Kerguelenalbatros

Kerguelenalbatros

Kerguelenalbatros (Thalassarche carteri)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Albatrosse (Diomedeidae)
Gattung: Thalassarche
Art: Kerguelenalbatros
Wissenschaftlicher Name
Thalassarche carteri
(Rothschild, 1903)

Der Kerguelenalbatros (Thalassarche carteri), auch Indischer Gelbnasenalbatros genannt, ist eine große Meeresvogelart aus der Familie der Albatrosse, die über dem südlichen Indischen Ozean und zwischen Australien und Neuseeland über dem Südwestpazifik vorkommt.

Merkmale

Mit einer Gesamtlänge von 71 bis 81 Zentimetern, einer Flügelspannweite von 180 bis 215 Zentimetern und einem Gewicht von 2,49 bis 2,93 kg gehört der Kerguelenalbatros zu den kleineren Albatrossarten. Die Grundfärbung der Vögel ist weißlich bis sehr hellgrau. Die Flügel sind auf der Oberseite, an den Rändern der Unterseite und an den Spitzen schwärzlich. Der Schnabel ist schwarz, die Oberkante des Schnabels ist gelb, die hakenförmig gebogene Spitze des Oberschnabels ist orange bis rosa. Die Augen sind dunkelbraun. Die Geschlechter sehen gleich aus. Die Jungvögel ähneln den Erwachsenen, haben jedoch einen weißen Kopf und einen komplett schwarzen Schnabel. Verglichen mit seiner Schwesterart, dem über dem Südatlantik vorkommenden Gelbnasenalbatros (Thalassarche chlororhynchos), hat der Kerguelenalbatros einen fast weißen Kopf. Außerdem fehlt ihm die dunkle, tränenförmige Markierung unter dem Auge oder sie ist nur rudimentär vorhanden.[1]

Lebensraum und Lebensweise

Der Kerguelenalbatros brütet auf den Prinz-Edward-Inseln, den Crozetinseln, den Kerguelen, der Amsterdam-Insel und der Sankt-Paul-Insel im südlichen Indischen Ozean und lebt außerhalb der Brutsaison zwischen 30° und 50° südlicher Breite über dem Meer. Er ernährt sich vor allem von pelagischen Kalmaren und Fischen sowie von pelagischen Krebstieren. Ab August, vor allem jedoch im September, 16 bis 18 Tage vor Eiablage, kehren die monogamen Vögel zu ihren Brutkolonien zurück. Ihre aus Gras und Schlamm gebauten Nester errichten sie meist auf kahlen Klippen, hin und wieder auch in vegetationsreicher Umgebung. Das einzige Ei wiegt ca. 200 Gramm und wird im Schnitt 70 Tage lang von beiden Partnern bebrütet. Es ist weiß und hat am breiteren Ende kleine braune Punkte. Die Jungvögel schlüpfen im Dezember und werden nach etwa 115 Tagen Ende März bis Anfang April flügge. Die Jungvögel werden erst mit einem Alter von 9 Jahren geschlechtsreif.[1]

Systematik

Der Kerguelenalbatros wurde 1903 durch den britischen Zoologen Walter Rothschild als Thalassogeron carteri erstmals wissenschaftlich beschrieben. Er wurde lange Zeit als konspezifisch mit dem Gelbnasenalbatros angesehen, bekam 1998 aufgrund morphologischer und genetischer Unterschiede aber den Status einer eigenständigen Art.[2] In der Familie der Albatrosse (Diomedeidae) gehört der Kerguelenalbatros heute zur Gattung Thalassarche, die die kleineren, schlanker gebauten Albatrossarten umfasst.[1]

Gefährdung

Die IUCN schätzt den Bestand des Kerguelenalbatros als stark gefährdet ein. 2018 wurde geschätzt, dass es etwa 82.000 ausgewachsene, geschlechtsreife Exemplare gibt. Der Gesamtbestand ist innerhalb von drei Generationen um etwa die Hälfte zurückgegangen.[3] Ein Grund für den Bestandsrückgang ist die Langleinenfischerei.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d J. del Hoyo, C. Carboneras, F. Jutglar, N. Collar und G. M. Kirwan (2023). Indian Yellow-nosed Albatross (Thalassarche carteri), Version 1.0. In Birds of the World (F. Medrano und B. K. Keeney, Hrsg.). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi:10.2173/bow.yenalb3.01
  2. C. J. R. Robertson und G. B. Nunn (1998). Towards a new taxonomy for albatrosses. In Albatross: Biology and Conservation (G. Robertson and R. Gales, Hrsg.), Surrey Beatty and Sons, Chipping Norton, UK.
  3. Thalassarche carteri in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2018. Eingestellt von: BirdLife International, 2018. Abgerufen am 15. Dezember 2025.