fand in seiner Wohnung ein Gespräch zwischen Lenin und Gorki statt, in dem diese über die Gestaltung des Romans Die Mutter sprachen.[4] 1911 gab Iwan Ladyschnikow die Leitung des Verlages an Bernhard Rubinstein ab und verließ bald danach Berlin.[5]
Spätestens seit 1914 war Iwan Ladyschnikow in St. Petersburg in verschiedenen revolutionären Verlagen und Zeitschriften in führenden Funktionen tätig, teilweise zusammen mit Maxim Gorki. Auch nach der Oktoberrevolution 1917 setzte er diese Tätigkeiten fort.
Von 1937 bis 1943 war er im Archiv von Maxim Gorki nach dessen Tod als wissenschaftlicher Berater tätig. Er starb 1945.
Weblinks
- Иван Ладышников fantlab (russisch), mit biographischen Informationen
Einzelnachweise
- ↑ Иван Ладышников fantlab, mit biographischen Informationen
- ↑ А. О. Анисимов, Русско-немецкие перекрестки. Издательство И.В, Ладышникова в одном скетче, in Сфера культуры, 2 (8) 2022, С. 131–143, hier С. 131–132 (Digitalisat; mit kurzen Informationen über Iwan Ladyschnikow und weiterführender Literatur
- ↑ Michael Wegner, Deutsche Arbeiterbewegung und russische Klassik 1900–1918, Akademie, Beelin 1971, S. 147
- ↑ Wegner, 1971, S. 148
- ↑ Ladyschnikow. In: Berliner Adreßbuch, 1911, I., S. 1632. „Ladyschnikow, Iwan, Verl. Buchhdl., W 15, Uhlandstraße 145, Gh. III“., (Verl.Buchhdl.=Verlagsbuchhändler, Gh.=Gartenhaus), letzter Eintrag in Berliner Adressbuch