Hubert Roetteken

Hubert Carl Anton Roetteken (* 8. Juli 1860 in Grünfelde; † 31. Juli 1943) war ein deutscher Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer an der Universität Würzburg.[1]

Leben und Wirken

Hubert Roetteken besuchte bis 1879 das Gymnasium in Marienburg/Westpreußen. Anschließend studierte er Germanistik und Klassische Philologie und zwar von 1879 bis 1880 an der Universität Heidelberg, an der Universität Berlin (1879/80 und 1882) sowie an der Universität Straßburg (1882 bis 1884). Seine Promotion erfolgte 1884 in Straßburg bei Ernst Martin. Im Jahre 1887 habilitierte er sich für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Würzburg. Dort lehrte er zunächst als Privatdozent, seit 1899 als außerordentlicher und von 1919 bis 1925 als ordentlicher Professor, 1925 trat er in den Ruhestand.

Hubert Roetteken beschäftigte sich zunächst mit der deutschen Literatur des Mittelalters, später mit der Literatur der Romantik sowie mit der Poetik.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Der zusammengesetzte Satz bei Berthold von Regensburg. Ein Beitrag zur mittelhochdeutschen Syntax (= Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der germanischen Völker, Bd. 53). Trübner, Straßburg 1884 (= Dissertation Universität Straßburg) (Volltext).
  • Die epische Kunst Heinrichs von Veldeke und Hartmans von Aue. Ein Beitrag zur mittelhochdeutschen Literaturgeschichte. Niemeyer, Halle 1887 (= Habilitationsschrift Universität Würzburg) (Volltext).
  • Das innere Leben bei Gottfried von Straßburg. In: Zeitschrift für deutsches Altertum, Bd. 34 (1890), S. 81–114.
  • Die Charaktere in Tiecks Roman "Franz Sternbalds Wanderungen". In: Zeitschrift für vergleichende Literaturgeschichte, N.F., Bd. 6 (1893), S. 188–242 (Volltext).
  • Die Dichtungsarten. In: Euphorion, Bd. 3 (1896), S. 336–350 (Volltext).
  • Weltflucht und Idylle in Deutschland um 1720 bis zur Insel Felsenburg. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Gefühlslebens. In: Zeitschrift für vergleichende Literaturgeschichte, N.F., Bd. 9 (1896), S. 1–32 u. 295–325 (Volltext).
  • Einige Bemerkungen zur Methode der Litteraturgeschichte. Mit besonderer Berücksichtigung der "Penthesilea". In: Euphorion, Bd. 4 (1897), S. 718–755 (Volltext).
  • Über ästhetische Kritik bei Dichtungen. Ballhorn & Cramer, Würzburg 1897.
  • Das Schaffen des Dichters. In: Die Zukunft, Bd. 38 (1902), S. 348–358.
  • Poetik. Bd. 1: Vorbemerkungen, allgemeine Analyse der psychischen Vorgänge beim Genuß einer Dichtung. Beck, München 1902 (Volltext).
  • Heinrich von Kleist (= Wissenschaft und Bildung, Bd. 22). Quelle & Meyer, Leipzig 1907.
  • Aus der speziellen Poetik. In: Euphorion, Bd. 25 (1924), S. 169–194 (Volltext).

Literatur

  • Diba Shokri: " Eine Art Experiment in unserer Phantasie". Selbstbeobachtung in Literaturwissenschaft und Psychologie um 1900. In: Scientia Poetica, Bd. 25 (2021), H. 1, S. 143–174 (behandelt Hubert Roetteken, der sich sehr für experimentelle Psychologie interessierte).

Einzelnachweise

  1. Roetteken, Hubert. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 1509, ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).