Indulin
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232-333-4 | |||||||
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Indulin (klassische Bezeichnung Indulin spritlöslich, systematische Bezeichnung nach Colour Index Solvent Blue 7) ist ein rotstichig blauer bis marineblauer Phenazinfarbstoff, der aus einer komplexen Mischung verschieden substituierter 5-Phenylphenaziniumchloride wie beispielsweise Aminodianilino-[S 1], Trianilino-[S 2] und Tetraanilinophenylphenaziniumchlorid[S 3] besteht.[2] Er war einer der ersten synthetischen Farbstoffe und wurde 1863 von John Dale und Heinrich Caro entdeckt und patentiert.[3]
Indulin erhält man bei der Reaktion von Aniliniumchlorid mit p-Aminoazobenzol, wobei sich die Zusammensetzung im Laufe der Reaktion kontinuierlich verändert. Die Reaktionsprodukte unterschiedlicher Zusammensetzung werden daher auch allgemein als Induline bezeichnet.[4]
Indulin ist ein in Ethanol lösliches blauschwarzes oder braunschwarzes Pulver, das zur Herstellung schwarzer Spritlacke, als Rußzusatz im Zeitungsdruck sowie als Indigo-Ersatz im Kattundruck verwendet wird. Durch Sulfonierung wird Indulin spritlöslich in Indulin wasserlöslich umgewandelt, das sich als Natriumsalz zum Färben von Wolle und Seide eignet.[5]
Einzelnachweise
- ↑ Für diesen Stoff liegt noch keine harmonisierte Einstufung vor. Wiedergegeben ist eine von einer Selbsteinstufung durch Inverkehrbringer abgeleitete Kennzeichnung von Benzenamine, 4-(phenylazo)-, reaction products with aniline and aniline hydrochloride im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 15. Oktober 2025.
- ↑ 51300 C.I. Solvent Blue 7. In: Society of dyers & colourists (Hrsg.): Colour Index. 3. Auflage. Band 4. Lund Humphries, Bradford & London 1971, ISBN 0-901956-06-6, S. 4455 ([1] [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
- ↑ Indulines. In: Encyclopædia Britannica. 11. Auflage. Band 14: Husband – Italic. London 1911, Abschnitt 1, S. 507 (englisch, Volltext [Wikisource]).
- ↑ Horst Berneth: Azine Dyes. In: Wiley-VCH (Hrsg.): Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Weinheim 2012, ISBN 978-3-527-30673-2, Azine Dyes, doi:10.1002/14356007.a03_213.pub3 (englisch).
- ↑ Eintrag zu Induline. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 14. Oktober 2025.
Externe Links zu erwähnten Verbindungen
- ↑ Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Aminodianilinophenylphenaziniumchlorid: CAS-Nr.: 6471-73-4, EG-Nr.: 229-317-4, ECHA-InfoCard: 100.026.653, PubChem: 6454948, ChemSpider: 4957238, Wikidata: Q82970280.
- ↑ Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Trianilinophenylphenaziniumchlorid: CAS-Nr.: 4935-81-3, EG-Nr.: 225-574-1, ECHA-InfoCard: 100.023.249, PubChem: 6452130, ChemSpider: 4954571, Wikidata: Q82946162.
- ↑ Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu Tetraanilinophenylphenaziniumchlorid: CAS-Nr.: 4935-82-4, EG-Nr.: 225-575-7, ECHA-InfoCard: 100.023.250, PubChem: 6452131, ChemSpider: 4954572, Wikidata: Q82946164.