Hopowo

Hopowo
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Hopowo
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Powiat Kartuski
Gmina: Somonino
Geographische Lage: 54° 15′ N, 18° 14′ O
Einwohner:

Hopowo (deutsch Hoppendorf; kaschubisch Hopòwò) ist ein Dorf in der Gmina Somonino im Powiat Kartuski der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage

Das Dorf liegt etwa 29 Kilometer westsüdwestlich von Danzig und neun Kilometer südsüdöstlich von Kartuzy.

Geschichte

Laut einer Urkunde von 1241 überließ Sambor II., Herzog von Pommerellen, die ganze Kastellanei Gorrenczin mit allen ihren achtzehn Dörfern, darunter Wyczychowo, das spätere Fitschkau, dem Landesbischof Michael von Leslau.[1] Während der Ordenszeit war Fitschkau der Vogtei Dirschau zugeordnet.[2] Besitzer von Hoppendorf, das zu Wyczychowo oder Fitschkau gehörte, war um 1780 ein von Roberts.[3]

Am 22. Februar 1875 wurde aus einem Teil des Gutsbezirk Fitschkau im Kreis Karthaus, der den Wohnplatz Hoppendorf umfasste, die neue Landgemeinde Hoppendorf gebildet.[4] Am 1. Juli 1876 wurde in Hoppendorf eine Postagentur eröffnet.[5] 1887 wurde in Hoppendorf eine evangelische Schule eingerichtet.[6]

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 246,7 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Hoppendorf 57 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 38 Pferde, 138 Stück Rindvieh, 19 Schafe und 253 Stück Borstenvieh hielten.[7]

Im Jahr 1919 gehörte Hoppendorf zum Kreis Karthaus im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach dem Ersten Weltkriegs musste Hoppendorf aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrag, der die Verlegung des sogenannten Polnischen Korridors durch westpreußisches Territorium vorsah, am 10. Januar 1920 an Polen abgetreten werden.[4] Nach dem Überfall auf Polen 1939 trat das Korridor-Gebiet zum Deutschen Reich, und die bisher polnische Landgemeinde Hopowo wurde am 26. Oktober 1939 in Hoppendorf umbenannt.[4]

Hoppendorf bildete 1945 eine Landgemeinde im Landkreis Karthaus im Regierungsbezirk Danzig im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. In Folge des Krieges wurde das Dorf als Hopowo Teil Polens.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1780 adliges Dorf mit fünf Feuerstellen (Haushaltungen), im Besitz eines v. Roberts befindlich[3]
1818 050 adelige Besitzung mit 30 Feuerstellen (Haushaltungen), zur Herrschaft Wyczychowo gehörig, davon 14 Lutheraner und 36 Katholiken[8][9]
1852 >100 Dorf[10]
1864 203 am 1. Dezember, Gemeindebezirk[11]
1871 245 am 1. Dezember, Wohnplatz im Gutsbezirk Fitschkau, in 28 Häusern[12]
1875 241 in 35 Wohnhäusern[13]
1880 250 am 1. Dezember, Dorf[14]
1885 345 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 180 Evangelische und 165 Katholiken[15]
1895 314 am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 178 Evangelische und 136 Katholiken[16]
1905 333 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 170 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache), 157 Katholiken (sechs mit deutscher, niemand mit polnischer und 151 mit kaschubischer Muttersprache) sowie sechs Juden (mit deutscher Muttersprache)[17]
1910 335 am 1. Dezember, davon 176 mit deutscher Muttersprache (169 Evangelische, fünf Katholiken und zwei Juden), 158 mit kaschubischer Muttersprache (sämtlich Katholiken) und eine Person mit deutscher und einer anderen Sprache[18]

Kirche

Dorfkirche

Die neue evangelische Dorfkirche in Hoppendorf wurde 1913 im neugotischen Stil fertiggestellt.[19] Das Kirchengebäude wurde 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet.

