Ingrid Schulze-Sievers
Ingrid Schulze-Sievers (* 4. August 1918 in Königsberg; † 15. Dezember 1999 in Hamburg) war eine deutsche Unternehmerin und Vorsitzende des Akademikerinnenbunds Hamburg.
Leben
Ingrid Sievers wurde am 4. August 1918 in Königsberg geboren. Sie gehörte von 1933 bis 1935 dem Bund Deutscher Mädel an. Bis zu dem Zeitpunkt war die Mitgliedschaft freiwillig, danach gehörte der BDM zur Hitlerjugend und wurde zum staatlichen Jugendverband. Dem Nationalsozialistischen Studentenbund gehörte sie von 1942 bis 1943 an und von 1941 bis 1944 dem Deutschen Studentenbund. Zudem war sie von 1939 bis 1943 Mitglied der Deutschen Arbeitsfront. Sie studierte Volkswirtschaft und war Diplom-Volkswirtin und persönlich haftende Teilhaberin einer Außenhandelsfirma. Nachdem 1948 der Akademikerinnenbund Hamburg e.V. gegründet worden war, wurde Ingrid Schulze-Sievers im Juni 1948 Mitglied des neuen Bundes. Sie war von Beginn an im ABH aktiv und war zunächst Schriftführerin. Erste Vorsitzende für jeweils vier Jahre war sie zwischen 1976 und 1994 dreimal. Sie war gleichzeitig im Internationalen Verband International Federation of University Women (IFUW) aufgrund ihrer Überzeugungskraft, ihrer Wirtschaftskenntnisse und Fremdsprachensicherheit aktiv. Im IFUW gehörte sie dem Finanzausschuss, später dem Berufungsausschusses an.[1]
Ingrid Schulze-Sievers setzte sich im Akademikerinnenbund für eine enge Zusammenarbeit mit der Universität ein und ebenso mit den Hamburger Frauenverbänden, für eine gleichberechtigte Berufsentwicklung von Frauen und für die Entlastung von jungen Müttern ein. Für die „Stiftung Hamburger Studentinnenheime“ war sie ab 1970 zweite Kuratoriumsvorsitzende. Zudem war sie seit Mitte der 1980er Jahre im Aufnahmeausschuss des Studentenhauses Bornplatz 2. Frauenfördermaßnahmen waren für Ingrid Schulze-Sievers von Anfang an wichtig. Sie arbeitete ab Anfang der 1990er Jahre intensiv an einer Zusammenarbeit mit ostdeutschen Akademikerinnen und es kam zu mehreren Treffen. Schulze-Sievers zeichnete ihre demokratische Art aus, den Verband zu führen und ihre Bereitschaft wichtige Funktionen zu übernehmen. Ingrid Schulze-Sievers pflegte Kontakte zum Rathaus und zu den Parteien.
Im Jahre 1999 wurde sie vom Hamburger Senat mit der Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes ausgezeichnet.
Ingrid Schulze-Sievers starb am 15. Dezember 1999. Für sie wurde ein Gedenkstein in der Spirale der Erinnerung im Garten der Frauen auf dem Friedhof Ohlsdorf errichtet. Durch die Stadt Hamburg wurde sie mit einem Frauenort geehrt.
Einzelnachweise
- ↑ Ulrike Denning, Rita Bake: Ingrid Schulze-Sievers, abgerufen am 9. November 2025