Iporá (Goiás)

Município de Iporá
Capital do Oeste Goiano
Iporá

Praça da Matriz im Zentrum von Iporá
Iporá
Koordinaten 16° 27′ S, 51° 7′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Goiás
Symbole
Wappen
Flagge
Gründung 19. November 1948
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Goiás
Região intermediária São Luís de Montes Belos - Iporá
Região imediata Iporá
Mesoregion Zentral-Goiás (1989–2017)
Mikroregion Iporá (1989–2017)
Höhe 600 m
Klima Tropisch
Fläche 1.027,2 km²
Einwohner 35.684 (IBGE/2022[1])
Dichte 34,7 Ew./km²
Schätzung 37.283 (IBGE/2025)[1]
Gemeindecode IBGE: 5210208
Postleitzahl 76200-000 bis 76200-999[2]
Telefonvorwahl (+55) 62
Zeitzone UTC−3, Sommer: UTC-2
Website ipora.go.gov.br (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfektin Maysa Cunha[1] (2025-2028)
Partei AVANTE
HDI 0.743 (hoch) (UNDP/2010[3])

Iporá, amtlich portugiesisch Município de Iporá, ist ein brasilianisches Município im Landesinneren des Bundesstaates Goiás. Sie liegt westlich der brasilianischen Hauptstadt Brasília und von Goiânia. Die Entfernung zwischen Iporá und der Landeshauptstadt Goiânia beträgt 215 Kilometer über die Autobahn GO-060.

Die vom brasilianischen Institut für Geografie und Statistik für 2022 bestimmte Einwohnerzahl beträgt 35.684. Das Municipio wurde 1948 gegründet und umfasst eine Fläche von mehr als tausend Quadratkilometern. Die Einwohner werden auf Portugiesisch als iporaense bezeichnet.[1]

Die Stadt erlangte große Aufmerksamkeit in der Presse nach der Verhaftung des ehemaligen Bürgermeisters Naçoitan Leite, dessen Amtszeit Ende 2024 endete.[4]

Etymologie

Die erste Siedlung hatte den Namen Rio Claro, benannt nach dem wasserreichen Fluss, in dem die Diamanten gesucht wurden.[5] Im Jahr 1938 wurde der Bezirk Rio Claro in Itajubá umbenannt, ein Name indigenen Ursprungs aus der Tupi-Guarani-Sprache, der „gelber Stein“ bedeutet.

Am 31. Dezember 1943 wurde der Bezirk Itajubá in Iporá umbenannt. Der Name Iporá stammt aus der Sprache der Ureinwohner und bedeutet „klares Wasser“.[5]

Geschichte

Es gibt Berichte, dass Iporá um das Jahr 1748 mit der Gründung der Siedlung Pilões am Ufer des Rio Claro entstand. Und dass im Jahr 1749 mit der Ankunft von Gomes Freire de Andrade, Gouverneur der Kapitanien von Minas Gerais und Rio de Janeiro (Capitanias de Minas Gerais e Rio de Janeiro), Verträge über den Abbau von Diamanten in Rio Claro und Rio Pilões geschlossen wurden. Für diese ersten Schürfarbeiten kamen zweihundert Sklaven, die unter dem Kommando der beauftragten Ausbeuter arbeiteten. Von der Krone entsandte Streitkräfte sicherten die Ausführung der Arbeiten. Die entstehende Siedlung erhielt den Namen Rio Claro.[5]

Die bedeutende Diamantenproduktion und die rasante Entwicklung der Siedlung führten zu einem außergewöhnlichen Wachstum. So wurde Rio Claro am 5. Juli 1833 zum Bezirk erhoben, behielt jedoch den Namen Rio Claro und gehörte zur Gemeinde Goiás, dem ehemaligen Vila Boa. Der Name der Kirche wurde von Senhor do Bom Fim in Nossa Senhora do Rosário geändert. Der Bezirk behielt seinen Namen, bis die Siedlung in Verfall geriet und die Situation durch eine Gelbfieber-Epidemie noch verschlimmert wurde, die die meisten Einwohner tötete oder vertrieb.[5][6]

So schrumpfte die Siedlung, die in ihrer Blütezeit etwa tausend Einwohner gezählt hatte, auf wenige Familien und einige Nachkommen von Sklaven und wurde liebevoll „Comércio Velho“ (Altes Handelszentrum) genannt. In den 1930er Jahren wurde unter den Einwohnern über eine Verlegung der Siedlung spekuliert. Es wurde eine Kommission gebildet, die den Ort am Ufer des Tamanduá-Baches, wo sich heute der Sitz der Gemeinde befindet, als Standort für die neue Siedlung auswählte.[5]

Am 31. Oktober 1938 wurde der Bezirk Rio Claro in Itajubá umbenannt. Im Jahr 1942 spendeten Joaquim Paes Toledo und seine Familie eine Fläche von 100 Alqueires Goianos Land für den Bau der Stadt.[5]

Durch das Landesgesetz Nr. 8.305 vom 31. Dezember 1943 wurde der Bezirk Itajubá in Iporá umbenannt.[5]

Durch das Landesgesetz Nr. 249 vom 19. November 1948 wurde er in den Rang eines Munizips mit dem Namen Iporá erhoben und von Goiás getrennt. Der Sitz (seit 1. Januar 1949) ist im ehemaligen Bezirk Iporá und bestand nur aus dem Bezirk.[5]

Durch die Lei Municipal Nr. 53 und Nr. 54 vom 19. September 1953 wurden die Bezirke Campo Limpo und Monchão do Vaz gegründet und dem Munizip Iporá angegliedert.[5]

