Ikkimel

Ikkimel (* 18. Mai 1997; bürgerlich Melina Gaby Strauß) ist eine deutsche Rapperin aus Berlin-Tempelhof.

Leben

Melina Gaby Strauß wurde am 18. Mai 1997 geboren.[1][2] Sie stammt aus Berlin-Tempelhof und besuchte das Beethoven-Gymnasium.[3] Nach dem Abitur absolvierte sie einen Kombinations-Bachelor in Deutscher Philologie und Sozial- und Kulturanthropologie mit dem Schwerpunkt Sprachwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Danach begann sie den Masterstudiengang Sprachwissenschaften und arbeitete ab 2018 im dortigen Labor für Gehirn- und Sprachforschung (Brain Language Laboratory).[4] Nach dem Tod ihres Vaters startete sie ihre Rap-Karriere unter dem Künstlernamen Ikkimel.

„Ich hab immer gern Rap gehört und Party gemacht, gerne gefreestyled mit Freunden etc. Anfang Corona ist mein Vater gestorben an Blutkrebs. Das war nach Jahren der Pflege dann der Punkt wo ich dachte man lebt nur einmal ich scheiß jetzt auf alles und mach einfach das was mir Spaß macht.“

Ikkimel[5]

2021 erhielt Ikkimel eine Förderung der Initiative Musik.[6] Sie veröffentlichte ihre ersten Singles 2022 und ließ am 5. Mai 2023 ihre erste EP Aszendent Bitch folgen.[7] 2023 wurde sie von Four Music (Sony Music) unter Vertrag genommen,[8] woraufhin sie mit der Single Keta und Krawall, produziert von Barré, debütierte und Platz 89 der deutschen Charts erreichte.[9]

Der Track Bezahlen von der 2024 erschienenen EP Hat sie nicht gesagt wurde im gleichen Jahr von der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI) in einem Radio-Wahlwerbespot anlässlich der Europawahl 2024 verwendet.[10]

Am 14. Februar 2025 erschien ihr Debütalbum Fotze. In der Kritik ist das Album überwiegend lobend besprochen worden. Hervorgehoben wird unter anderem die These, dass Ikkimel sexistische Sprache durch eine radikal weibliche Perspektive gegen diese wende. Ikkimel verortete ihre eigene politische Haltung selbst als „auf jeden Fall feministisch“.[8] Hinterfragt wurde jedoch, ob sie im Zuge dessen nicht doch den männlichen Blick weiblicher Sexualität reproduziere. Die Kritiker erkennen außerdem inhaltlich wie musikalisch Bezüge zu Interpretinnen wie Lady Bitch Ray, SXTN und Shirin David.[11][12][13]

Ikkimel gab 2024 an, mit ihrem Rapperkollegen Ski Aggu liiert zu sein.[14] Im Juni 2025 gaben beide bekannt, sich getrennt zu haben.[15]

Diskografie

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH
2025 Fotze
Four Music (Sony)
DE8
(13 Wo.)DE
AT14
(11 Wo.)AT
CH29
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 13. Februar 2025

Auszeichnungen

1 Live Krone

  • 2025: in der Kategorie „Bester Newcomer Act“
  • 2025: in der Kategorie „Bester Partysong“ (Jiggy)
Commons: Ikkimel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Handelsregister - Abdruck, Amtsgericht Charlottenburg, Berlin, HRB 277952 – Ikkimel GmbH.
  2. Wegen Musikvideo-Dreh. Rapperin Ikkimel löst Polizeieinsatz aus. In: Der Spiegel. 4. September 2025, abgerufen am 29. September 2025.
  3. Melina Strauß: Projekttag Kunst der 9. Klassen: „Entdecke die Möglichkeiten“. In: Das Elternblatt der Beethoven-Oberschule. Hrsg.: Der Vorstand der Gesamtelternvertretung des Beethoven-Gymnasiums. Nr. 53, November 2011, S. 15, Sp. 2 (beethoven-gymnasium.eu [PDF; 1,1 MB]).
  4. Melina Strauß. In: geisteswissenschaften.fu-berlin.de. 27. Mai 2020, abgerufen am 22. Dezember 2024.
  5. Octavius Hallenstein: Ikkimel hat ihren an Blutkrebs erkrankten Vater bis zu seinem Tod gepflegt. In: raptastisch.net. 12. Mai 2025, abgerufen am 4. September 2025.
  6. Ikkimel: Feminismus mit ganz viel F! In: MDR. 9. Januar 2025, abgerufen am 4. November 2025 (deutsch).
  7. Chiara Menner: Ikkimel – Aszendent B*tch. In: hiphop.de. 5. Mai 2023, abgerufen am 7. Oktober 2023.
  8. a b Alba Wilczek: Fotzenrap vs. Feminismus: Ikkimel rappt über Sex – warum das vielen zu krass ist. In: Bayern 2. Zündfunk. 14. Februar 2025, abgerufen am 26. August 2025.
  9. Micha Wagner: Empfehlung des Tages: Ikkimel – Keta und Krawall. In: Diffus. 29. September 2023, abgerufen am 7. Oktober 2023.
  10. Gerichtlich bestätigt: Hessischer Rundfunk muss Wahlwerbespot von Die PARTEI ausstrahlen. Pressemitteilung der Kanzlei Prigge Recht als Vertreter von Die PARTEI, 15. Mai 2024, abgerufen am 15. Mai 2024.
  11. Thore Rausch: Neues Album von Ikkimel. Tut weh, lohnt sich trotzdem. Das am Valentinstag erscheinende Album „Fotze“ nennen, muss das sein? Niemand provoziert derzeit so wie die Rapperin Ikkimel. In: Süddeutsche Zeitung Online. 14. Februar 2025, abgerufen am 15. Februar 2025.
  12. Miriam Davoudvandi: Ikkimels Debütalbum: Als hätten der Rapper Frauenarzt und Paris Hilton ein Kind bekommen. In: Der Spiegel. 14. Februar 2025 (spiegel.de [abgerufen am 15. Februar 2025]).
  13. Maja Goertz: Ikkimel: Sie hat „Fotze“ gesagt. Auf ihrem Debüt inszeniert Ikkimel jenen Keta-Krawall, den man schon seit zwei Jahren von ihr kennt. Erst am Ende zeigt sich: Die Rapperin kann auch Katerstimmung. Eine Rezension. In: Die Zeit. Z+. Hamburg 14. Februar 2025 (zeit.de [abgerufen am 15. Februar 2025] Artikelanfang frei abrufbar).
  14. TIKonline.de: Ikkimel: Freundin von Ski Aggu? Das sagt sie selbst dazu… Die freche Rapperin im Interview! (ab 0:02:06) auf YouTube, 24. Oktober 2024, abgerufen am 14. September 2025 (deutsch; Video nicht mehr verfügbar; Laufzeit: 3:12 min).
  15. Octavius Hallenstein: Beziehung beendet - Ski Aggu und Ikkimel haben sich offiziell getrennt. In: Raptastisch. 4. Juni 2025, abgerufen am 6. Dezember 2025.