Humboldtstraße 19 (Weimar)
Das Haus Humboldtstraße 19 in der Westvorstadt von Weimar ist ein historistisches Mietshaus.
Geschichte
Den Bau des Mietshauses im Stil der Neorenaissance gab der Generalagent Horst von Henning auf Schönhoff in Auftrag gegeben und 1892/93 nach Plänen von Rudolf Zapfe errichtet. Von Henning auf Schönhoff bewohnte ebenfalls dieses Haus.[1] Zur Bauzeit hieß die Humboldtstraße Berkaer Straße oder Berkaer Chaussee. 1893 wurde sie in Luisenstraße umbenannt.[2] An der Straßenfassade ist auch das Jahr „1893“ bezeichnet. Im Jahr 1902 bekam es einen dreigeschossigen Anbau an der Südostecke. Zeitweilig wohnte in dem Haus der Weimarer Oberbürgermeister Martin Donndorf (1865–1937).[3] Zeitgenössischen Standards folgend sind Keller- und Erdgeschoss aus Bruch- bzw. Backstein, die darüberliegenden Geschosse aus Holzfachwerk mit Tuffsteinvorlage gefügt und die Fassaden sind mit einer Zementstuckdekoration versehen. Das Parterre wird außen durch den leicht geböschten Sockel und kräftige Polsterbänder plastisch belebt. Die Fenster der glatt verputzten Obergeschosse haben Zierrahmungen mit Aufsatzspiegeln. Die Mittelachse wird durch einen mit Bogendach versehenen Vorbau betont, dessen Fenstergruppen in den Obergeschossen Säulen- bzw. Karyiatiden als gestalterische Elemente aufweisen. Den oberen Abschluss bildet die Attika mit Felderfries und Volutenkonsolen. Das kräftig vorkragende Flachdach ist eine Holzsegmentdecke. Das Haus ist über die Nordseite zu betreten. Zur bauzeitlichen Ausstattung gehören außer der zweiflügeligen Haustür und der zweiläufigen Haustreppe mit Wendepodesten und Balustergeländer die Wohnungseingangs- und Innentüren sowie Parkettfußböden und Stuckdecken.[4]
Weblinks
- Lotta von Kiesel: Der Weg zum Schuhmacher auf Weimar-Lese
Einzelnachweise
- ↑ Weimarer Adressbuch 1936, S. 37.
- ↑ Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 78. ISBN 978-3-939399-49-0
- ↑ Christiane Weber: Villen in Weimar, Bd. 3, Burkhardt, Erfurt 1999, S. 105–111.
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 747.
Koordinaten: 50° 58′ 29,1″ N, 11° 19′ 26,6″ O