Ibéyise Pacheco
Ibéyise Pacheco (geb. 29. Januar 1961 in Caracas) ist eine venezolanische Journalistin und Autorin mit Schwerpunkt auf investigativem Journalismus. Aufgrund ihrer Opposition gegen die Regierungen von Hugo Chávez und Nicolás Maduro wurde sie mit der Politik in Verbindung gebracht.[1]
Biografie
Ibéyise Pacheco schloss ihr Studium der Sozialkommunikation an der Zentraluniversität von Venezuela mit 25 Jahren ab. Zu dieser Zeit interessierte sie sich auch für Literatur und erhielt ein Stipendium für Erzählkunst am Centro de Estudios Latinoamericanos Rómulo Gallegos (CELARG). Während ihres Studiums arbeitete sie als Korrekturleserin für die Zeitung El Universal und als Autorin für verschiedene Telenovelas beim Fernsehsender RCTV.[2]
Nach ihrem Abschluss 1986 begann sie ihre berufliche Laufbahn als Investigativjournalistin bei El Diario de Caracas. Ihre Berichterstattung und Veröffentlichung ihres ersten Falls Los Pozos de la muerte (Die Todesbrunnen) über die Suche nach und den Fund der Leichen von Menschen, die in Zulia von der Staatspolizei verschleppt worden waren, hatte bedeutende internationale Auswirkungen.[3] 1988 wurde Pacheco für ihre Arbeit im Fall Manzopol, der Erpressung und Drogenhandel mit Verbindungen zur Polizei aufdeckte, mit dem Nationalen Journalistenpreis in der Kategorie Investigativer Journalismus ausgezeichnet. Die Ermittlungen führten zum Rücktritt des Justizministers José Manzo González.
Konfrontation mit der Regierung
Pacheco wurde während der Regierung von Hugo Chávez aufgrund ihrer Kommentare und Recherchen politisch verfolgt und sah sich 17 Gerichtsverfahren gegenüber. Diese Verfolgung setzte sich unter der Regierung von Nicolás Maduro fort; sie prangerte wiederholt in sozialen Netzwerken Angriffe der Machthaber an, wie etwa die Razzia in ihrem Haus in Colinas de Bello Monte, Caracas,[4] und das Hacken ihres Twitter-Accounts.
Persönlicher Angriff
Am 31. Januar 2002 wurde die Redaktion der von Pacheco geleiteten Zeitung Así es la noticia mit einem Sprengsatz angegriffen, der von zwei Personen auf einem Motorrad geworfen wurde. Dies geschah einen Tag, nachdem sie und die Journalistinnen Patricia Poleo, Marta Colomina und Marianella Salazar ein Video über Gespräche zwischen der venezolanischen Armee und der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC veröffentlicht hatten.
Bücher
- Bajo la Sotana. ¡Las Confesiones del Padre Pablo!
- Sangre en el Diván: El extraordinario caso del doctor Chirinos
- El grito ignorado
- Demente criminal