International Seismological Centre

International Seismological Centre
(ISC)
Gründung 1964
Sitz Thatcham, England ()
Vorläufer International Seismological Summary
Zweck Erfassung, Analyse und Veröffentlichung globaler Seismizitätsdaten
Vorsitz Dmitry Storchak
Umsatz 1.592.075 Pfund Sterling (2024)
Beschäftigte 20
Website http://www.isc.ac.uk/

Das International Seismological Centre (ISC) (deutsch: Internationales Seismologisches Zentrum) ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, deren Aufgabe die endgültige Erfassung, Analyse und Veröffentlichung globaler Seismizitätsdaten ist.[1]

Das ISC wurde 1964 als internationale, von nationalen Regierungen unabhängige Organisation gegründet.[2]

Es sollte die Arbeit des International Seismological Summary fortführen und seismische Daten aus aller Welt sammeln und analysieren. Insbesondere sollte es den zunehmenden Datenfluss des ebenfalls im selben Jahr gegründeten World-Wide Standard Seismograph Network (WWSSN) bewältigen. Das ISC betrachtet seine Hauptaufgabe in der Erfassung und Neuanalyse aller verfügbaren Erdbebendaten, um endgültige Daten zu Erdbeben zu erstellen.[3]

Aufgaben

Das wichtigste wissenschaftliche Ziel des Zentrums ist die umfassende Erfassung von Erdbebeninformationen und der ihnen zugrunde liegenden Messwerte. Die Erfassung von Berichten über Erdbebenauswirkungen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Das Zentrum berechnet unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen den Ort und Zeitpunkt von Erdbeben weltweit.

Seit 1957 erfolgt die Verarbeitung der großen Datenmengen überwiegend computergestützt. Bis dahin wurden die ISS-Standorte manuell bestimmt. Das ISC nutzt heute ein Netzwerk von Workstations, die auf eine relationale Datenbank mit fast 50 Gigabyte Online-Daten zugreifen.

Die Analyse der Erdbebendaten erfolgt monatlich und beginnt frühestens nach 18 Monaten, um möglichst vollständige Informationen zu haben. Obwohl ein Großteil der Arbeit ohne Computer nicht möglich wäre, erfolgt die abschließende Bearbeitung von Ereignissen, die groß genug sind, um von mehreren unabhängig betriebenen Netzwerken erfasst zu werden, immer durch Seismologen. Diese prüfen die Ergebnisse sorgfältig.

Bei der Analyse gruppiert das Computerprogramm zunächst die Ursprungsschätzungen verschiedener Behörden und ordnet die einzelnen Stationsmesswerte dann dem wahrscheinlichsten Ereignis zu. In einem Monat werden mehr als 200.000 Stationsmesswerte analysiert, wodurch durchschnittlich 10.000 Ereignisse pro Monat identifiziert werden, von denen etwa 4.000 manuell überprüft werden müssen. Fehlzuordnungen und andere Unstimmigkeiten werden korrigiert, die verbleibenden nicht zugeordneten Messwerte werden nach neuen Ereignissen durchsucht und bisher nicht gemeldete Erdbeben der Datenbank hinzugefügt. Die Gesamtzahl der monatlich erfassten Ereignisse ist um ein Vielfaches höher als bei jedem anderen weltweiten Ortungsdienste und resultiert aus dem Ziel des ISC, eine vollständig umfassende Liste bereitzustellen.[4]

Direktoren

Shide Circular Reports on Earthquakes

Reports on Large Earthquakes

International Seismological Summary

International Seismological Centre

  • 1964–1970: P.L. Willmore
  • 1970–1977: E.P. Arnold
  • 1977–1997: A.A. Hughes
  • 1998–2003: R.J. Willeman
  • 2004–2007: A. Shapira
  • seit 2008: D.A. Storchak

Einzelnachweise

  1. D. Di Giacomo, D. A. Storchak, N. Safronova, P. Ozgo, J. Harris, R. Verney, I. Bondar: A New ISC Service: The Bibliography of Seismic Events. In: Seismological Research Letters. Band 85, Nr. 2, 1. März 2014, ISSN 0895-0695, S. 354–360, doi:10.1785/0220130143 (geoscienceworld.org [abgerufen am 22. Oktober 2025]).
  2. R. M. W. Musson: A history of British seismology. In: Bulletin of Earthquake Engineering. Band 11, Nr. 3, 1. Juni 2013, ISSN 1573-1456, S. 715–861, doi:10.1007/s10518-013-9444-5.
  3. Entrar. Abgerufen am 22. Oktober 2025.
  4. International Seismological Centre. Abgerufen am 22. Oktober 2025.