Leibniz-Institut für Ostseeforschung
| Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) | |
|---|---|
| Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung im Jahre 2014. | |
| Kategorie: | Forschungseinrichtung |
| Bestehen: | seit 1992 |
| Rechtsform des Trägers: | Stiftung des Öffentlichen Rechts |
| Mitgliedschaft: | Leibniz-Gemeinschaft |
| Standort der Einrichtung: | Rostock-Warnemünde, Mecklenburg-Vorpommern |
| Fachgebiete: | Meereskunde |
| Grundfinanzierung: | 50:50 (Bund:Länder) |
| Leitung: | Heide Schulz-Vogt |
| Mitarbeiter: | ca. 260 |
| Homepage: | [1] |
Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Rostock-Warnemünde (IOW) im Land Mecklenburg-Vorpommern ist ein außeruniversitäres Institut, das sich der Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Küsten- und Randmeere mit „besonderer Hinwendung zum Ökosystem der Ostsee“ widmet. Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
Geschichte
Das außeruniversitäre Institut wurde am 1. Januar 1992 in der Rechtsform einer Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet. Hervorgegangen ist das IOW aus dem Warnemünder „Institut für Meereskunde“, das 1960 gegründet wurde und zur Akademie der Wissenschaften der DDR gehörte.
Forschung und Lehre
Das IOW untersucht Küsten- und Randmeere in einem systemübergreifenden und interdisziplinären Ansatz. Das Forschungsprogramm „Perspektiven der Küstenmeere“ ist in drei Forschungsbereiche gegliedert, die sich mit offenen Fragen in den Bereichen „Erforschung skalen- und systemübergreifender Schlüsselprozesse in marinen Systemen“ (Forschungsbereich 1), „Küstenmeere im Wandel in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft“ (Forschungsbereich 2) und „Neue Technologien“ (Forschungsbereich 3) befassen[1]. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf den 'Flachwasserprozessen zwischen der Küstenlinie und einer Wassertiefe von etwa 10–20 m. Das IOW gliedert sich in die fünf Abteilungen Physikalische Ozeanographie, Meereschemie, Biologische Meereskunde, Marine Geowissenschaften und Meeresbeobachtung.
Darüber hinaus werden verschiedene Querschnittsaufgaben bearbeitet, wie beispielsweise die Entwicklung geeigneter Messtechnik sowie Untersuchungs- und Modellierungsmethoden. In der Forschung des IOWs besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Department Maritime Systeme der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock.
Über gemeinsame Berufungen übernimmt das IOW Teile der Lehre an der Universität Rostock und der Universität Greifswald.
Für besonders herausragende Promotionen mit Bezug zur angewandter Meeres-Messtechnik vergibt das IOW gemeinsam mit der Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG den BRIESE-Preis für Meeresforschung.[2]
Struktur und Organisation
Am IOW arbeiten rund 250 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte im wissenschaftlichen Bereich. Es wird hälftig durch Bund und Länder finanziert und hat einen Gesamthaushalt von 29,1 Millionen Euro, davon rund 9 Millionen Euro Drittmittel[3]. Es gliedert sich in die fünf Abteilungen „Physikalische Ozeanographie“, „Biologische Meereskunde“, „Meereschemie“ und „Marine Geowissenschaften“ und „Meeresbeobachtung“. Dem Institut steht das in Rostock beheimatete Forschungsschiff Elisabeth Mann Borgese zur Verfügung, deren Eigner das Land Mecklenburg-Vorpommern ist.
Wissenschaftstransfer
Das IOW nimmt neben Forschung und Lehre zahlreiche Aufgaben aus dem Wissenschaftstransfer wahr. Dabei haben sich grob in drei Kategorien herausgemendelt.
Die wichtigste Aufgabe ist dabei der Transfer in die an der Umsetzung von Umweltpolitik beteiligten Behörden und Ämter, wie dem BSH und dem BfN. Unter anderem wurden dem Institut vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die nationalen Aufgaben in der Überwachung der Ostsee übertragen. Die damit verbundenen Monitoring-Programme und Zustandseinschätzungen der Ostsee können so direkt in nationale und supranationale Umweltschutzmaßnahmen integriert werden.
Darüber hinaus beteiligt sich das IOW am Wissenstransfer in die breite Öffentlichkeit. In diesem Rahmen finden zum Beispiel jeden Sommer die sogenannten Warnemünder Abende statt, in denen Wissenschaftler des IOWs populärwissenschaftliche Vorträge zum Thema Ostsee halten. Zudem beteiligt sich das IOW alle zwei Jahre zusammen mit dem BSH, dem Thünen-Institut für Ostseefischerei und dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund am Ostseetag.[4] Außerdem gibt es Angebote für Schulen, Austausch mit Medien, Wissenschaftspodcasts und eine kleine Ausstellung im Institut.
Auch der Austausch mit Unternehmen steht im Fokus des IOWs. Dabei sollen die eingesetzten Technologien verbessert und gleichzeitig Unternehmen bei der Entwicklung von neuen Technologien unterstützt werden. Auch in diesem Rahmen partizipiert das IOW am Zukunftscluster Ocean Technology Campus.
Literatur
- Artikel über das IOW in den Heften 11 und 12 der Zeitschrift Geowissenschaften von 1995; im Open Access verfügbar über den Katalog GetInfo der Technischen Informationsbibliothek, Hannover – z. B.
- G. Hempel: Das Institut für Ostseeforschung Warnemünde. In: Geowissenschaften. 11, 1995, S. 424–425. doi:10.2312/geowissenschaften.1995.13.424
- B. von Bodungen, B. Hentzsch: Generelle Aspekte der Forschung am Institut für Ostseeforschung Warnemünde. In: Geowissenschaften. 11, 1995, S. 426–430. doi:10.2312/geowissenschaften.1995.13.426
Weblinks
- Literatur von und über Leibniz-Institut für Ostseeforschung im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Offizielle Website
Einzelnachweise
- ↑ Das Forschungsprogramm 2024–2033: Perspektiven der Küstenmeere. In: IOW. Abgerufen am 10. Oktober 2022.
- ↑ BRIESE-Preis für Meeresforschung. 6. September 2022, abgerufen am 17. Dezember 2025.
- ↑ Jahresbericht 2024. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
- ↑ Ostseetag 2025. Abgerufen am 17. Dezember 2025.
Koordinaten: 54° 10′ 46,1″ N, 12° 4′ 51,3″ O