Ingebjørg Bratland
Ingebjørg Bratland (* 8. Mai 1990 in Porsgrunn[1]) ist eine norwegische Sängerin. Sie hat ihren musikalischen Hintergrund in der norwegischen Volksmusik.
Leben
Bratland kam in Porsgrunn zur Welt. Sie wuchs mit vier jüngeren Geschwistern in der Kommune Vinje im Westen der Telemark auf und ist mit dem Volksmusiker Sondre Bratland verwandt.[2][3] Bereits mit fünf Jahren kam auch sie mit der Volksmusik in Kontakt. Ihre Gesangslehrerin wurde die Volksmusikerin Ellen Nordstoga, die Mutter des Sängers Odd Nordstoga.[4] Bratland absolvierte den Musikzweig einer weiterführenden Schule in Skien. Anschließend besuchte sie kurzzeitig die Norwegische Musikhochschule (Norges musikkhøgskole) in Oslo.[1]
Im Jahr 2006 sang sie gemeinsam mit der damaligen Kinderdarstellerin Ina Svenningdal für die Kinder-Weihnachtsserie Jul i svingen das gleichnamige Titellied ein.[5] Das Lied platziert sich seitdem regelmäßig zur Weihnachtszeit in den norwegischen Singlecharts. Im Jahr darauf trat sie bei einem Konzert zum 70. Geburtstag von König Harald V. auf. Nach den Anschlägen im Juli 2011 sang sie bei einem Gedenkkonzert im Osloer Dom.[6]
Im Jahr 2013 gab sie gemeinsam mit Odd Nordstoga ihr Debütalbum Heimafrå heraus. Das Album konnte den zweiten Platz der Albumcharts erreichen und die beiden gewannen dafür beim Spellemannprisen 2013 die Auszeichnung in der Kategorie für Volks- und Traditionsmusik. Im Jahr darauf gab Bratland ihr erstes Soloalbum, das Werk Berre meg, heraus. Dafür war sie beim Spellemannprisen 2014 in der Kategorie für Vise-Musik nominiert. Mit Månesinn folgte im November 2015 ein weiteres Album. Wie ihr Debütalbum konnte sie auch damit den zweiten Platz in den Albumcharts erreichen. Von der Fylkeskommune Telemark erhielt sie den Fylkes-Kulturpreis für das Jahr 2015.[7] Im Januar 2016 moderierte sie gemeinsam mit Jarle Bernhoft den Spellemannprisen 2015.[8]
Ihr nächstes Album wurde Hjarteskjell, das im Oktober 2017 herauskam. Kurz darauf erhielt sie den Hilmar Alexandersen musikkpris.[9] Im Februar 2019 gab sie gemeinsam mit Espen Lind das Album Til alle tider heraus. Im Januar 2020 folge mit Papirfly ein weiteres Soloalbum und im November 2020 das Weihnachtsalbum Klokkene kallar. Zudem gab sie auch ein Buch namens Klokkene kallar heraus.[4]
Bratland nahm an der zu Beginn des Jahres 2023 ausgestrahlten Staffel der Musikshow Hver gang vi møtes teil.[10] Ihr gelang mit zwei Liedern aus der Show der Einzug in die Singlecharts: Pinne for landet, im Original von Freddy Kalas, und Evig kvile, im Original von Bjørn Eidsvåg. Im September 2023 gab sie erneut ein Album gemeinsam mit Nordstoga heraus: Langt heimafrå. Die beiden wurden dafür beim Spellemannprisen 2023 in der Kategorie für Vise-Musik und Visepop nominiert. Im Dezember 2023 folgte das Live-Album Live i marka, das in Zusammenarbeit mit dem Norwegian Radio Orchestra (Kringkastingsorkestret) entstand.
Im Jahr 2025 wurde sie neue Mentorin bei The Voice of Norway.[11] Zu Beginn des Jahres 2026 hatte sie gemeinsam mit Hagle und dem Lied Baby, du er rå einen Nummer-eins-Hit. Das Lied war für Hver gang vi møtes entstanden.
