Irina Anatoljewna Umnowa
Irina Anatoljewna Umnowa, verheiratet Umnowa-Konjuchowa, (russisch Ирина Анатольевна Умнова, в браке Умнова-Конюхова; * 18. November 1961 in Prokopjewsk, Oblast Kemerowo) ist eine sowjetische bzw. russische Rechtswissenschaftlerin und Hochschullehrerin.[1]
Leben
Umnowa, Tochter des Grubenwehr-Ingenieurs Anatol Jemeljanowitsch Umnow (1932–1993) und der Physik- und Mathematik-Lehrerin Soja Iwanowna Umnowa (* 1936), studierte an der Staatlichen Universität Kemerowo mit Abschluss 1984.[1] Anschließend war sie dort Aspirantin in der Juristischen Fakultät bis 1988.
Darauf arbeitete und lehrte Umnowa an der Universität Kemerowo in der Juristischen Fakultät. Sie wechselte 1993 an das Institut für Gesetzgebung und Vergleichende Rechtswissenschaft der Russischen Föderation (bis 1995).[1]
Von 1995 bis 1999 war Umnowa Hauptberaterin beim Föderationsrat und beim Verfassungsgericht der Russischen Föderation.[1] Auch war sie in dieser Zeit Präsidentin des Allrussischen Verbands der Verfassungsrechtler Russlands. Seitdem wurde sie immer wieder an regionalen und föderalen Gesetzgebungsverfahren beteiligt.
An der Moskauer Staatlichen Juristischen Akademie verteidigte Umnowa 1997 erfolgreich ihre Doktor-Dissertation über verfassungsrechtliche Grundlagen des modernen russischen Föderalismus für die Promotion zu Doktorin der juristischen Wissenschaften.[2] Im selben Jahr hielt sie öffentliche Vorträge in Washington, D.C. vor Senatoren und Wissenschaftlern, an der University of Maryland und am Center for the Study of Federalism (CSF) der Temple University. Pennsylvania. Von 1999 bis 2000 war sie Gastprofessorin in der Schweiz an der Universität Freiburg und studierte Erfahrungen mit dem Schweizer Föderalismus.[1] Praktika absolvierte sie 2001 an der Sorbonne und an Gerichten in Paris und Roanne.
Seit 2001 ist Umnowa Professorin des Lehrstuhls für Verfassungsrecht der Russischen Staatlichen Juristischen Akademie und Leiterin der Abteilung für Verfassungsrecht.[1] Sie erforschte 2006–2007 das System der staatlichen Gewalt in Ländern des Common Law (Kanada, Vereinigtes Königreich) und in Ländern des Römischen Rechts am Beispiel Frankreich. An der Russischen Staatlichen Universität der Justiz entstand 2010 auf ihre Initiative die von ihr geleitete Schule des Jungen Wissenschaftlers. Dort und im Juristischen Institut der Russischen Universität der Völkerfreundschaft leitet sie die Magister- und Kandidat-Aspirantur-Programme. Sie ist Mitarbeiterin des Instituts für wissenschaftliche Information zur Soziologie der Russischen Akademie der Wissenschaften.[3]
Mit ihrem Mann Fjodor Konjuchow nahm Umnowa an den internationalen ökologisch-rechtlichen Karawanenexpeditionen im Föderationskreis Südrussland 2002 und in der Mongolei 2009 teil, und sie überquerte mit ihm 1999 und 2004 den Atlantik.[4][5] Seit 2008 ist sie Präsidentin des Zentrums Recht des Friedens zur Förderung der humanitären Entwicklung der Gesellschaft und seit Dezember 2017 Präsidentin der internationalen Stiftung Straße des Friedens. Auch arbeitet sie seit 2012 eng mit der Assoziation der Juristen Vietnams zusammen.
Auch literarisch ist Umnowa tätig. Mit 15 Jahren schrieb sie ihre erste Novelle, die in einer örtlichen Zeitung veröffentlicht wurde. Sie begann 1997, stetig ihre künstlerischen Werke zu veröffentlichen, und wurde 2001 Mitglied des Schriftstellerverbands Russlands.
Vor ihrer Ehe mit Fjodor Konjuchow hatte Umnowa die Söhne Anatoli Andrejewitsch Wekschin (* 1983) und Semen Andrejewitsch Umnow (* 1989) bekommen. In ihrer Ebe mit Konjuchow bekam sie den Sohn Nikolai Fjodorowitsch Konjuchow (* 2005), der nun an der Gubkin-Universität für Erdöl und Gas studiert.[6]
Ehrungen, Preise
- Literaturpreis Wiktor-Rosow-Kristallrose (2006)
- Ehrenurkunde des Föderationsrats (2006)
- Kusbass-Heldentum-Orden der Oblast Kemerowo (2010)
- Ehrenurkunde der Republik Kalmückien (2012)[4]
- Dank der Assoziation der Juristen Vietnams (2015)
- Dank der Oblast Murmansk-Duma (2016)
- Ehrenorden der Republik Transnistrien (2016)
- Ehrenarbeiterin der Höheren Berufsbildung der Russischen Föderation (2016)[3]
- Medaille für Stärkung der Internationalen Zusammenarbeit der Republik Transnistrien (2017 verliehen durch den Präsidenten der Republik)
- Allrussischer Juri-Chamsatowitsch-Kalmykow-Rechtspreis der Assoziation der Juristen Russlands (2024)[7]
Weblinks
- Katalog der Russischen Nationalbibliothek: Ирина Анатольевна Умнова
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Webportal «Юридическая Россия» (19. Juli 2016, russisch): Ирина Анатольевна Умнова ( vom 3. Februar 2017 im Internet Archive).
- ↑ Умнова И. А.: Конституционные основы современного российского федерализма : Автореф. дис. на соиск. учен. степ. д.ю.н. : Спец. 12.00.02. Моск. гос. юрид. акад., Moskau 1997 (russisch).
- ↑ a b Институт научной информации по общественным наукам (ИНИОН) РАН: Конюхова (Умнова) Ирина Анатольевна (russisch; abgerufen am 26. Oktober 2025).
- ↑ a b Ольга Клепова (Olga Klepowa), Webportal «Матроны.Ру» (10. Dezember 2015, russisch): Ирина Конюхова: «Нам интереснее жить в юрте, чем в шикарном отеле. Главное, чтобы мы были вместе!» ( vom 3. Februar 2017 im Internet Archive).
- ↑ AIF.ru (12. September 2016, russisch): Жена Фёдора Конюхова: «Даже во сне держимся за руки» ( vom 3. Februar 2017 im Internet Archive).
- ↑ Radio Komsomolskaja Prawda: Федор Конюхов: О персоне ( vom 26. März 2025 im Internet Archive; russisch).
- ↑ Протокол № 101 Заседания Президиума Ассоциации юристов России, от 16 октября 2024 года.