Il n’y a pas d’ombre dans le désert

Film
Titel Il n’y a pas d’ombre dans le désert
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2023
Länge 101 Minuten
Stab
Regie Yossi Aviram
Drehbuch Yossi Aviram
Valeria Bruni Tedeschi
Alexandre Maneville
Produktion Yaël Fogiel
Laetitia Gonzalez
Musik Xavier Klaine, Olivier Robert, Ruth Rosenthal
Kamera Damien Dufresne
Schnitt Thomas Marchand
Besetzung
  • Yona Rozenkier: Ori
  • Valeria Bruni Tedeschi: Anna Saboczy
  • Germaine Unikovsky: Batya, Oris Mutter
  • Jackie Berroyer: Lászlò, Annas Vater
  • Alexander Aviram: Andres Andorian, Angeklagter
  • Roni Alter: Enkelin des Angeklagten
  • Zohar Wexler: Maître Weinstock
  • Menachem Lang: Maître Flumin
  • Merav Shirom: Ruth
  • Yoel Rozenkier: Hanoch
  • Fantine Gelu: Sophia

Il n’y a pas d’ombre dans le désert (deutsch = ‚Es gibt keinen Schatten in der Wüste‘), internationaler Titel No shade in the desert, ist ein französischer Spielfilm von Yossi Aviram, der im Oktober 2023 in Haifa auf dem International Filmfestival seine Premiere hatte.

Handlung

In Jerusalem findet ein Prozess gegen einen Mann statt, der im Juli 1944 in Ungarn an der Ermordung von 1.200 Juden beteiligt gewesen sein soll. Angereist zu dem Prozess ist die französische Journalistin Anna, deren Vater als Zeuge aussagen soll. Der Angeklagte Andres Andorian war 1948 unter falschem Namen nach Israel eingereist, lebte seit 50 Jahren bei Tel Aviv, war Offizier in den israelischen Streitkräften und hatte am Sechstagekrieg teilgenommen. Jetzt steht er als Neunzigjähriger wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht.

Auch Ori, dessen Verhältnis zu seiner Frau zerrüttet ist und der gerade einen Suizidversuch begangen hat, begleitet seine Mutter zum Gericht, die dort ebenfalls aussagen soll. Auf der Zuschauertribüne fällt sein Blick auf Anna, mit der ihn vor 20 Jahren in Turin eine leidenschaftliche Affäre verbunden hat. Anna jedoch streitet vehement ab, ihn jemals gesehen zu haben. In der Hoffnung, ihrer Geschichte auf den Grund zu kommen und Anna zu zwingen, sich der „Wahrheit“ zu stellen, entführt Ori Anna in die Wüste Negev.

Produktion

Produziert wurde der Film von CALA Filmproduktion und Les Films du Poisson. Il n’y a pas d’ombre dans le désert ist der erste Spielfilm, den Aviram nach seinem Debütfilm La Dune (2013) gedreht hat. Das Drehbuch erarbeitete er gemeinsam mit Valeria Bruni Tedeschi auf der Grundlage eines Jahre alten Szenarios, in dem es um die Entführung einer Journalistin geht, das er vor geraumer Zeit entwickelt hatte und das als ungeeignet für eine Verfilmung abgelehnt worden war. Wie der Regisseur in einem Interview mit Emmanuel Finkielkraut sagt, habe er sich vor Drehbeginn intensiv mit Dokumentationen über die Prozesse gegen Eichmann und Demjanjuk befasst.[1]

Damien Dufresne (* 1976) war Director of Photography. Verantwortlich für die Musik war die israelische Pop-Gruppe Winter Family (Xavier Klaine, Olivier Robert und Ruth Rosenthal).

Die Dreharbeiten fanden im Palais de justice in Le Mans[2] und im Negev bei Mitzpe Ramon statt.[3]

Veröffentlichung

Premiere des Films war am 3. Oktober 2023 auf dem Haifa Film Festival[4], die Vorpremiere in Frankreich fand am 22. Februar 2024 in Orléans statt.[5] Der Film kam dann ab dem 28. Februar 2024 In Paris und im Großraum Paris in einige Kinos und wurde von insgesamt 6.000 Besuchern gesehen[6], verschwand aber schnell wegen mangelnden Publikumsinteresses aus den Kinos.[7]

2024 brachte das Label Arcadès / Blaq Out eine DVD in hebräischer Sprache mit französischen Untertiteln heraus. Die DVD enthält als Bonus-Material ein Interview mit dem Regisseur (23 Minuten).

Kritik

Clarisse Fabre von Le Monde bezeichnet den Film als eine Romanze, verankert in einem Prozess gegen einen alten Nazi, die sich auf dem schwankenden Boden eines Road-Movies entfalte, bevor sie durch die Form, die rätselhafte Geschichte und Fantasie bezaubere. Der Film atme Leben, und das sei der französisch-italienischen Schauspielerin geschuldet. Ihr Spiel sei weniger exzentrisch als bei ihr üblich, sondern eine Mischung aus Stärke und Zerbrechlichkeit.[8]

Auch das Jewish Film Institute lobt das Spiel der beiden Hauptdarsteller und schreibt, was als Gerichtsdrama beginne, entwickle sich unerwartet in ein emotional mehrdeutiges Porträt einer Beziehung voller Enthüllung und Verschleierung.[9]

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Interview Yossi Aviram mit Emmanuel Finkiel in: Il n’y a pas d’ombre dans le désert / No Shade in the Desert Antti Alanen: Film Diary, März 2024, abgerufen am 21. September 2025.
  2. "Il n’y a pas d’ombre dans le désert": tournage au Mans avec l’aide la Région, Conseil régional des Pays de la Loire, abgerufen am 20. September 2025.
  3. Il n’y a pas d’ombre dans le désert AFC, 20. September 2025.
  4. n’y a pas d’ombre dans le désert letterboxd, abgerufen am 22. September 2025.
  5. Cinéma et audiovisuel Ciclic soutient „Il n’y a pas d’ombre dans le désert“ de Yossi Aviram: en avant-première et en salles le 22 février ciclic, 19. Februar 2024, abgerufen am 21. September 2025.
  6. Mickaël Lanoye: Test DVD: Il n’y a pas d’ombre dans le désert Critique-film, 25. Juli 2024, abgerufen am 20. September 2025.
  7. Virgil Dumez: Il n’y a pas d’ombre dans le désert: critique du film et test DVD (2024) cinedweller.com, abgerufen am 21. September 2025.
  8. Clarisse Fabre: lemonde.fr «Il n’y a pas d’ombre dans le désert»: une histoire d’amour trouble in: Le Monde. 28. Februar 2024, abgerufen am 22. September 2025.
  9. No Shade in the Desert, sfjff.org, abgerufen am 23. September 2025.