Horst von Cornberg

Horst Oskar Christian Richard Freiherr von Cornberg (* 13. Dezember 1886 in Greiz; † 7. Mai 1943 in Trier) war ein preußischer Verwaltungsjurist, Landrat und Regierungsdirektor.

Herkunft

Er entstammte einem 1803 nobilitierten jüngeren Zweig der Adelsfamilie Cornberg. Das Diplom wurde in Berlin ausgestellt-König Friedrich Wilhelm III., für Philipp Montegrain, nachmals kurfürstlich hess. Generalmajor, leg. Sohn des kgl. preußischen Landrats Philipp von Cornberg-Lübbecke aus der 1597 geadelten Familie von Cronberg. Horst` Eltern waren der Hofkammerpräsident Freiherr Oskar von Cornberg und Olga von Geldern-Crispendorf, Tochter der Caecilie Merz und des Richard von Geldern-Crispendorf, Wirklicher Geheimer Rat und Kammerpräsident. Cornberg hatte eine Schwester Gertrud, die 1945 unverheiratet in Wernigerode starb. Beide Brüder des Vaters waren Forsträte.

Leben

Horst Freiherr von Cornberg bestand 1906 das Abitur in Wernigerode ab und studierte in München und Göttingen Rechtswissenschaften und Nationalökonomie. 1909 promovierte er an der Universität Göttingen zum Dr. jur. mit einer Arbeit zum mittelalterlichen Recht und wenig später Beiträge vornehmlich zum Privatrecht der Stadt Göttingen.[1] Im gleichen Jahr war er Referendar am Oberlandesgericht Celle und war anschließend als Landratsvertreter im Osten des Deutschen Reichs eingesetzt.

1909 trat er als Einjährig-Freiwilliger in das preußische 4. Garderegiment zu Fuss ein. 1912 wurde er zum Leutnant der Reserve ernannt. Nach Kriegsbeginn im August 1914 war er mit seinem Regiment im Einsatz in Belgien und Frankreich. Als Kompanieführer wurde er in der Winterschlacht in der Champagne am 19. März 1915 schwer verwundet und war nicht mehr kriegsverwendungsfähig.

Von August 1915 bis November 1918 war er kommissarischer Kreischef in Kolno bei Lomza (am Narew) im Generalgouvernement Warschau im von Deutschland besetzten Polen. Nach der Ernennung zum Regierungsrat im Oktober 1918 war er anschließend Landratsvertreter in verschiedenen Landkreisen, bevor er am 5. Januar 1923 zum Landrat des Netzekreises in der neu gebildeten Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen ernannt wurde.

Bereits 1922 heiratete Horst von Cronberg in Berlin-Lichterfelde Hildegard von Winckler, Tochter der Wanda von Walcke-Schuldt und des Generals Arnold von Winckler. Hildegard und Horst von Cronberg hatten zwei Kinder, beide in Berlin-Halensee geboren.

Nach der Machtübernahme der NSDAP wurde Freiherr von Cornberg am 6. April 1933 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Nach kurzer Tätigkeit im Oberpräsidium Berlin-Charlottenburg wurde Freiherr von Cornberg am 1. August 1933 zum Regierungsdirektor für das Kirchen- und Schulwesen in Schneidemühl ernannt. Am 1. Juli 1938 wurde er an die Bezirksregierung in Trier versetzt und arbeitete dort als Regierungsdirektor ebenfalls im Bereich Kirchen und Schulen. In dieser Position blieb er bis zu seinem Tode im Mai 1943.

Genealoge

Er war privat als Genealogie aktiv und veröffentlichte 1927 eine Stammtafel der Freiherren von Cornberg und 1936 eine Ahnentafel zu Philipp Georg Wilhelm Freiherr von Cornberg.

Literatur (Auswahl)

  • Franz Lüdtke: Grenzmark Posen-Westpreussen. Ein Heimatbuch. MA: Arthur Berger, Robert Budzinski, Arthur Haupt [u. a.], In: Brandstetters Heimatbücher deutscher Landschaften. Band 25; Verlag Friedrich Brandstetter, Leipzig 1927, S. 400.
  • Adreßbuch der Direktoren und Aufsichtsräte. 1929. Finanz-Verlag, Berlin 1929, S. 873.
  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. B (Briefadel). 1963. Band III, Band 31 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1963, S. 97 f.
  • BBAW (Hrsg.): Acta Borussica-Neue Folge: Protokolle des Preußischen Staatsministeriums, Band 12 II, Olms-Hildesheim 2004, S. 543. (PDF-Digitalisat)
  • Rolf Jehke (Hrsg.): Verwaltungsgeschichte und die Landräte/Territorial.de. Stand Herdecke 28. Juni 2015: (Personen - Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Vgl. Ed. Jahrnke (Hrsg.): Literarisches Zentralblatt für Deutschland. 1911-№. 32, 62. Jahrgang, Verlag Breitkopf & Härtel, Leipzig, Sonnabend, 5. August 1911, S. 1023.