Stil
Bratland singt in ihrem aus der westlichen Telemark stammenden Heimatdialekt.[12] In einer Rezension ihres Albums Månesinn aus dem Jahr 2015 bei der Zeitung iTromsø wurde betont, dass ihr musikalischer Hintergrund in der Volksmusik bemerkbar sei. Allerdings habe das Album ein urbaneres Klangbild und sei näher bei der Popmusik zu verorten als ihre bis dahin veröffentlichte Musik.[13]
Auszeichnungen
- 2013: „Volksmusik/Traditionsmusik“ (mit Odd Nordstoga für Heimafrå)
- 2014: Nominierung in der Kategorie „Viser“ (für Berre meg)
- 2023: Nominierung in der Kategorie „Viser und Visepop“ (mit Odd Nordstoga für Langt heimafrå)
Sonstiges
Diskografie
Alben
| Jahr | Titel | Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[15] (Jahr, Titel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| NO | |||
| 2013 | Heimafrå | NO2 (34 Wo.)NO |
mit Odd Nordstoga
|
| 2014 | Berre meg | NO7 (17 Wo.)NO |
|
| 2015 | Månesinn | NO2 (16 Wo.)NO |
Erstveröffentlichung: 6. November 2015
|
| 2017 | Hjarteskjell | NO13 (6 Wo.)NO |
Erstveröffentlichung: 6. Oktober 2017
|
| 2019 | Tila alle tider | NO39 (1 Wo.)NO |
mit Espen Lind
Erstveröffentlichung: 22. Februar 2019 |
| 2020 | Papirfly | NO7 (2 Wo.)NO |
Erstveröffentlichung: 24. Januar 2020
|
| Klokkene kallar | NO9 (29 Wo.)NO |
Erstveröffentlichung: 20. November 2020
| |
| 2023 | Langt heimafrå | NO35 (1 Wo.)NO |
mit Odd Nordstoga
Erstveröffentlichung: 22. September 2023 |
Weitere Alben
- 2023: Live i marka
Singles
| Jahr | Titel Album |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[15] (Jahr, Titel, Album, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| NO | |||
| 2006 | Jul i svingen – |
NO5 (49 Wo.)NO |
mit Ina Svenningdal
|
| Jolevise – |
NO71 (4 Wo.)NO |
Das Lied zog erstmals im Jahr 2025 in die norwegischen Singlecharts ein.
| |
| 2023 | Evig kvile – |
NO27 (1 Wo.)NO |
Erstveröffentlichung: 30. Dezember 2022
Beitrag zu Hver gang vi møtes, Original: Bjørn Eidsvåg |
| Pinne for landet – |
NO32 (2 Wo.)NO |
Erstveröffentlichung: 6. Januar 2023
Beitrag zu Hver gang vi møtes, Original: Freddy Kalas | |
| 2026 | Baby, du er rå! – |
NO1 (… Wo.)NO |
Weblinks
- Ingebjørg Bratland im Store norske leksikon (norwegisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b Biografie. In: ingebjorgbratland.no. Abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Gunnar R. Larsen: – Jeg pleier ikke å snakke så mye om han. In: ABC Nyheter. 16. Januar 2023, abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Telemark mot Toten. In: NRK. 12. Oktober 2010, abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ a b Kristin Ma Berg: Ett besøk i barnehagen skulle merke Ingebjørg Bratland (30) for livet. In: Klikk. 21. Dezember 2020, abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Kjell Bitustøyl: Ingebjørg Bratland. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Bjørn Egil Halvorsen: Ingebjørg Bratland: – Jeg leter etter en metode som gjør at jeg kan fortsette å drikke vin og slippe å være fornuftig. In: Aftenposten. 5. Dezember 2020, abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ a b Fylkeskulturprisen. In: Fylkeskommune Telemark. Abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Spellemannprisen 2015. In: NRK. 6. Januar 2016, abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ a b Andreas Reitan: Ingebjørg Bratland får Hilmar-pris. In: Nea Radio. 31. Oktober 2017, abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Rebekka Østby: Dette er deltakerne i «Hver gang vi møtes». In: Klikk. 30. Dezember 2022, abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ To nye mentorer i «The Voice». In: Verdens Gang. 15. August 2025, abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Ingvild Kjøde: - De er like mye mine brødre for meg, som mine biologiske søsken. In: kk.no. 9. November 2017, abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Helge Skog: Urbanisert folkemusikk. In: iTromsø. 13. November 2015, abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ Arkiv. In: spellemann.no. Abgerufen am 8. Januar 2026 (norwegisch).
- ↑ a b Chartquellen NO