Hygrohypnum duriusculum

Hygrohypnum duriusculum

Hygrohypnum duriusculum

Systematik
Klasse: Bryopsida
Unterklasse: Bryidae
Ordnung: Hypnales
Familie: Amblystegiaceae
Gattung: Hygrohypnum
Art: Hygrohypnum duriusculum
Wissenschaftlicher Name
Hygrohypnum duriusculum
(De Not.) D.W.Jamieson

Hygrohypnum duriusculum (Synonym Platyhypnum duriusculum, deutsch Breites Wasserschlafmoos, Steifes Bachmoos) ist eine Laubmoos-Art aus der Familie Amblystegiaceae.

Merkmale

Hygrohypnum duriusculum wächst an Wasserstandorten und bildet glänzende, grüne oder bräunliche bis goldfarbene Rasen. Die mäßig kräftigen und zähen Pflanzen sind unregelmäßig verzweigt, niederliegend und an der Spitze aufsteigend. Der schwärzliche Stämmchengrund ist oft entblättert. Nasse Pflanzen sind eher weich, trockene dagegen ziemlich starr. Der Stämmchenquerschnitt weist einen kleinzelligen Zentralstrang und eine meist dreischichtige kleinzellige Rinde auf; eine hyaline Außenrinde fehlt.

Die Blätter der aufsteigenden, geschwollenen und stumpfen Äste sind dicht gestellt, aufrecht abstehend und oft einseitswendig. Sie sind aus schmaler, etwas herablaufender Basis breit oval bis fast kreisförmig, mit kleiner, breiter und stumpfer Spitze, nicht faltig, manchmal schwach hohl. Die flachen Ränder sind ganzrandig, nur in der Blattspitze manchmal etwas gezähnelt. Die Blattrippe ist dünn, meist ungleich zweischenkelig, wobei der längere Schenkel höchstens bis zur Blattmitte reicht.

Die Zellen der Blattmitte sind linealisch wurmförmig mit stumpfen Enden und dickwandig, die der Blattspitze sind deutlich kürzer. Die Blattflügel weisen eine rundliche, gut begrenzte Gruppe von dickwandigen, getüpfelten, quadratischen bis abgerundet rechteckigen, gelblichen bis orangefarbenen oder bräunlichen Zellen auf.

Die Art fruchtet selten. Die Seta ist bis 12 Millimeter lang, die Kapsel elliptisch, hochrückig und zuletzt unter der Mündung verengt, der Deckel spitzkegelig mit Warze. Die papillösen Sporen sind 18 bis 22 Mikrometer groß.

Standortansprüche und Verbreitung

Die Art wächst in schnell fließenden Bächen mit klarem Wasser und an Wasserfällen. Sie besiedelt nasse, bespritze, überrieselte oder zeitweise überflossene Silikatblöcke und -felsen.

In Deutschland ist der Verbreitungsschwerpunkt im Schwarzwald, hier ist sie zerstreut bis ziemlich verbreitet. In einigen anderen Gebirgen Deutschlands ist sie selten, in den übrigen Gebieten fehlt sie. In Österreich und der Schweiz ist sie in den Zentralalpen oft häufig. Der Lebensraum sind hauptsächlich subalpine und alpine Höhenlagen, nur selten steigt sie in tiefere Tallagen herab.

Weltweit kommt die Art auf der Nordhalbkugel von Europa über Asien bis Nordamerika vor. In Europa ist sie im Norden allgemein verbreitet, in den anderen Teilen sind die Vorkommen auf die Gebirge beschränkt.

Systematik

Hygrohypnum duriusculum wurde 2013 von Ochyra samt einigen anderen Hygrohypnum-Arten aus der Gattung Hygrohypnum herausgenommen und in die Gattung Platyhypnum gestellt mit dem neuen Namen Platyhypnum duriusculum (De Not.) Ochyra.[1] Derzeit ist diese Änderung in verschiedenen Florenwerken nur zum Teil berücksichtigt.

Einzelnachweise

  1. Checklist of Bryophytes of Europe, Macaronesia and Cyprus, S. 57f

Literatur

  • Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey: Moosflora (= UTB. 1250). 4., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8252-1250-5.
  • Martin Nebel, Georg Philippi (Hrsg.): Die Moose Baden-Württembergs. Band 2: Spezieller Teil (Bryophytina II, Schistostegales bis Hypnobryales). Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3530-2.
Commons: Hygrohypnum duriusculum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien