Hugo Hertzer

Hugo Ottomar Hertzer (* 10. April 1831 in Aschersleben; † 15. November 1908 in Deutsch-Wilmersdorf bei Berlin[1]) war ein deutscher Mathematiker und Hochschullehrer.

Leben

Hugo Hertzer war ein Sohn des Kanzleiinspektors Friedrich Hertzer. Er besuchte die Realschule in Aschersleben, studierte ab 1851 an der Universität in Berlin und gleichzeitig ab 1852 am Gewerbeinstitut, einer Einrichtung, der er 55 Jahre lang angehörte. Im Jahr 1855 wurde er dort Assistent des Professors Pohlke, 1864 Lehrer für Darstellende Geometrie und von 1874 bis 1879 Dozent für Mathematik und Darstellende Geometrie. Von 1879 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1907 war er etatmäßiger Professor für Darstellende Geometrie, Synthetische Geometrie und Mechanik an der Nachfolgeinstitution, der Königlich Technischen Hochschule in Charlottenburg.

Darüber hinaus übernahm er umfangreiche Lehrtätigkeiten. Im Jahr 1856 vertrat er einen erkrankten Lehrer für Mathematik, Mechanik und Maschinenlehre in Görlitz. Von 1857 bis 1858 erteilte er Unterricht in der Darstellenden Geometrie an der Friedrich Werderschen Gewerbeschule in Berlin. 1859 legte er die Prüfung als Lehrer für Mathematik, Mechanik und Maschinenlehre ab und war bis 1865 Dozent für Trigonometrie, Kurvenlehre und Mechanik an der Königlichen Bauakademie. Im Dezember 1859 wurde er als Lehrer an die neu gegründete Bergakademie in Berlin berufen. 1868 gab er diese Stelle wieder auf. Von 1866 bis 1907 war er auch Lehrer für Darstellende Geometrie an der Königlichen Kunstschule. 1885 wurde er als Lehrer für Mathematik und Mechanik an die Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule berufen. Von 1905 bis 1908 war er auch Lehrer für Projektionslehre an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums.[2]

Im Jahr 1865 promovierte Hertzer an der Universität Göttingen und 1871 erhielt er den Titel Professor. Von 1874 bis 1885 war er Vorsitzender des Vereins deutscher Zeichenlehrer.

Schriften

  • 1865: Projectivische Beziehungen einer besonderen Art (Dissertation). Carl Schulze, Berlin 1865 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  • 1868: Die geometrischen Grundprinzipien der Perspektive
  • 1892: Die geometrischen Grundprinzipien der Parallel-Projektion
  • 1902: 10 Aufgaben für Parallel-Perspektive und parallelperspektivische Schattenkonstruktion[3]

Literatur

  • Theodor Wunderlich: Illustrierter Grundriss der geschichtlichen Entwicklung des Unterrichts im freien Zeichnen. Wilh. Effenberger, Stuttgart/Leipzig 1892, S. 146 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Hugo Hertzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Hugo Hertzer. In: Catalogus Professorum. TU Berlin;

Einzelnachweise

  1. Sterberegister Standesamt Deutsch-Wilmersdorf, Nr. 674/1908
  2. Antje Kalcher, Dietmar Schenk: Vor der UdK. 1. Auflage. Universität der Künste Berlin, 2024, S. 56 (kobv.de [PDF]).
  3. Hilmar Schmuck, Willi Gorzny, Peter Geils (Hrsg.): Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums 1700–1910 (GV). Band 60, Her - Hes. De Gruyter, 2020, S. 341.