Horst Hagen

Horst Hagen (* 5. Januar 1934 in Oppeln, Provinz Oberschlesien; † 5. Dezember 2019[1] ) war ein deutscher Jurist. Er war langjährig Richter am Bundesgerichtshof und von 1994 bis 1999 dessen Vizepräsident.

Leben

Horst Hagen wurde 1934 als Sohn von Gertrud Hagen, geborener Neumann, und deren Ehemann Hans Hagen in Oppeln geboren. Er studierte von 1953 bis 1956 Jura an der Universität Kiel. Sein Referendarexamen bestand er 1957 in Schleswig, sein Assessorexamen 1961 in Hamburg. 1958 wurde er in Kiel zum Dr. jur. promoviert. Nach Abschluss seiner juristischen Ausbildung trat Hagen 1961 zunächst in den höheren Justizdienst des Landes Schleswig-Holstein ein und wurde Assessor bei der Staatsanwaltschaft Lübeck. Nach der Probezeit wurde er 1965 zum Landgerichtsrat am Landgericht Kiel ernannt, jedoch bereits 1966 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Universität Kiel abgeordnet. Dort habilitierte er sich 1970 mit einer Arbeit über Die Drittschadensliquidation im Wandel der Rechtsdogmatik und begann seine Lehrtätigkeit als Privatdozent in Kiel. Danach übernahm Hagen eine mehrjährige Lehrstuhlvertretung in Frankfurt am Main, kehrte dann aber 1973 in den richterlichen Dienst am Oberlandesgericht Schleswig zurück. 1974 wurde er in Kiel außerplanmäßiger Professor. 1975 zum Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe gewählt, gehörte Hagen während seiner gesamten Tätigkeit an diesem Gericht dem vorwiegend für das Grundstücksrecht zuständigen V. Zivilsenat an, ab Mai 1988 als dessen Vorsitzender. Von 1994 bis zu seiner Pensionierung mit Ablauf des 31. Januar 1999 war Hagen Vizepräsident des Bundesgerichtshofs.

Außerhalb seiner richterlichen Tätigkeit war er mit großem Engagement in der in Karlsruhe ansässigen Juristischen Studiengesellschaft tätig, davon 10 Jahre als deren Vorsitzender. „Das Ziel der Gesellschaft, einen Gedankenaustausch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern über aktuelle und grundsätzliche Fragen zu fördern, war ihm stets ein besonderes Anliegen.“[2]

Er war katholisch, Mitglied der katholischen Studentenverbindung A.V. Rheno-Guestfalia Kiel im CV, ab 1961 verheiratet mit Christine Hagen, geborener Seeger, und hatte drei Kinder (Peter, Nuschin und Viola).

Schriften

  • Die Drittschadensliquidation im Wandel der Rechtsdogmatik: ein Beitrag zur Koordinierung von Rechtsfortbildungen. 1971; zugleich Habilitationsschrift Kiel 1970.
  • Die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zum Grundstückskauf. In: Wertpapier-Mitteilungen. 1989.
  • Bewegendes Leben in bewegten Zeiten. 2018, ISBN 978-3-03-831174-4 (Autobiographie).

Ehrungen und Auszeichnungen

Literatur

  • Hagen, Horst. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 441.

Einzelnachweise

  1. Traueranzeige Horst Hagen, FAZ vom 18. Dezember 2019
  2. BGH, Pressemitteilung Nr. 161/2019 vom 16.12.2019 [1]