Hygrohypnum ochraceum

Hygrohypnum ochraceum

Hygrohypnum ochraceum

Systematik
Klasse: Bryopsida
Unterklasse: Bryidae
Ordnung: Hypnales
Familie: Amblystegiaceae
Gattung: Hygrohypnum
Art: Hygrohypnum ochraceum
Wissenschaftlicher Name
Hygrohypnum ochraceum
(Turner ex Wilson) Loeske

Hygrohypnum ochraceum (Synonym Hygrohypnella ochracea, deutsch Rostgelbes Wasserschlafmoos, Ockerfarbenes Bachmoos) ist eine Laubmoos-Art aus der Familie Amblystegiaceae.

Systematik

Hygrohypnum ochraceum wurde 2004 von Ignatov und Ignatova aus der Gattung Hygrohypnum herausgenommen und in die neu geschaffene Gattung Hygrohypnella Ignatov & Ignatova in die Familie Scorpidiaceae gestellt. Der neue Name ist Hygrohypnella ochracea Ignatov & Ignatova.[1] Derzeit ist diese Änderung in verschiedenen Florenwerken nur zum Teil berücksichtigt.

Merkmale

Die Art wächst an Wasserstandorten und ist sehr variabel. Sie bildet mit den mäßig kräftigen, grünen bis gelblichgrünen oder bräunlichen Pflanzen lockere oder dichte, oft ausgedehnte Rasen. Die niederliegenden bis aufsteigenden Stämmchen sind unregelmäßig verzweigt und an der Spitze einseitswendig gekrümmt. Der Stämmchenquerschnitt zeigt einen auf wenige Zellen reduzierten Zentralstrang und eine hyaline Außenrinde. Die Blätter sind dicht gestellt und aufrecht abstehend, einseitswendig sichelförmig und eiförmig bis eilanzettlich mit etwas stumpfer Spitze, leicht faltig und hohl. Die Ränder sind flach und ganzrandig, nur an der Spitze manchmal schwach gezähnt. Die Blattrippe ist kräftig, doppelt oder einfach und oben gegabelt. Sie reicht bis zur Blattmitte oder etwas höher. Die Blattzellen sind in der Blattmitte eng linealisch geschlängelt mit stumpfen Enden und mäßig dickwandig, in der Blattspitze und am Blattgrund sind sie kürzer. Die Blattflügel sind schwach abgesetzt und weisen wenige aufgeblasene, hyaline, dünnwandige und hinfällige Zellen auf.

Die Geschlechterverteilung ist diözisch. Die Art fruchtet sehr selten. Die Seta ist bis 3 Zentimeter lang, die ockerfarbene Kapsel ist eilänglich und geneigt, der Deckel kegelig mit Warze. Die fein papillösen Sporen sind 14 bis 23 Mikrometer groß.

Standortansprüche

Hygrohypnum ochraceum wächst in nicht zu schnell fließenden Bächen und Flüssen, bevorzugt auf Silikatgestein, selten auf Kalkgestein, weiters auch auf Holz, an Wehren und Uferbefestigungen. Es verträgt auch eine mäßige Gewässerverschmutzung.

Verbreitung

In Deutschland ist das Moos in den höheren Silikatmittelgebirgen verbreitet, sonst selten. In Österreich ist es in den Zentralalpen und in der Böhmischen Masse zerstreut bis selten, schwerpunktmäßig in montanen Höhenlagen. In den Alpen steigt es hinauf bis auf 2000 Meter Seehöhe. Für die Schweiz werden nur wenige Funde angegeben[2].

Weltweit kommt die Art auf der Nordhalbkugel von Europa über Asien bis Nordamerika vor. In Südeuropa sind die Vorkommen auf die Gebirge beschränkt.

Einzelnachweise

  1. Checklist of Bryophytes of Europe, Macaronesia and Cyprus, S. 58
  2. https://www.swissbryophytes.ch/index.php/de/verbreitung?taxon_id=nism-1556

Literatur

  • Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey: Moosflora (= UTB. 1250). 4., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8252-1250-5.
  • Martin Nebel, Georg Philippi (Hrsg.): Die Moose Baden-Württembergs. Band 2: Spezieller Teil (Bryophytina II, Schistostegales bis Hypnobryales). Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3530-2.
Commons: Hygrohypnum ochraceum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien