Ichneumon sarcitorius
| Ichneumon sarcitorius | ||||||||||||
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Ichneumon sarcitorius ♀ | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Ichneumon sarcitorius | ||||||||||||
| Linnaeus, 1758 |
Ichneumon sarcitorius ist eine Schlupfwespe aus der Unterfamilie der Ichneumoninae. Die Art wurde von Carl von Linné im Jahr 1758 beschrieben.[1]
Merkmale
Die Art weist einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus mit unterschiedlichen Färbungen der Männchen und Weibchen auf. Die Schlupfwespen besitzen eine schwarze Grundfärbung. Beide Geschlechter weisen ein weißlich-gelb gefärbtes Scutellum sowie einen weißlich-gelben Längsfleck unterhalb der Vorderflügeleinlenkung auf. Die Palpen sind gelbrot gefärbt. Das Pterostigma sowie die Costa der Vorderflügel sind gelbrot gefärbt. Das Areolet ist fünfeckig.
Für die Männchen gilt: Die schlankeren Männchen sind etwa 14 mm lang. Das Gesicht weist drei große weißlich-gelbe Flecke auf, die durch schmale schwarze Streifen voneinander getrennt sind. Zwei Flecke erstrecken sich von den Augeninnenrändern bis nahe der Gesichtsmitte. Der dritte Fleck verläuft quer über den Clypeus mit einem flachen schwarzen Dreieck mittig darunter. Der Scapus, das basale Fühlerglied, ist ventral gelb gefärbt. Die Geißelglieder sind dorsal schwarz sowie ventral gelbrot gefärbt. Die Männchen weisen eine Mimikry auf und ähneln mit ihrem schwarz-gelb gestreiften Hinterleib Faltenwespen (Vespidae). Die Tegulae sind weißlich-gelb gefärbt. Vor der Einlenkung der Vorderflügel befindet sich zusätzlich ein unscheinbarer weißlich-gelber Längsfleck. Am Hinterrand des Petiolus (Stielchenglied) befindet sich seitlich jeweils ein kleiner weißlich-gelber Fleck. An den Hinterrändern der Gastertergite 1 und 2 befindet sich jeweils ein weißlich-gelbes Band. Diese sind mittig eingeschnürt. Am Hinterrand von Gastertergit 3 befindet sich eine aus zwei schmalen weißlich-gelben Längsflecken bestehendes unterbrochenes Band. Das Gastertergit 4 ist vollständig schwarz gefärbt. Das Gastertergit 5 weist am Hinterrand ein breiteres weißlich-gelbes Band auf. An den Gastertergiten 6 und 7 befindet sich jeweils ein weißlich-gelbes Band, die auch unterbrochen sein können. Alle Coxae und Trochanteren sind schwarz. Der restliche Teil der Vorder- und Mittelbeine ist gelb oder gelbrot. Die hinteren Femora sind basal gelbrot sowie apikal schwarz gefärbt. Die hinteren Tibien sind auf den basalen zwei Dritteln gelb sowie auf dem apikalen Drittel schwarz gefärbt. Die hinteren Metatarsen sind gelb. das zweite hintere Tarsenglied ist gelb mit einem verdunkelten apikalen Ende. Die restlichen hinteren Tarsenglieder sind mehr oder weniger vollständig verdunkelt.
Die etwas korpulenteren Weibchen sind mit einer Länge von etwa 10 mm gewöhnlich etwas kürzer als die Männchen. Der Kopf ist schwarz. Die Mandibelspitzen sind gelblich. Ihr Hinterleib weist zwei breite rote Bänder auf der Oberseite des Hinterleibs auf. Nahe dem Hinterleibsende befindet sich noch ein schmaleres weißes Band. Die beiden basalen Gastersternite sind elfenbeinfarben aufgehellt. Der kurze Legebohrer ist gewöhnlich nicht erkennbar. Die Fühler sind dreifarbig. Scapus und Pedicellus sind schwarz. Die etwa 7 basalen Geißelglieder sind hellrot. An diese schließt sich eine weiße Fühlerbinde bestehend aus etwa 6 Geißelgliedern an. Die etwa 22 apikalen Geißelglieder sind schwarz. Alle Coxae und Trochanteren sind schwarz. Der restliche Teil der Vorder- und Mittelbeine ist gelbrot. Die Hinterbeine sind überwiegend gelbrot gefärbt. Lediglich das apikale Ende der hinteren Femora und hinteren Tibien ist schwarz.
Verbreitung
Ichneumon sarcitorius ist in Europa weit verbreitet. Das Vorkommen reicht von den Britischen Inseln und Fennoskandinavien im Norden bis auf die Iberische Halbinsel und den nördlichen Mittelmeerraum sowie die nördliche Schwarzmeerregion im Süden.[1]
Lebensweise
Die Schlupfwespen beobachtet man von Mai bis Oktober, häufig an Doldenblütlern. Ichneumon sarcitorius ist ein Endoparasitoid von Puppen aus den Schmetterlingsfamilien Erebidae und Noctuidae. Zu den bekannten Wirtsarten gehören unter anderem der Schwammspinner, der Breitflügelige Fleckleibbär, das Ausrufungszeichen, die Gothica-Kätzcheneule, die Triangel-Bodeneule und die Kieferneule.[2] Die Larvalentwicklung dauert gewöhnlich einen knappen Monat. Die Weibchen überwintern als Imago.
Einzelnachweise
- ↑ a b Ichneumon sarcitorius Linnaeus, 1758. In: www.gbif.org. Global Biodiversity Information Facility (GBIF), abgerufen am 7. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ James Keith Lindsey: Ichneumon confusor. www.commanster.eu, abgerufen am 7. Oktober 2025 (englisch).
Weblinks
- Ichneumon sarcitorius Linnaeus, 1758 (an ichneumon wasp). In: www.bioimages.org.uk. Abgerufen am 6. Oktober 2025 (englisch). – Makroaufnahmen
- Andreas Haselböck: Ichneumon sarcitorius / Flicken-Schlupfwespe. In: www.naturspaziergang.de. Abgerufen am 6. Oktober 2025.
- Marion Friedrich: Ichneumon sarcitorius Linnaeus, 1758 Flicken-Schlupfwespe. In: arthropodafotos.de. Abgerufen am 6. Oktober 2025.
- Flicken-Schlupfwespe. In: www.digital-nature.de. Abgerufen am 6. Oktober 2025.
- Ichneumon sarcitorius. In: naturespot.org.uk. NatureSpot – wildlife and wild places of Leicester & Rutland, abgerufen am 6. Oktober 2025 (én).