Ingo Andratschke
Ingo Andratschke (* 30. Dezember 1941 in Wigstadtl) ist ein deutscher Holzgestalter.
Leben und Werk
Andratschkes Familie wurde 1946 in der Folge des Zweiten Weltkriegs aus Krnov vertrieben und kam in die sowjetische Besatzungszone nach Schwarzenberg.[1] Andratschke absolvierte ab 1958 eine Lehre als Tischler und arbeitete in seinem Beruf. Nach dem Wehrdienst in der NVA studierte er von 1964 bis 1966 an der Fachschule für angewandte Kunst Schneeberg und von 1966 bis 1970 bei Walter Funkat an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein. Nach dem Diplom arbeitete er bis 1973 in Olbernhau im Entwicklungsbüro der Erzeugnisgruppe Raum- und Tafelschmuck. Danach war er freischaffend als Holzgestalter in Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz tätig. Zu seinen Spezialitäten gehören Strukturbilder aus Holz. Er erhielt u. a. eine Anzahl öffentlicher Aufträge für baugebundene Strukturwände und -Bilder, so für das Centrum-Warenhaus in Halle/Saale (1980), die Klubgaststätte Kalinka in Berlin-Friedrichsfelde (1981), das Bezirkskrankenhaus Karl-Marx-Stadt (1983) und das Kreiskulturhaus Reichenbach (1985).
Andratschke war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und hatte eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. von 1977 bis 1989 an der VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden und 1983 in Göttingen an der Ausstellung Kunsthandwerk aus der DDR. Textilgestaltung – Holzgestaltung.
Nach der deutschen Wiedervereinigung beteiligte Andratschke sich an mehreren Wettbewerben für Kunst im öffentlichen Raum. U. a. war er nach einem solchen Wettbewerb 1996 maßgeblich an der künstlerischen Raum- und Wandgestaltung des Ausbildungszentrums Bobritzsch beteiligt.[2]
Weitere Werkbeispiele
- Alte Architektur (1980, Holzintarsie, 35 × 50 cm; auf der IX. Kunstausstellung der DDR)[3]
- Spieltisch für Kinder (1982; bewegliches Objekt, Holz, bemalt; mit Lutz Lipkowsky und Regina Lipkowsky)
- Komplexe Gestaltung des Wartebereichs einer Kinderarzt-Praxis (1986; mit Lutz und Regina Lipkowsky)
- Leuchtkreuz in der Nacht (2007/2008, Struktur-Tafelbild, Holz; Berlin-Kreuzberg, Altarraum der Taborkirche)
Literatur
- Saur. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 3, 1992, S. 478
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 26.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ HEYMAT-Arbeitsblatt_Ingo_Andratschke.pdf
- ↑ Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien – und Baumanagement (Hrsg.): Kunst und Bauen. 2005, S. 108
- ↑ Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 2/83, S. 63