Hydrohalogenierung

Hydrohalogenierung ist eine chemische Reaktion bei der ein Halogenwasserstoff HX an eine ungesättigte Verbindung addiert wird. Je nachdem, welches Halogen konkret verwendet wird, spricht man von Hydrofluorierung (mit Fluorwasserstoff), Hydrochlorierung (mit Chlorwasserstoff), Hydrobromierung (mit Bromwasserstoff) und Hydroiodierung (mit Iodwasserstoff).

Reaktionsprinzip

Bei der Reaktion von eines Alkens mit einem Halogenwasserstoff entsteht ein Halogenalkan. In den meisten Fällen wird zunächst ein Kation gebildet. Dadurch, dass höher substituierte Kationen stabiler sind, führt dies meist zu Markovnikov-Selektivität. Liegt ein radikalischer Mechanismus vor, kommt es zur umgekehrten Selektivität. Dies ist häufig mit Bromwasserstoff der Fall, hier müssen meist Radikalfänger eingesetzt werden, um eine Markovnikov-Selektivität zu erzielen. Hydrohalogenierungen werden zum Teil unter Phasentransferkatalyse durchgeführt oder in Gegenwart von Siliciumoxid oder Aluminiumoxid; in letzterem Fall kann der Halogenwasserstoff auch in situ erzeugt werden, zum Beispiel aus Thionylchlorid, Oxalylchlorid, Trimethylsilylchlorid, Trimethylsilylbromid, Trimethylsilyliodid oder Phosphortriiodid.[1]

Bei der Hydrohalogenierung von Alkinen können zwei Moleküle HX addiert werden. Dabei werden in der Regel geminale Dihalogenide erhalten, das heißt beide Halogenatome sind an das selbe Kohlenstoffatom gebunden.[2]

Anwendung

Hydrohalogenierungen durch Addition von Halogenwasserstoffen an Alkene haben nur eine geringe synthetische Bedeutung, da die Selektivität oft gering ist, was zum Teil noch durch Umlagerungen verschärft wird.[1]

Einzelnachweise

  1. a b Alan R. Katritzky, Otto Meth-Cohn, Charles Wayne Rees: Comprehensive Organic Functional Group Transformations: Synthesis: carbon with one heteroatom attached by a single bond. Elsevier, 1995, ISBN 978-0-08-042323-4, S. 4 (google.de [abgerufen am 31. Dezember 2025]).
  2. Michael Leonard: Introductory Organic Reaction Mechanisms: A color-coded approach to arrow pushing. Lulu.com, 2013, ISBN 978-1-304-51589-6, S. 119–121 (google.de [abgerufen am 31. Dezember 2025]).