Iryna Stawtschuk

Iryna Iwaniwna Stawtschuk (ukrainisch Ірина Іванівна Ставчук; * 1981 in Kiew[1]) ist eine ukrainische Klimaexpertin, zivilgesellschaftliche Aktivistin und ehemalige stellvertretende Ministerin in der ukrainischen Umweltverwaltung.[2] 2023 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen.[3]

Leben

Stawtschuk wurde 1981 in Kiew geboren.[1] Sie studierte an der Nationalen Technischen Universität Kiew und absolvierte anschließend an der Universität Lund ein Masterstudium in Umweltmanagement und -politik.[1] Von 2006 bis 2017 arbeitete sie am Nationalen Ökologischen Zentrum der Ukraine und wirkte an der Entwicklung der ukrainischen Klimapolitik sowie an UN-Klimaverhandlungen mit.[2] Im Jahr 2011 gründete sie die Kyiv Cyclists’ Association (U-Cycle) mit und leitete die Organisation bis 2013.[2] Von 2008 bis 2019 koordinierte sie die Regionalarbeit des Climate Action Network in Ost­europa, Kaukasus und Zentralasien (CAN EECCA).[1] Von Oktober 2017 bis 2019 war Stawtschuk Geschäftsführerin der Umwelt-Nichtregierungsorganisation Ecoaction (Центр екологічних ініціатив «Екодія»).[1] Am 29. September 2019 wurde sie zur stellvertretenden Ministerin im damaligen Energie- und Umweltministerium ernannt.[1] Am 10. Juni 2020 bestellte die Regierung sie zur amtierenden Umweltministerin und zugleich zur Ersten Stellvertreterin des Ministers des neugebildeten Umweltressorts.[4] Bis Mai 2022 blieb sie als Erste Stellvertreterin im Amt.[2] Anschließend arbeitete sie in Programmen der European Climate Foundation zum grünen Wiederaufbau der Ukraine.[3]

Wirken

Als Regierungsbeamtin verantwortete Stawtschuk die Klimadossiers ihres Ressorts und profilierte sich als Expertin für europäische Integration und internationale Klimapolitik.[2] Die Ukraine legte 2021 in ihrer aktualisierten Nationally Determined Contribution (NDC) ein Reduktionsziel von 65 % gegenüber 1990 fest.[5] Als stellvertretende Umweltministerin erläuterte sie diese Linie international und ordnete sie in die ukrainische Klimastrategie ein.[6] Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 plädierte sie für ein Embargo auf russische fossile Energieträger.[6] Zugleich warb sie für einen grünen, klimaresilienten Wiederaufbau der Ukraine.[7] Sie schilderte die massiven Umweltfolgen des Kriegs, betonte die Priorität des Bevölkerungsschutzes und kündigte zugleich fortgesetzte Umweltreformen an.[5] Ihre Ernennung zur Vize­ministerin 2020 wurde von Institutionen und Medien als Schritt zur Stärkung ambitionierter Klimapolitik kommentiert.[8]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Ставчук Ірина Іванівна. In: LB.ua. 11. Juni 2020, abgerufen am 4. Januar 2026 (ukrainisch).
  2. a b c d e Ставчук Ірина. In: liga.net. 6. Januar 2025, abgerufen am 4. Januar 2026 (ukrainisch).
  3. a b Three Ukrainian women among 100 global influencers in 2023: Who are they. In: rbc.ua. 21. November 2023, abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  4. В.о. міністра екології стала Ірина Ставчук. In: LB.ua. 10. Juni 2020, abgerufen am 4. Januar 2026 (ukrainisch).
  5. a b 'This is ecocide': Ukrainians hope to rebuild greener country after Russian war ravages environment. In: The Independent. 19. März 2022, abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  6. a b As a Ukrainian, I am calling for a global embargo on Russian fossil fuels. In: New Statesman. 10. Oktober 2022, abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  7. Ukraine: building back better and greener. In: Euractiv. Abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).
  8. Ukraine has appointed Iryna Stavchuk as Deputy Minister of Environmental Protection. In: eba-ukraine.net. 15. Juni 2020, abgerufen am 4. Januar 2026 (englisch).