Isabella Matambanadzo
Isabella Matambanadzo (* 5. Juni 1973)[1] ist eine simbabwische Frauenrechtlerin und Schriftstellerin.[2] Neben Sachtexten veröffentlicht sie Kurzgeschichten, darunter The Missing (2011).[1]
Leben
Matambanadzo hat Abschlüsse von der Rhodes-Universität, wo sie Journalismus, Literatur und Theaterwissenschaften studierte,[1] vom Harare Polytechnic sowie von der Women’s University in Africa in Marondera, wo sie den Master of Business Administration erlangte.[3] Sie arbeitete als freiberufliche Journalistin und Korrespondentin unter anderem für die Nachrichtenagenturen Inter Press Service (IPS), Women’s Feature Service (WFS) und Africa Information Afrique (AIA). Dabei lag ihr Fokus auf Frauenrechten sowie Kunst und Kultur. 1996 veröffentlichte sie zusammen mit Pat Made ihr erstes Buch, Beyond Beijing, Strategies and Visions Towards Women’s Equality.[4]
Im Januar/Februar 2006 wurde Matambanadzo als Treuhänderin der unabhängigen Radiostation Voice of the People (VOP) zusammen mit weiteren Vorstandsmitgliedern wegen angeblichen Besitzes und Einsatzes von Sendeausrüstung ohne Lizenz angeklagt und auf Kaution freigelassen.[5] Die Anklage folgte auf Razzien und Festnahmen im Umfeld von VOP.[6] Am 25. September 2006 verwarf ein Magistratsgericht in Harare die Vorwürfe gegen die VOP-Treuhänder, darunter Matambanadzo.[7] Sie erklärte anschließend, VOP müsse zur Rückkehr in den Regelbetrieb zunächst seine beschlagnahmte Ausrüstung zurückerhalten.[8] Zu dieser Zeit war Matambanadzo überdies bei der Open Society Initiative for Southern Africa (OSISA) als Koordinatorin für Simbabwe tätig.[9]
Wirken
Matambanadzo setzt sich für Geschlechtergerechtigkeit und politische Teilhabe von Frauen in Simbabwe ein; sie weist darauf hin, dass patriarchale Strukturen weltweit fortwirken und strukturelle Veränderungen nötig seien.[10] Beim Start des Manifests des Zimbabwe Women Parliamentarians Caucus 2018 drohte sie, Parlament und Regierung vor dem Verfassungsgericht zu verklagen, sollte das verfassungsrechtliche 50/50-Paritätsziel verfehlt werden.[11] Zudem arbeitet sie zur Problematik der Staatenlosigkeit im südlichen Afrika und fordert geschlechtergerechte Datenerhebung sowie Gesetzesreformen.[12] Gemeinsam mit Rudo Gaidzanwa gab sie 2017 den von der Women’s Coalition of Zimbabwe herausgegebenen Sammelband A Beautiful Strength heraus, der 80 Jahre der Frauenrechtsbewegung in Simbabwe dokumentiert.[2] Sie trug 2011 die Kurzgeschichte The Missing zur von Weaver Press veröffentlichten Anthologie Writing Free bei.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d ‘The Missing’. In: The Zimbabwean. 5. November 2013, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b A Beautiful Strength journal launched. In: NewsDay. 12. September 2017, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Isabella. Senior adviser. In: paeradigms.org. Abgerufen am 20. November 2025.
- ↑ Isabella Matambanadzo. Board Secretary. In: purplemountainartsresidency.co.za. Abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Zimbabwe: ICJ expresses concern about the arrest and charge of persons connected with the Voice of the People Radio. In: International Commission of Jurists. 9. Februar 2006, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Zimbabwe radio bosses charged under tough laws. In: Mail & Guardian. 24. Januar 2006, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Judge drops case against staff of Voice of the People. In: Reporters Without Borders. 25. September 2006, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Zimbabwe Radio Organization Hails Dismissal of Criminal Charges. In: VOA Zimbabwe. 26. September 2006, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Zimbabwe Cracks Down on Independent Radio Station. In: Open Society Foundations. 1. Februar 2006, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Zim women to use Clinton loss as electoral lesson. In: NewsDay. 23. November 2016, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Women Parliamentarians caucus promises man tight battle at polls. In: NewsDay. 7. März 2018, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ The plight of stateless people in Zimbabwe. In: The Standard. 13. November 2016, abgerufen am 28. Oktober 2025 (englisch).