Demographie

Laut dem Zensus 2010 hatte das Municipio eine Einwohnerzahl von 31.274.[7] Nach der Volkszählung 2022 hatte Iporá 35.684 Einwohner.[1] Nach der Schätzung des IBGE 2025 hat das Municipio 37.283 Einwohner.[1]

Geographie

Das Munizip liegt im Bundesstaat Goiás und von 1989 bis 2017 in der Mesoregion Zentral-Goiás und in der gleichnamigen Mikroregion Iporá. Sie liegt westlich der brasilianischen Hauptstadt Brasília und von Goiânia, der Hauptstadt des Bundesstaates. Die Entfernung zwischen Iporá und der Landeshauptstadt Goiânia beträgt 215 Kilometer über die Autobahn GO-060.[8]

Iporá hat eine Fläche von 1.027,249 km².[1] Zehn Kilometer außerhalb des Stadtgebiets befindet sich der Morro do Macaco, ein 450 Meter hoher Hügel, auf den Menschen aus ganz Brasilien kommen, um Gleitschirmfliegen zu gehen.

An der Grenze zwischen den Munizipien Iporá und Arenópolis, am Rio Caiapó, wurde das erste kleine Wasserkraftwerk (PCH) im Rahmen des Programms zur Förderung alternativer Energiequellen der brasilianischen Bundesregierung gebaut: das kleine Wasserkraftwerk Mosquitão.

Iporá grenzt an die Munizipien:

Wirtschaft

Die Wirtschaft von Iporá ist in den letzten Jahren stark gewachsen, da der Anbau von Soja in der Gemeinde zugenommen hat und der Handel von Jahr zu Jahr stärker geworden ist.

Tourismus

Die Gemeinde verfügt über einen künstlichen See (Lago Pôr-do-Sol), der eine Touristenattraktion darstellt. Der See verfügt über einen Sandstrand, einen Wanderweg (1 km), standardisierte Kioske, einen Sandplatz, einen Futsalplatz (und auch einen Basketballplatz), einen Kunstrasenplatz, ein öffentliches Fitnessstudio und eine Veranstaltungsfläche.

Das Naturschutzgebiet Morro do Macaco wird von vielen Sportlern als einer der besten Orte Brasiliens zum Gleitschirmfliegen und Drachenfliegen angesehen und gilt unter vielen Sportlern auch als idealer Ort für Mountainbike- und Motocross-Strecken.

Die Stadt Iporá veranstaltet fünf jährliche Events, die Tausende von Touristen anziehen:

  • Silvester am Lago Pôr do Sol
  • Nationales Treffen der Muladeiros (das größte Treffen der Muladeiros in Lateinamerika), das immer in der letzten Januarwoche stattfindet
  • Karneval am Lago Pôr do Sol
  • Festa da Nossa Senhora Auxiliadora (das drittgrößte religiöse Fest im Bundesstaat Goiás), besser bekannt als Festa de Maio, findet einen Monat vor dem Fest statt, mit Wallfahrten zum Haus der Gläubigen der Nossa Senhora Auxiliadora. In der Festwoche gibt es Hunderte von Verkaufsständen auf der Avenida 15 de Novembro, der Festtag ist immer der 24. Mai
  • Expoipo – Landwirtschaftliche Ausstellung von Iporá – Tierausstellung, Auktionen, Rodeos, Country-Shows, die Veranstaltung findet immer in der letzten Juliwoche statt

Politik

José Antonio (PMDB) war von 2009 bis 2012 der Prefeito des Municipios. Von 2021 bis 2024 war Naçoitan Leite der Stadtpräfekt.[4] Von 2025 bis 2028 ist Maysa Cunha (AVANTE) die Stadtpräfektin.[9][10][11]

Siehe auch

Commons: Iporá – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Iporá - Panorama. Abgerufen am 26. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Busca Faixa CEP. In: Portal Correios. Empresa Brasileira de Correios e Telégrafos, archiviert vom Original am 29. Oktober 2021; abgerufen im Jahr 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. Ranking decrescente do IDH-M dos municípios do Brasil. In: Atlas do Desenvolvimento Humano. Programa das Nações Unidas para o Desenvolvimento (PNUD), 2010, archiviert vom Original am 5. Juli 2016; abgerufen am 23. Juli 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  4. a b Prefeito goiano suspeito de atirar 15 vezes contra ex tem prisão decretada. 19. November 2023, abgerufen am 26. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  5. a b c d e f g h i Iporá - História. In: IBGE. Abgerufen am 26. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  6. História. In: ipora.go.gov.br. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Dezember 2023; abgerufen am 11. April 2024: „Pela Lei Estadual nº 249, de 19 de novembro de 1948, foi elevado à categoria de município, instalando em 1º de janeiro de 1949, desmembrado do Município de Goiás.“
  7. Erste Ergebnisse der Volkszählung von 2010 in Goiás (PDF; 30 kB), durchgeführt vom IBGE.
  8. SEPLAN: Straßenkilometer nach Goiânia (Memento vom 5. Februar 2009 im Internet Archive)
  9. Maysa Cunha, do Avante, é eleita prefeita de Iporá (GO) | Eleições 2024. Abgerufen am 26. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  10. Maysa Cunha é eleita prefeita de Iporá (GO). 7. Oktober 2024, abgerufen am 26. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).
  11. Eleições 2024: Maysa Cunha, do AVANTE, é eleita prefeita de Iporá no 1º turno. 7. Oktober 2024, abgerufen am 26. November 2025 (brasilianisches Portugiesisch).