IS-2 (Panzer)

IS-2

Sowjetischer IS-2M

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4 (Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer)
Länge 9,90 m
Breite 3,09 m
Höhe 2,73 m
Masse 46 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 20–120 mm
Hauptbewaffnung 1 × 122-mm-Kanone D-25T
Sekundärbewaffnung 1 × 12,7-mm-DSchK-Maschinengewehr

2 × 7,62-mm-DP-Maschinengewehr

Beweglichkeit
Antrieb Dieselmotor W-2IS
520 PS (382 kW)
Federung Drehstabfederung
Geschwindigkeit 37 km/h (Straße), 19 km/h (Gelände)
Leistung/Gewicht 11,3 PS/Tonne
Reichweite 240 km

Der schwere sowjetische Panzer IS-2 (JS-2) (von Iossif Stalin; deutsch Josef Stalin) war ein schwerer Panzer aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Das Fahrzeug wurde unter dem ursprünglichen Namen IS-122 (Objekt 240) aus dem IS-1 (IS-85; Objekt 237) weiterentwickelt und ist der wichtigste Vertreter der IS-Serie.

Entwicklung

Nachdem auf deutscher Seite seit 1942 Fahrzeuge von den Typen Tiger und Panther zum Einsatz kamen, wuchs der Bedarf nach einem neuen schweren Panzer für die Rote Armee.

IS-2 (Modell 1943)

Da der Geschützturm des IS-1 (IS-85) Platz für ein größeres Geschütz bot und mit dessen 85-mm-Kanone D-5T der mittelschwere T-34-85 ausgestattet werden sollte, plante man ein Nachfolgermodell mit einem 100- (IS-100) oder 122-mm-Geschütz (IS-122) zu entwickeln. Im Oktober und November 1943 fanden dann Beschusstests mit der 122-mm-Kanone M1931/37 (A-19) und der 100-mm-Feldkanone BS-3 an einem erbeuteten deutschen Panther statt, worauf man sich für das Kaliber 122mm entschied. Die Produktion des neuen IS-122 (Objekt 240) begann im November 1943 im Tscheljabinsker Traktorenwerk.[1] Anfang 1944 wurde dieser dann in IS-2, beziehungsweise genauer in IS-2 Modell 1943 umbenannt.

IS-2 (Modell 1944)

Bei den ersten Einsätzen Anfang 1944 zeigte sich eine unerwartet hohe Verlustrate, besonders auch gegen die kleineren deutschen 7,5-cm-Kanonen der StuG III und Panzerkampfwagen IV sowie der ähnlichen 7,5-cm-PaK 40. Bei vielen Tests und Beschussversuchen der Konstruktionsbüros wurde die Ursache in der ungünstigen stufenförmigen frontalen Wannenpanzerung gefunden. Diese verlief mit 60 mm Wandstärke bei 18° Neigung erst recht flach, um dann um die ausfahrbare Sichtluke des Fahrers mit 120 mm bei 60° steil anzusteigen.

Neben kleineren Verbesserungen des Hauptgeschützes wurde somit bei späteren Versionen ab Juni 1944 die Wannenfrontpanzerung neu konstruiert; die obere Bugplatte verlief nun gleichmäßig, war 100 mm dick und in einem Winkel von 30° ausgerichtet.[1]

IS-2M

Da sich die späteren Nachfolgermodelle IS-3 und IS-4 aufgrund technischer Mängel nicht in erwünschten Zahlen produzieren ließen, entschied man sich 1954 für die Modernisierung des IS-2. Im Jahr 1957 wurden die Fahrzeuge dann unter der Bezeichnung IS-2M auf den technischen Stand jener Zeit gebracht.[1]

Produktion

Die Produktion des IS-2 begann im November 1943. Bis Kriegsende wurden insgesamt 2.252 Fahrzeuge produziert. Etwa die Hälfte [1]

