Imamzadə-Mausoleum von Naxçıvan

Das Imamzadə-Mausoleum von Naxçıvan (aserbaidschanisch: Naxçıvan İmamzadə kompleksi oder İmamzadə türbəsi) ist ein architektonisch und historisch bedeutendes Bauwerk in der aserbaidschanischen Stadt Naxçıvan am Ufer des Aras-Flusses.

Geschichte und Architektur

Wie viele andere Denkmäler Aserbaidschans wurde auch das Imamzadə-Mausoleum von Naxçıvan im Baustil des 17.18. Jahrhunderts errichtet, der für die Zeit der Safawiden charakteristisch ist. Kennzeichnend für derartige Komplexe sind insbesondere die frühesten Grabkuppeln sowie die in ihrer Nähe errichteten Moscheen. Der quadratische Bau, dessen Form an eine gewölbte Kuppel und die charakteristischen Türme eines Mausoleums erinnert, bildet den Kern der Konstruktion. Die dekorative Gestaltung des zylindrischen Baukörpers ist analog zum Mausoleum von Barda (1322), das von Ahmad ibn Eyyub, einem Architekten aus Naxçıvan, errichtet wurde. Einer Inschrift am Eingang des Mausoleums zufolge begann der Bau im Jahr 1722 und wurde 1732 abgeschlossen.[1]

Die dem Monument angefügten Bauten wurden zu einem späteren Zeitpunkt errichtet und scheinen mehrfach rekonstruiert worden zu sein. Das Mausoleum, das sich in unmittelbarer Nähe des Komplexes befindet, kann ebenfalls den Bauten mit kuppelgedeckten Türmen zugeordnet werden, wobei das zentrale kompositorische Element – das Volumen eines achteckigen Turms, überdacht mit einer Kuppel – an Zwiebeltürme erinnert. Offenbar bildete das Gelände des Komplexes den Mittelpunkt mehrerer Bestattungsanlagen. Es existierte ein mittelalterlicher Friedhof rund um die Anlage, der jedoch bis heute nicht überdauert hat. Im Mittelalter diente der Ort sowohl als Siedlung und zugleich als spirituelle Verehrungsstätte für lokale Derwische.[2]

Literatur

  1. К.М. Мамед-заде: Строительное Искусство Азербайджана( с древнейших времен до XIX в.). Элм, Баку 1983, S. 234.
  2. А. В. Саламзаде: Архитектура Азербайджана XVI-XIX вв./ Памятники Нахичеванской школы азербайджанского зодчества. Изд-во Академии наук Азербайджанской ССР, Баку 1964, S. 58–59.