It’s Personal

It’s Personal
Studioalbum von Mike Wofford

Veröffent-
lichung

2013

Label(s) Capri Records

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

12

Länge

57:52

Besetzung

Piano: Mike Wofford
Chronologie
Mike Wofford/Holly Hofmann Quintet: Turn Signal
(2012)
It’s Personal

It’s Personal ist ein Musikalbum von Mike Wofford. Die Aufnahmen erschienen 2013 auf Capri Records.

Hintergrund

Der Pianist Mike Wofford spielte auf seinem Soloalbum neben eigenen Kompositionen Material von John Carisi („Springsville“), Gigi Gryce („Nica's Tempo“), Jackie McLean („Little Melonae“) und Billy Strayhorn/Duke Ellington („The Eighth Veil“). Das Medley „Once in a Lifetime“ verband zwei gleichnamige Titel, den Hit von Anthony Newley und Leslie Bricusse aus dem Filmmusical Stop the World: I Want to Get Off (1966) und „Once in a Lifetime“, ein Stück der Talking Heads aus ihrem Album Remain in Light (1980). Es war das letzte Album, das der Pianist zu Lebzeiten veröffentlichte; Wofford starb im September 2025.

Titelliste

  • Mike Wofford: It’s Personal (Capri Records Ltd. 74121-2)[1]
  1. Little Melonae (Jackie McLean) 4:55
  2. It’s Personal 4:30
  3. Cole Porter 4:14
  4. The Eighth Veil (Billy Strayhorn, Duke Ellington) 6:46
  5. Spin 2:59
  6. I Waited for You 5:32
  7. Springsville (John Carisi) 4:09
  8. Candle 4:50
  9. Nic[a]’s Tempo (Gigi Gryce) 4:35
  10. Hines Catch-Up (For Earl Hines) 5:53
  11. Medley: Once in a Lifetime (Anthony Newley, Leslie Bricusse)/Once in a Lifetime (David Byrne, Brian Eno, Chris Frantz, Jerry Harrison, Tina Weymouth) 6:21
  12. No More (Toots Camarata, Bob Russell) 3:08

Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Mike Wofford.

Rezeption

Nach Ansicht von Jeff Dayton-Johnson, der das Album in All About Jazz rezensierte, sind Solo-Aufnahmen in Woffords umfangreicher Diskographie nichts Unbekanntes, aber wie It’s Personal beweise, wären sie häufiger willkommen. Woffords Stil eigne sich besonders gut für das Solokonzertformat, dank seines aufmerksamen Rhythmus und seiner vollen Harmonien. Seine Akkorde seien üppig im Stil des Pianisten Oscar Peterson gestaltet (Woffords Liner Notes weisen auf den Einfluss der Pianisten Jimmy Rowles und Ellis Larkins hin). Als Produzent lag sein Fokus bei dieser Platte eindeutig auf der Schönheit der Melodielinie. Woffords eigene Kompositionen würden zu den stärksten in diesem stimmigen Album gehören. Die Hofmann gewidmete Titelmelodie strahle jene erhabene Seele aus, die für den Pianisten Robert Glasper typisch sei. Seine Hommagen an Cole Porter und Earl Hines würden den Geist ihrer Widmungsträger herauf beschwören.[2]

Insbesondere in seinen eigenen Kompositionen verzichte Wofford auf das Lineare und setze stattdessen auf Experimentelles und Forschendes, schrieb Jim Trageser (San Diego Troubadour). Dank seines umfassenden Wissens über musikalische Strukturen seien seine Streifzüge stets faszinierend. Und anders als viele Jazzsolisten, die erwachsen wurden, als die Bigbands noch einen gewissen Einfluss auf die Musik hatten, und die alle möglichen berühmten Melodiefiguren in ihre Soli einbauen, würde Wofford jegliche Effekthascherei vermeiden. Er erkunde alle Facetten des jeweiligen Themas: Er spiele Melodie und Harmonie an, kombiniere alles zu etwas Neuem und komme dann wieder zurück. Bemerkenswert sei auch das gleichberechtigte Spiel seiner beiden Hände – vielleicht liege das wiederum daran, dass er den Großteil seiner Karriere als Jazzpianist in einer Nebenrolle hinter einem Sänger oder Solisten verbrachte, anstatt das melodische Thema zu definieren. Oft würde hier – etwa bei Ellingtons und Strayhorns „The Eighth Veil“ – der Eindruck eines Mannes entstehen, der sich selbst begleite, wobei seine rechte Hand sanft die Melodie vorgebe, während die linke einige Oktaven tiefer harmonische Unterstützung liefere.[3]

Nichts von der Ausgelassenheit, die man oft in einem Solo-Jazz-Piano-Setting finde – wo ein W. C. Handy <sic> ein oder Oscar Peterson wie eine komplette Band klingen könnten, so Jim Trageser weiter. Obgleich das Klavier eines der wenigen akustischen Instrumente ist, das die Aufmerksamkeit eines vollen Raumes fesseln könne (egal ob in einer überfüllten Bar oder einem stattlichen Symphoniesaal), verzichte Wofford völlig auf Bombast. „Wie ein Sporttrainer, der weiß, dass seine Spieler umso aufmerksamer sein müssen, je leiser er spricht, ziehen uns Woffords introspektive Soli durch ihre Ruhe in ihren Bann.“[3]

Einzelnachweise

  1. Mike Wofford – It’s Personal. In: Discogs. Abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  2. Jeff Dayton-Johnson: Mike Wofford: It's Personal. In: All About Jazz. 31. Juli 2014, abgerufen am 21. September 2025 (englisch).
  3. a b Jim Trageser: Reviews: Mike Wofford: It’s Personal. In: San Diego Troubadour. 1. September 2013, abgerufen am 26. September 2025 (englisch).