Einsatz

Der erste Einsatz des IS-2 fand im Februar 1944 bei der Kesselschlacht von Tscherkassy statt. Später soll eine Einheit von 10 IS-2 zwischen April und Mai 1944 insgesamt 41 Tiger- und Ferdinand-Panzer bei acht Eigenverlusten vernichtet haben.[1]

In den Kämpfen bei Târgu Frumos im Mai 1944 wurde der erste IS-2 von den Deutschen erbeutet und kurz darauf von Heinz Guderian persönlich inspiziert.[1] Der General der Panzertruppe Hasso von Manteuffel berichtet in seinen Erinnerungen, dass bei jenen Kämpfen die von ihm kommandierte Division Großdeutschland auf sieben IS-2 traf, die für ihn „die Vorherrschaft des Tigers“ brachen. Er ließ von den erbeuteten Panzern Bilder machen und führte sie zusammen mit einem Geschoss, um „die Größe der Kolosse“ zu veranschaulichen, Adolf Hitler auf dem Berghof vor.[2]

Technische Daten

Panzerkampfwagen IS-2[3]
0Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4
Gefechtsgewicht 46 t
Bodendruck 0,82 kg/cm²
Länge 9,90 m
Breite 3,09 m
Höhe 2,73 m
Bodenfreiheit 42 cm
Kettenbreite 65 cm
0Bewaffnung
Hauptbewaffnung 122-mm-Kanone
Sekundärbewaffnung 4 × MG
Kampfbeladung HW 28 Geschosse
Kampfbeladung MG 2631 Schuss
0Fahrleistung
Motor W-2IS, Diesel
Kühlung Wasser
Hubraum 38,9 l
Bohrung × Hub 150 mm × 180 mm
maximale Drehzahl 2200/min
PS 520 PS
Literleistung 13,4 PS/l
Leistungsgewicht 11,3 PS/t
Getriebe 8V, 2R (acht Vorwärts- zwei Rückwärtsgänge)
Höchstgeschwindigkeit Straße 37 km/h
Höchstgeschwindigkeit Gelände 19 km/h
Kraftstoffvorrat 820 l
Reichweite Straße 240 km
Reichweite Gelände 210 km
Lenkung Lenkbremsen
Laufrollen 6
Federung Torsionsstäbe
Watfähigkeit 130 cm
0Panzerung
Wannenbug 30–60° 60–120 mm (später 120 mm)
Wannenseite 75–90° 90 mm
Wannenheck 41–49° 60 mm
Wannenboden 20 mm
Turmfront 100 mm
Turmseite 72° 90 mm
Turmheck 60° 90 mm
Turmdach 30 mm
Stückzahl 3475

Siehe auch

Literatur

  • Mikhail Baryatinskiy: The IS-Tanks IS-1, IS-2, IS-3 Russian Armour Volume 1. Ian Allan Publishing Ltd., Hersham 2006, ISBN 0-7110-3162-2.
  • Chris Bishop (Hrsg.): Waffen des zweiten Weltkriegs: eine Enzyklopädie. über 1500 Waffensysteme: Handfeuerwaffen, Flugzeuge, Artillerie, Kriegsschiffe, U-Boote. Dt. Erstausg. Auflage. Bechtermünz, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-5385-9 (Originaltitel: The Encyclopedia of weapons of World War II: the comprehensive guide to over 1,500 weapons systems, including tanks, small arms, warplanes, artillery, ships, and submarines. 1998. Übersetzt von Neumann & Nürnberger).
  • M. Swirin: Panzer Iosef Stalin. Exprint, Moskau 1999, ISBN 5-85729-031-7.
Commons: IS-2 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. a b c d e f David.B: IS-2. In: Tank Encyclopedia. 30. Juni 2014, abgerufen am 9. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  2. Hasso von Manteuffel: Panzerkampf im Zweiten Weltkrieg. Schnellbach 2007, S. 125.
  3. Thomas L. Jentz: Die deutsche Panzertruppe 1943–1945. Podzun-Pallas Verlag, 1999, ISBN 3-7909-0624-7, S. 279.