Hugo Wittenberg
Hugo Wittenberg (* 8. April 1877 in Brünn[1]; † 25. Juni 1934) war ein österreichisch-tschechoslowakischer Ministerialbeamter, der sich für die Rechte der deutschen Minderheit und die Gründung einer deutschen Handelsschule in der Tschechoslowakei einsetzte.
Leben und Wirken
Er stammte aus Brünn und besuchte das K.K. Deutsche Staatsgymnasium in Olmütz, wo er 1895/96 die Matura ablegte. Im Wintersemester 1896/97 immatrikulierte er sich an der Deutschen Universität Prag, wo er auch promovierte. Später trug er den Professortitel. Nachdem er zunächst einige Zeit als Hilfslehrer an der Deutschen Handelsakademie in Olmütz tätig gewesen war, folgte er dem Ruf an die 1907 gegründete Handels- und Gewerbekammer in Olmütz. 1914 wird er als Ministerialrat und Zweiter Sekretär dieser Kammer genannt. 1920 lehnte er die Berufung an das Handelsministerium der neugegründeten Tschechoslowakei in Prag ab, um weiter seiner mährischen Heimat dienen zu können. Bekannt wurde er vor allem für die zahlreich von ihm verfassten gedruckten Jahresberichte der Handels- und Gewerbekammer, seine Abhandlung über die Gewerbepflege in den Jahren von 1907 bis 1917 sowie seinen 1922 erschienenen Beitrag für die Publikation Schilderungen aus dem ehemaligen Ghettoleben vom Jahre 1838-1848 mit Streiflichtern bis in die Gegenwart und Jugenderinnerungen eines 78 bezw. 89jährigen. 1928 publizierte er über Die Notwendigkeit der Errichtung einer deutschen Handelshochschule in der Tschechoslowakei.
Ehrungen
- Kriegskreuz 2. Klasse
Literatur
- Časopis Bände 41–42, 1929, S. 307.
- Ročenka Republikcy československé. Bd. 12, 1933, S. 202.
- Die Toten der Jahre 1934 1935. In: Wilfried Brosche und Eduard Kaiser (Hrsg.): Sudetendeutsches Jahrbuch 1936. 3. Folge, 3. Band, Ed. Kaiser Verlag, Großschönau Sa. 1936, S. 167. Hier wird Proßnitz als Geburtsort angegeben.
Einzelnachweise
- ↑ Programm des K.K. Deutschen Staats-Gymnasiums in Olmütz. 1896, S. 50.