Hugo Dihm (Offizier)

Paul Alexander Hugo Dihm (* 10. Oktober 1841 in Sankt Petersburg; † 12. August 1899 in Köln) war ein preußischer Offizier und Bürgermeister.

Leben

Hugo Dihm wurde als Sohn des Oberlehrers und Doktors der Philosophie Julius Robert Dihm und dessen Ehefrau Adelheid Amalie Hielcher geboren.[1] Später verzog die Familie wieder in den Geburtsort der Mutter nach Breslau, wo der Vater auch starb.[2]

Dihm begann seine Militärlaufbahn in der preußischen Armee beim Niederschlesischen Pionierbataillon Nr. 5, wo er am 10. Januar vom Unteroffizier zum Portepee-Fähnrich[3] und am 6. Oktober 1863 zum Seconde-Lieutenant befördert wurde.[4] Er war Angehöriger der 1. Ingenieurs-Inspektion und wurde als solcher im Range eines Premierleutnants 1871 als Lehrer an die Kriegsschule in Kassel versetzt.[5] Dort unterrichtete er u. a. Alexander von Battenberg.[6] In dieser Funktion wurde er am 22. Februar 1875 zum Hauptmann befördert.[7] Zum 21. Dezember 1875 erfolgte seine Versetzung als Kompaniechef in das Pionier-Bataillon Nr. 11 der 3. Ingenieur-Inspektion.[8] Am 16. Dezember 1879 wurde er von dieser Aufgabe entbunden[9] und zum Fortifikationsdienst in die Bundesfestung Ulm kommandiert. Drei Jahre später erhielt er seine Versetzung von der 3. zur 2. Ingenieur-Inspektion.[10] Am 12. Februar 1884 wurde Dihms Abschiedsgesuch mit Pension und der Aussicht auf eine Zivilanstellung bewilligt.[11]

Nach seiner Dienstzeit war Dihm als Bürgermeister in verschiedenen Gemeinden tätig. Noch im Februar 1884 wurde er zunächst Bürgermeisterei-Verwalter in Tholey und erhielt im August 1884 die offizielle Ernennung zum dortigen Bürgermeister.[12] Am 23. Dezember 1887 erfolgte die Ernennung zum Bürgermeister von Gerolstein und Rockeskyll im Landkreis Daun.[13] Möglicherweise war der Wechsel auf ein Zerwürfnis mit der Tholeyschen Bevölkerung zurückzuführen.[14] Am 24. Juli 1888 erhielt er den Charakter eines Majors verliehen.[15] Als Bürgermeister von Gerolstein war er im Vorstand des Vereins „derjenigen Bürgermeister des Rheinlands, welche nicht dem rheinischen Städtebund angehören“, vertrat dort den Regierungsbezirk Trier[16] und war Vorsitzender der Ortsgruppe Gerolstein des Eifelvereins[17] sowie des Gerolsteiner Kriegervereins.[18] Am 17. November 1891 wurde Hugo Dihm zum Bürgermeister der Gemeinde Voerde ernannt, wo er bis Ende 1894 im Amt blieb.[19]

Anschließend zog er nach Düsseldorf und war für die „Lüpssche Verwaltung“, die Verwaltung der Güter des Eduard Lüps, tätig. Nach kurzer Zeit in Düsseldorf lebte Hugo Dihm in Köln und arbeitete dort als Versicherungskaufmann bei der „Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig“.[20] In Köln starb er am 12. August 1899.[2] Er hinterließ neben seiner Witwe noch eine Tochter und zwei Söhne.[21]

Familie

Dihm heiratete am 19. August 1866 in Magdeburg Rosalie von Fuchs. Aus der Ehe konnten drei Kinder das Erwachsenenalter erreichen:

  • Adelheid Gottliebe Rosa Olga Dihm (1867–1923), ⚭ 1892 Friedrich Ludolf Adolf Heine (1858–1919), Apotheker.
  • Karl Hugo Max Dihm (1876–1942), Major, ⚭ 1902 (⚮ 1926) Elisabeth Anna Klara Siegfriede Gruner (1882–?).
  • Robert Karl Albert Dihm (1879–1914), Hauptmann.

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. Taufbuch. In: Kirchenbuch der evangelische Kirche St. Annen in Sankt Petersburg. Abgerufen am 24. Januar 2025.
  2. a b Sterberegister StA Köln Süd 1579/1899. Abgerufen am 24. Januar 2025.
  3. Beförderungen. In: Militär-Wochenblatt. Band 48, Nr. 3, 17. Januar 1863, S. 9.
  4. Beförderungen. In: Militär-Wochenblatt. Band 48, Nr. 42, 17. Oktober 1863, S. 269.
  5. Amtliche Nachrichten. In: Kölnische Zeitung. Nr. 349, 17. Dezember 1871, S. 2 (zeitpunkt.nrw [abgerufen am 24. Januar 2025]).
  6. ULB Bonn / 1885 [3011 / Suche "dihm". 1885, abgerufen am 24. Januar 2025.
  7. ULB Bonn / 1875 [486 / Suche "dihm". 1875, abgerufen am 24. Januar 2025.
  8. Kölnische Zeitung. Erstes Blatt vom 23. Dezember 1875 (online)
  9. Kölnische Zeitung. Drittes Blatt vom 18. Dezember 1879 (online)
  10. Kölnische Zeitung. Zweites Blatt vom 23. August 1882 (online)
  11. Abschiedsbewilligungen. In: Militär-Wochenblatt. Band 69, Nr. 14, 16. Februar 1884, Sp. 300.
  12. Personal-Chronik. In: Amtsblatt der Königlich Preußischen Regierung in Trier. Nr. 34, 21. August 1884, S. 250.
  13. Personal-Chronik. In: Amtsblatt der Königlich Preußischen Regierung in Trier. Nr. 52, 29. Dezember 1887, S. 432.
  14. ULB Bonn / 9 (1887) [1275 / Suche "dihm". 1887, abgerufen am 24. Januar 2025.
  15. ULB Bonn / 1888 [2057 / Suche "dihm". 1888, abgerufen am 24. Januar 2025.
  16. ULB Bonn / 10 (1888) [1557 / Suche "dihm". 1888, abgerufen am 24. Januar 2025.
  17. ULB Bonn / 57 (1888) [384 / Suche "dihm". 1888, abgerufen am 24. Januar 2025.
  18. ULB Bonn / 59 (1890) [232 / Suche "dihm". 1890, abgerufen am 24. Januar 2025.
  19. ULB Bonn / 18 (1891) [1351 / Suche "dihm". 1891, abgerufen am 24. Januar 2025.
  20. ULB Bonn / 23 (1898) [944 / Suche "dihm". 1898, abgerufen am 24. Januar 2025.
  21. a b ULB Bonn / 1899 [3073 / Suche "dihm". 1899, abgerufen am 24. Januar 2025.
  22. ULB Bonn / 22 (1895) [156 / Suche "dihm". 1895, abgerufen am 24. Januar 2025.