Kirchspiel bis 1945

Nachdem für die Evangelischen in Karthaus und Umgebung ein neues Kirchengebäude errichtet worden war, wurden die Evangelischen in Hoppendorf 1857 nach Karthaus eingepfarrt.[20] Seit 1895 bestand in Hoppendorf ein eigenes Vikariat, das für die Evangelischen in den Dörfern Bortsch mit Potocka, Fitschkau mit Johannisfeld, Neuhof und Reinholdshof, Hoppendorf, Krönken, Maidahnen und Neuendorf zuständig war.[21] Kirchenbuch-Eintragungen wurden in Hoppendorf für Geburten, Trauungen und Todesfälle seit dem 1. Oktober 1902 vorgenommen.[22]

Das katholische Kirchspiel war in Gorrenschin.

Commons: Hopowo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ludwig Quandt: Ostpommern, seine Fürsten, fürstlichen Landestheilungen und Districte, in: Baltische Studien, Band 16, Stettin 1856, S. 97–156, insbesondere S. 124–126 (Google Books).
  2. Theodor Hirsch: Geschichte des Karthauser Kreises bis zum Aufhören der Ordensherrschaft. In: Zeitschrift des Westpreußischen Geschichts-Vereins. Heft 6, 1882, S. 1–148, insbesondere S. 30 (Google Books).
  3. a b Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 77 (Google Books).
  4. a b c Amtsbezirk Eggertshütte (Territorial.de)
  5. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, No. 25, 1. Juli, Danzig 1876, S. 141–142, Bekanntmachung 570 (Google Books).
  6. Anton Ignaz Kleffner. Der Bontifatius-Verein: seine Geschichte, seine Arbeit und sein Arbeitsfeld 1849–1899, Paderborn 1899, S. 30 (Google Books).
  7. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 2: Provinz Westpreußen, Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Danzig, 10. Kreis Karthaus, S. 32–33, Ziffer 32 (Google Books).
  8. Danziger Regierungs-Departement: Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), S. 120, Ziffer 105 (Google Books).
  9. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 214, Ziffer 3916 (Google Books).
  10. Kraatz: Topographisch-statistische Beschreibung des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 506 (Google Books).
  11. Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 5. Kreis Karthaus, Berlin 1966, S. 10–17, Ziffer 64 (Google Books).
  12. Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 384, Fußnote 144 (Google Books).
  13. Oskar Brunkow: Die Wohnplätze des Königreiches Preussen, Berlin 1880, Band II: F–K, S. 598–599, Ziffer 24 (Google Books).
  14. Gustv Neumann: Geographisches Lexikon des Deutschen Reichs, Bibliographische Institut, Leipzig 1883, Erste Hälfte, S. 504 (Google Books).
  15. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1885. Band II: Provinz Westpreußen. Berlin 1887, S. 48–49, Ziffer 32 (Google Books).
  16. Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für die Provinz Westpreußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895, Berlin 1898, 1. Regierungsbezirk Danzig, 10. Kreis Karthaus, S. 46–47, Ziffer 32(Google Books).
  17. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905, Heft II: Provinz Westpreußen. Berlin 1908, 14. Kreis Karthaus, S. 58–59, Ziffer 32 (Google Books).
  18. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft II: Regierungsbezirk Danzig, S. 25–27, 8. Karthaus i. Westpr., Ziffer 32 (Google Books).
  19. Evangelische Kirche Hoppendorf, Kreis Karthaus (kerntopf.com)
  20. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, No. 31, 5. August, Danzig 1857, S. 174–176 (Google Books).
  21. Pfarr-Almanach der Provinz Westpreußen (Bureau des Königlichen Konsistoriums der Provinz Westpreußen, Hrsg.), Danzig 1897, S. 23, § 2 (Google Books).
  22. A Rose: Die Kirchenbücher der Provinz Westpreußen. Auf Grund amtlichen Materials zusammengestellt. In: Archiv für Stamm- und Wappenkunde, VI. Jahrgang 1905–1906, Papiermühle (Sachsen-Altenburg) 1906, S. 177–180 , insbesondere S. 177 (Google Books).