Irene Bernasconi

Irene Bernasconi (* 29. September 1896; † 7. Juli 1989) war eine argentinische Meeresbiologin, die sich auf die Erforschung von Stachelhäutern spezialisierte und vor allem für ihre Arbeit in der Antarktis bekannt wurde.[1] Sie war die erste Stachelhäuter-Spezialistin in Argentinien und forschte 55 Jahre lang an Stachelhäutern, die im argentinischen Meer vorkommen. Ihr Fokus lag auf Seesternen, sie forschte jedoch auch an Schlangensternen und Seeigeln.[2]

Forschung

Im Laufe ihrer Karriere beschrieb Bernasconi eine Reihe neuer Gattungen und Arten. Ihre erste taxonomische Veröffentlichung, in der neue Arten aus der Gattung Pteraster beschrieben wurden, erschien 1935. 1941 beschrieb sie zwei neue Arten aus der Gattung Luidia. Zwischen 1937 und 1980 überarbeitete Bernasconi die Taxonomie einer Reihe von Familien: Pterasteridae, Luidiidae, Odontasteridae, Gonisasteridae, Ganeriidae, Asterinidae und Echinasteridae. 1965 beschrieb sie die neue Gattung Vemaster zusammen mit vier neuen Arten.[2]

Bernasconi war eine der ersten argentinischen Wissenschaftlerinnen, die nach ihrer Ankunft am 7. November 1968 in der Antarktis Forschungsarbeiten durchführte, und die erste Frau, die eine Antarktisexpedition leitete. Zu diesem Zeitpunkt war sie 72 Jahre alt.[3] Sie wurde von drei weiteren Wissenschaftlerinnen begleitet – der Mikrobiologin Maria Adela Caria, der Meeresbiologin Elena Martinez Fontes und der Botanikerin Carmen Pujals.[4] Diese Wissenschaftlerinnen sind durch ihre Arbeit auf der Antarktisstation Melchior als die Vier von Melchior bekannt.[5] Sie waren die erste Gruppe von Wissenschaftlerinnen, die in der Antarktis forschten.[6]

Die vier Wissenschaftlerinnen verbrachten zweieinhalb Monate in der Antarktis und waren in der Melchior-Station auf der Gammainsel untergebracht. Sie nahmen Wasserproben und sammelten Exemplare der Tiefseeflora und -fauna. Zu den Fundstücken gehörten auch Schlamm und über 2.000 Exemplare von Bernasconis Spezialgebiet, den Stachelhäutern.[7]

Anerkennung

1969 verlieh die Embajada de Mujeres de América (Botschaft der Frauen Amerikas) jedem Mitglied der Expedition eine Gedenkmedaille.[8]

Die Gruppe erhielt zahlreiche posthume Auszeichnungen. Anlässlich des 50. Jahrestags der Expedition ehrten das argentinische Außenministerium, das Argentinische Antarktis-Institut und die Nationale Antarktis-Direktion die Wissenschaftlerinnen mit vier vom Hydrografischen Dienst der Marine genehmigten Namen für Orte in der Antarktis: Pujals-Bucht, Kap Caría, Kap Fontes und Bernasconi-Bucht.[9]

Am 11. Februar 2022, dem Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft, benannte Präsident Alberto Fernández die Halle der Wissenschaftler der Casa Rosada in Argentinische Wissenschaftshalle um, wobei die Vier von Melchior in eine Ausstellung zu Ehren argentinischer Wissenschaftlerinnen aufgenommen wurden. Ein Foto von Bernasconi wurde zusammen mit denen von zehn weiteren Wissenschaftlerinnen aus Argentinien in die Bildergalerie der Halle aufgenommen.[10]

Sie war das Google Doodle am 7. November 2022, das sie neben Seesternen zeigt.[11]

Wikispecies: Irene Bernasconi – Artenverzeichnis
Commons: Irene Bernasconi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Quién fue Irene Bernasconi, la bióloga argentina a la que Google rinde homenaje. In: BBC News Mundo. 7. November 2022, abgerufen am 14. Dezember 2025 (spanisch).
  2. a b Juan José Alvarado, Francisco Alonso Solís-Marín: Echinoderm research and diversity in Latin America. Springer, Berlin New York 2012, ISBN 978-3-642-20051-9.
  3. Celebrating Irene Bernasconi Doodle - Google Doodles. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  4. Encyclopedia of the Antarctic. Routledge, New York 2007, ISBN 978-0-415-97024-2.
  5. Las Cuatro de Melchior. In: Museo Ciencias Naturales. Abgerufen am 7. November 2022 (es-ar).
  6. Daiana Paola Ferraro, Laura Isabel De Cabo, Marcela Mónica Libertelli, María Liliana Quartino, Laura Chornogubsky Clérici, Soledad Tancoff, Yolanda Davies, Laura Edith Cruz: Mujeres científicas del Museo Argentino de Ciencias Naturales: "Las Cuatro de Melchior". In: Revista del Museo Argentino de Ciencias Naturales (= Nueva Serie). 22. Jahrgang, Nr. 2, 20. November 2020, ISSN 1853-0400, S. 249–264 (spanisch, gob.ar).
  7. Laura Kiniry: Ten Pioneering Women of Antarctica and the Places Named for Them. In: Smithsonian magazine. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  8. Daiana Paola Ferraro, Laura Isabel De Cabo, Marcela Mónica Libertelli, María Liliana Quartino, Laura Chornogubsky Clérici, Soledad Tancoff, Yolanda Davies, Laura Edith Cruz: Mujeres científicas del Museo Argentino de Ciencias Naturales: “Las Cuatro de Melchior”. In: Revista del Museo Argentino de Ciencias Naturales. Band 22, Nr. 2, 20. November 2020, ISSN 1853-0400, S. 249–264 (gob.ar [abgerufen am 14. Dezember 2025]).
  9. Homenaje a las primeras científicas argentina en la Antártida. In: Ministerio de Relaciones Exteriores, Comercio International y Culto. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (spanisch).
  10. “Queremos poner en valor el aporte de la mujer para el desarrollo de nuestra sociedad”, dijo el presidente, en el Salón de la Ciencia Argentina. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (europäisches Spanisch).
  11. Thomas Mackay: Bernasconi; Irene (1896–1989); Marine biologist. In: Natural History Museum. 7. November 2022, abgerufen am 24. Oktober 2015 (englisch).