Ikersuaq (Fjord)

Ikersuaq
Gewässer Labradorsee, Atlantischer Ozean
Landmasse Grönland
Geographische Lage 61° 0′ N, 46° 5′ W
Breite 5 km
Länge 79 km

Der Ikersuaq (nach alter Rechtschreibung Ikerssuaĸ; „große Bredning[1]“; dänisch Bredefjord) ist ein grönländischer Fjord im Distrikt Narsaq in der Kommune Kujalleq.

Geografie

Der Ikersuaq entspringt im äußersten Norden des eisfreien Gebiets der Kommune Kujalleq. Er wird im Norden vom Fjord Sermilik (Nordre Sermilik) gespeist, der an zwei Gletschern vom Inlandeis entspringt. Daneben liegen im Ursprungsbereich des Ikersuaq die Buchten oder kurzen Fjorde Tasiusaq, Tasiusaarsuk, Kangerlua und Eqaluit Iluat, an deren Ufern mehrere Schäfersiedlungen liegen. Von dort aus fließt der Fjord äußerst geradlinig nach Westsüdwesten. Nach etwa 20 km mündet von Norden der der Kangerluarsuk. Nach etwa 30 km ist der Fjord über den Narsap Ikerasaa, an dem die Stadt Narsaq liegt, mit dem Tunulliarfik verbunden. Dahinter liegt im Norden ein Fjord- und Sundsystem mit mehreren Inseln, während im Süden die große Insel Tuttutooq liegt. Nach etwa 48 km mündet von Norden der Fjord Qalerallit Imaat in den Ikersuaq. Nach dem Zufluss mehrerer weiterer kleinerer Fjorde und Sunde mündet der Fjord nach knapp 80 km südöstlich von Qassimiut in die Labradorsee. Auf seinem letzten Stück bildet er einen Teil der Grenze zwischen dem Distrikt Narsaq und dem Distrikt Qaqortoq.[2]

Geschichte

Der Tunulliarfik wurde im Mittelalter von den Grænlendingar besiedelt, die ihn Breiðafjǫrðr („Breitenfjord“) nannten, woraus sich der spätere dänische Name Bredefjord entwickelte. Archäologische Spuren belegen auch eine Besiedelung durch die Thule-Kultur nach dem Mittelalter.[3][4] In der Kolonialzeit lagen im Fjord keine kolonialen Siedlungen, allerdings befanden sich vor allem an der Nordküste mehrere Wohnplätze, die jedoch größtenteils bereits im 19. Jahrhundert aufgegeben wurden. Einzig Niaqornaq, Tullerunnat und Qarmat waren noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnt.

Einzelnachweise

  1. Das dänische Wort bredning bezeichnet eine innerhalb eines Sunds oder Fjords gelegene Verbreiterung ähnlich einem Bodden.
  2. Nunat Aqqi. Karte über die vom Grönländischen Ortsnamenausschuss offiziell anerkannten Ortsnamen. Oqaasileriffik.
  3. Rasmus Ole Rasmussen: Ikersuaq. Danmarks Nationalleksikon.
  4. Nunniffiit (Karte der archäologischen Fundstellen in Grönland). Grönländisches Nationalmuseum und -archiv.