Hospital zum Heiligen Geist (Kempen)

Hospital zum Heiligen Geist (Kempen)

Trägerschaft Artemed SE
Ort Kempen

Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 21′ 52″ N, 6° 25′ 7″ O
Geschäftsführer Maria Henk, Andreas Grbic
Betten 273 Planbetten
Mitarbeiter über 800
davon Ärzte 109 Vollkräfte
Gründung 1390
Website www.krankenhaus-kempen.de
Lage
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Das Hospital zum Heiligen Geist in Kempen ist ein der Grund‑ und Regelversorgung dienendes Krankenhaus am mittleren Niederrhein. Getragen wurde es viele Jahre von der gleichnamigen Stiftung. Das Hospital zum Heiligen Geist wurde 1390 gegründet und gehört seit 2012 zur Klinikgruppe Artemed SE. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erfüllt das Hospital Aufgaben in der medizinischen Versorgung sowie in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonal.

Über 800 Mitarbeitende betreuen jährlich ungefähr 13.033 stationäre Fälle.

Geschichte

Die Anfänge des Hospitals gehen auf das späte 14. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1390 gründete Johann von Broichhausen die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist, die zunächst als Gasthaus für Arme, Bedürftige und Reisende diente. Bereits kurz nach der Gründung übernahmen seine Söhne Johann, Hermann, Heinrich und Arnold von Broichhausen die Verantwortung und erneuerten die Stiftung im Jahr 1410[1] vor dem Notar Johann Schafrath. Die kirchliche Anerkennung erfolgte ein Jahr später: 1411 bestätigte Papst Johannes XXII. die Stiftung.[2] Als offizielles Gründungsdatum des Hospitals gilt jedoch der 24. Juli 1421, als Kurfürst und Erzbischof Dietrich von Köln die Stiftung feierlich bestätigte. Diese Urkunde ist im Stadtarchiv Kempen überliefert. Damit wurde das Hospital in die Reihe kirchlich legitimierter Hospitäler des Rheinlandes aufgenommen.

Über die folgenden Jahrhunderte erfüllte die Einrichtung vor allem eine soziale Funktion als Armen- und Hospizhaus. Erst im Zuge der napoleonischen Verwaltungsreformen kam es zu einer grundlegenden Neuausrichtung: 1801 ordnete der französische Präfekt den Neubau als reguläres Krankenhaus an. Im Jahr 1842 wurde schließlich ein eigenes Krankenhausgebäude errichtet.

Ein bedeutender Einschnitt erfolgte 1917, als das Hospital mit damals 130 Betten an seinen heutigen Standort in Kempen verlegt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine Phase intensiver Modernisierung und baulicher Erweiterungen. In den Jahren 1978 und 1988 wurden die Bettenstationen, der Operationsbereich, die Notfallversorgung sowie die radiologische Abteilung grundlegend erneuert. Zwischen 1996 und 2003 entstand ein Neubau mit aseptischen Operationssälen, einer Ambulanz, einer Intensivstation mit direkter Anfahrt für Liegendkranke sowie einer Abteilung für Frührehabilitation. Damit wurde das Krankenhaus technisch und strukturell auf den Stand einer modernen Klinik gehoben.

Mit der Übernahme durch die Klinikgruppe Artemed im Jahr 2012 begann eine weitere Ausbauphase. 2014 wurde eine interdisziplinäre Wahlleistungsstation eröffnet,[3] 2015 kam ein Zentrum für multimodale Schmerztherapie hinzu.[4] Im Jahr 2016 folgte die Einrichtung eines Zentrums für Venenchirurgie, das später um den Bereich der Dermatochirurgie erweitert wurde.[5]

Zwischen 2017 und 2018 wurden zentrale Funktionseinheiten wie die Notaufnahme, Funktionsdiagnostik, Intensivstation und die radiologische Praxis modernisiert. Gleichzeitig nahm das Krankenhaus ein eigenes Herzkatheterlabor in Betrieb. Ein weiterer Schwerpunkt entstand 2019 mit der Einrichtung einer akutneurologischen Abteilung und des Neurozentrums.[6]

Auch baulich entwickelte sich die Klinik weiter: Von 2022 bis 2024 entstanden ein neues Parkhaus mit 232 Stellplätzen,[7] ein moderner A-Trakt[8] sowie ein Kontinenz- und Beckenbodenzentrum.[9] Im Jahr 2025 führte die Urologie als eines der ersten Fachgebiete die robotisch-assistierte Chirurgie mit dem daVinci-Operationssystem ein.[10]

Medizinische Abteilungen und Spezialisierungen

Auszeichnungen und Zertifikate

Einzelnachweise

  1. Stiftung im Jahr 1410
  2. Erwin Gatz: Hospitäler und Krankenhäuser im Kreise Kempen - Krefeld. Band 20. Ort Verlag, 1900.
  3. RP online: Stadt Kempen: Hospital hat eine neue Privatstation. 20. Oktober 2014, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  4. RP online: Stadt Kempen: Kempener Krankenhaus hat neue Abteilung für Schmerztherapie. 4. Februar 2015, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  5. RP online: Stadt Kempen: Neues Zentrum für Venenchirurgie. 30. Juli 2016, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  6. Andreas Reiners: Kempen: Neurologie am Kempener Hospital wird sehr gut angenommen. 8. April 2019, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  7. Birgitta Ronge: Nicht nur für Patienten: Parkhaus am Hospital in Kempen ist fertig. 20. Oktober 2022, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  8. Uli Rentzsch: Bettenkapazität soll gesteigert werden: So wird das neue Krankenhaus für Kempen. 4. August 2022, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  9. Margit Leuchtenberg: Gesundheit in Kempen: Keine falsche Scham bei Beckenbodenbeschwerden. 25. September 2024, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  10. Marc Schütz: Hospital zum Heiligen Geist in Kempen: OP-Roboter ergänzt das Team der Urologie. 25. Juli 2025, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  11. Zertifizierte Hernienzentren | Herniamed gGmbH. Abgerufen am 24. Oktober 2025.
  12. RP ONLINE: Stadt Kempen: Kempener Hospital als Traumazentrum zertifiziert. 20. Oktober 2015, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  13. Stiftung Hospital zum Heiligen Geist: Zertifizierung der Endometrioseklinik am Hospital zum Heiligen Geist. 24. April 2025, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  14. EndoProthetikZentrum Kempen - endoMap. Abgerufen am 24. Oktober 2025.
  15. frankheim: Zertifizierte Einrichtungen. In: ICW Wundsiegel Kundenportal. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (deutsch).
  16. Birgitta Ronge: Kardiologe im Hospital zum Heiligen Geist: „Die Kempener sind hart im Nehmen“. 2. Januar 2024, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  17. Stroke Units & Neurovaskuläre Netzwerke. In: Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft. Abgerufen am 24. Oktober 2025.
  18. Marc Schütz: Im Ernstfall zählt jede Minute: Kempener Hospital ist jetzt „Stroke Unit“ für Schlaganfall-Patienten. 5. Oktober 2023, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  19. PBM Network Coordination Centre Frankfurt: Zertifizierte PBM-Kliniken – Patient Blood Management. Abgerufen am 24. Oktober 2025 (deutsch).