Humboldtstraße 40 (Weimar)

Das Haus Humboldtstraße 40 ist eine Villa im neobarocken Reformstil in der Weimarer Westvorstadt. Die Villa wird auch Villa Ehrhardt[1] oder Villa Klaus genannt.[2]

Geschichte

Der großherzogliche Kommissionsrat und Baurat Max Ehrhardt (1966–1932), der den Entwurf lieferte, war zugleich Bauherr der Villa auf dem Böckelsberg bzw. Gelmerodaer Berg. Die Villa in der Humboldtstraße wurde 1909/10 errichtet. Im Jahr 1945 wurde die Villa kurzzeitig als Armeelazarett genutzt. Ab 1957 war sie Verwaltungssitz der Messerfabrik Josef Klaus. Für die Produktion baute man 1968 auf dem westlichen Grundstücksteil ein Fabrikgebäude, das 2003 abgerissen wurde.

Architektur

Der eingeschossige, vollständig unterkellerte Ziegelbau ist durch einen Vorgarten ca. 40 Meter von der Straßenflucht zurückgesetzt. Sein hohes Sockelgeschoss wurde mit Werksteinbossen verkleidet. Das ziegelgedeckte Mansarddach ist gaubenbesetzt und als Geschoss ausgebaut. Das Äußere ist im Sinne der Reformbewegung schlicht gestaltet, was jedoch eine repräsentative Erscheinung nicht verhindert. Dafür sorgt im Wesentlichen der elliptische Mittelrisalit, der mit einem Vollgeschoss über die Traufe ragt und als eigenständiges, die Symmetrie betonendes Bauglied mit einem kupfernen Bogendach bekrönt wird. Im Erdgeschoss ist in diesem der Haupteingang angeordnet, der wie das große Rundbogenfenster oberhalb des gläsernen Schutzdaches von zwei Fenstern flankiert wird. Der von Pilastern umrahmte Haupteingang ist über eine Freitreppe zu erreichen, die mit ihren geschwungenen Läufen Terrasse und Garten verbindet. Diese wiederum ist an ihren Enden beidseitig mit Säulen verziert, auf denen Volutenkratere angeordnet sind. An der nördlichen Schmalseite befindet sich eine pfeilergestützte Veranda mit Austritt aus dem Dachgeschoss. Die Raumstruktur und die bauzeitliche Ausstattung blieben im Wesentlichen erhalten. Dazu zählen u. a. die Parkettfußböden, die Wandvertäfelung mit Einbauschränken und Heizkörperverkleidungen im Salon, Holzbalkendecken und Innentüren. Von der holzvertäfelten Diele sind im Parterre Salon, Wohn- und Speisezimmer zu erreichen. Eine zweiläufige Wendeltreppe mit Wendepodest führt ins Dachgeschoss und wird zusätzlich von einem in das Bogendach eingesetzten Oberlicht erhellt.[1]

Einzelnachweise

  1. a b Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. Reinhold, Erfurt 2009, S. 759 f.
  2. Residenz Appartement Villa Klaus auf weimar.branchen-info.net

Koordinaten: 50° 58′ 16,3″ N, 11° 19′ 4,5″ O