Horst Dittrich (SS-Mitglied)
Horst Ernst Adolf Dittrich (* 6. August 1911 in Leipzig; † 17. Februar 1999 in Mengkofen) war ein deutscher SS-Hauptscharführer, Angehöriger des Kommandos 99 und Waffenmeister im KZ Buchenwald.
Leben
Horst Dittrich war Schlosser von Beruf und trat zum 1. Mai 1931 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 518.848).[1] Am 1. Juli 1933 wurde er Mitglied der SS. Von 1934 bis 1937 fungierte er als Waffenmeister der SS-Wachtruppe „Elbe“ im KZ Lichtenburg.[2] Im Sommer 1938 wurde er in das KZ Buchenwald versetzt, wo er zunächst als Waffenmeister eingesetzt wurde. Ab November 1941 gehörte er dem Kommando 99 an, das Hinrichtungen im KZ Buchenwald vollzog. Dittrich nahm an Exekutionen von sowjetischen Kriegsgefangenen teil und erschoss eigenhändig acht sowjetische Kriegsgefangene.[3] Dittrich verblieb in Buchenwald bis zum Dezember 1942. Im Jahre 1943 wurde er nach Prag zu einem Ausbildungsersatzbataillon der Waffen-SS versetzt. Ab März 1943 diente er in einer SS-Panzerdivision in Frankreich.
Nach dem Kriegsende geriet Dittrich als SS-Angehöriger in den Automatischen Arrest. Er wurde im Rahmen der Dachauer Prozesse in einem Nebenprozess zum Buchenwald-Hauptprozess am 25. November 1947 mit fünf weiteren Beschuldigten angeklagt. Prozessgegenstand in diesem Nebenverfahren waren die Hinrichtungen durch das Kommando 99. Am 3. Dezember 1947 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.[2] Am 13. März 1957 wurde er aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg entlassen. Nach der Haftentlassung arbeitete er als Autoschlosser in Mengkofen.
Literatur
- Stefan Hördler: Ordnung und Inferno. Das KZ-System im letzten Kriegsjahr. Göttingen, Wallstein, 2020 (1. Aufl. 2015). ISBN 978-3-8353-1404-7
- Harry Stein: Gedenkstätte Buchenwald (Hrsg.): Konzentrationslager Buchenwald 1937–1945. Begleitband zur ständigen historischen Ausstellung. Wallstein Verlag, Göttingen 1999, ISBN 978-3-89244-222-6.
Weblinks
- United States v. Werner Alfred berger et al. – Case No. 000-Buchenwald-50 (PDF; 4,8 MB) vom 20. Februar 1948
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/6291017
- ↑ a b Stefan Hördler: Ordnung und Inferno: Das KZ-System im letzten Kriegsjahr. Wallstein Verlag, 2015, ISBN 978-3-8353-2559-3, S. 147 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Harry Stein, Gedenkstätte Buchenwald (Hrsg.): Konzentrationslager Buchenwald 1937–1945. Begleitband zur ständigen historischen Ausstellung, Göttingen 1999, S. 123.