Irmgard Weithase

Irmgard Weithase (* 10. Oktober 1906 in Pößneck; † 20. August 1986 in München) war eine deutsche Professorin für Sprechwissenschaft und Phonetik an der Universität München.[1]

Leben und Wirken

Nach ihrer Reifeprüfung 1925 in Gotha studierte Irmgard Weithase von 1925 bis 1929 u. a. Germanistik, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft. Die ersten beiden Studiensemester verbrachte sie an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Universität Halle/S. Von 1926 bis 1929 studierte sie an der Universität München und promovierte dort 1930 bei Walter Brecht mit einer Dissertation über Anschauungen über das Wesen der Sprechkunst von 1775 bis 1825. Von 1930 bis 1931 war sie zunächst Volkshochschul-Dozentin für Sprecherziehung in München. Von 1931 bis 1934 arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Königsberg und von 1934 bis 1947 als Lektorin an der Universität Jena. Kurse über Sprecherziehung gab sie nicht nur an den Universitäten, sondern auch an Volkshochschulen und der Musikhochschule in Weimar. Sie leitete in Jena von 1935 bis 1947 das von ihr an der Universität gegründete Institut für Sprechkunde. 1949 habilitierte sie sich an der Universität Jena und war dort bis 1958 als Privatdozentin bzw. Professorin tätig. Im Jahre 1958 ließ sie sich an die Universität München umhabilitierten und lehrte dort als außerplanmäßige Professorin für Sprechkunde, Phonetik sowie Neuere deutsche Literaturgeschichte bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand 1974.

Irmgard Weithase legte mehrere Veröffentlichungen zur Geschichte der Sprechkunst, zur Sprecherziehung und zur Geschichte der gesprochenen deutschen Sprache vor.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Anschauungen über das Wesen der Sprechkunst von 1775–1825. Ebering, Berlin 1930 (= Dissertation Universität München) (Reprint: Kraus, Nendeln 1967).
  • Die Geschichte der deutschen Vortragskunst im 19. Jahrhundert. Anschauungen über das Wesen der Sprechkunst vom Ausgang der deutschen Klassik bis zur Jahrhundertwende. Böhlau, Weimar 1940.
  • Goethe als Sprecher und Sprecherzieher. Böhlau, Weimar 1949 (= Habilitationsschrift Universität Jena).
  • Sprechübungen (= Studienbücherei, Bd. 7). Böhlau, Weimar 1950 (9. Aufl. Böhlau, Köln 1975, ISBN 3-412-06671-0).
  • Die Darstellung von Krieg und Frieden in der deutschen Barockdichtung (= Studienbücherei, Bd. 14). Böhlau, Weimar 1953.
  • Kleines Vortragsbuch (= Studienbücherei, Bd. 8). 2. überarb. Aufl. Böhlau, Weimar 1955.
  • Die Pflege der gesprochenen deutschen Sprache durch Berthold von Regensburg, Meister Eckhart und Johannes Tauler. In: Joachim Müller (Hrsg.): Gestaltung, Umgestaltung. Festschrift zum 75. Geburtstag von Hermann August Korff. Koehler & Amelang, Leipzig 1957, S. 46–75.
  • Zur Geschichte der gesprochenen deutschen Sprache. Zwei Bände. Niemeyer, Tübingen 1961.
  • Über die Schallgestalt von Hölderlins Dichtung. In: Wilhelm L. Höffe/Jörg Jesch (Hrsg.). Sprechwissenschaft und Kommunikation. Festschrift für Prof. Dr. Christian Winkler (= Sprache und Sprechen, Bd. 3). Henn, Ratingen 1972, S. 107–124.
  • Zur Methode des sprecherischen Nachvollzugs von Dichtungen. In: Eberhard Ockel (Hrsg.): Sprechwissenschaft und Deutschdidaktik. Festschrift für Prof. Dr. Wilhelm L. Höffe (= Sprache und Sprechen, Bd. 6). Henn, Ratingen 1977, S. 99–115, ISBN 3-450-14900-8.
  • Sprechwerke, Sprechhandlungen. Über den sprecherischen Nachvollzug von Dichtungen. Böhlau, Köln/Wien 1980, ISBN 3-412-03377-4.

Festschrift

  • Wilhelm L. Höffe (Hrsg.): Ästhetische und rhetorische Kommunikation [Festschrift für Irmgard Weithase] (= Sprache und Sprechen, Bd. 4). Henn, Ratingen 1973, ISBN 3-450-07902-6.

Einzelnachweise

  1. Margret Bräunlich: Weithase, Irmgard. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 2008–2010, ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).