Holzhof Zeil
| Holzhof Zeil | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1967 |
| Auflösung | 1. August 2015 |
| Auflösungsgrund | Übernahme durch Holzwerk Baumann (Wangen im Allgäu) |
| Sitz | Leutkirch im Allgäu, Deutschland |
| Leitung | Georg von Waldburg zu Zeil und Trauchburg |
| Mitarbeiterzahl | 15 (Gj. 2007/2008) |
| Branche | Forstwirtschaft |
Der Holzhof Zeil war ein 1967 gegründetes forstwirtschaftliches Unternehmen des Hauses Waldburg-Zeil in Unterzeil, einem Teilort von Leutkirch im Allgäu unterhalb von Schloss Zeil im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg. Zum 1. August 2015 stellte der Holzhof Zeil seine Geschäftstätigkeit ein.
Holzhof
Schon zu Zeiten der Flößerei auf der Iller war für das Haus Waldburg-Zeil der Holzhandel ein wichtiger Teil ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten. Der Holzhof war ein Teil des Forstbetriebs des Hauses Waldburg-Zeil und wurde im Jahre 1967 gegründet. Er hatte eine Verarbeitungskapazität von 100.000 Festmeter Rundholz pro Jahr im Einschichtbetrieb. Damit war er der größte Holzhof des Bundeslandes Baden-Württemberg. 40.000 Festmeter kamen jeweils aus dem eigenen Wald. 60.000 Festmeter konnten aus fremden Forsten verarbeitet werden. Er beschäftigte zuletzt fünfzehn Mitarbeiter im Vollerwerb.
Die Anlage war auf das anfallende Nadelschnittholz der Region Oberschwaben und dem Allgäu ausgelegt. Als Vergleichsgröße kann die Jahreseinschlagmenge von Fichten- und Tannenstammholz des Bundeslandes Baden-Württemberg genommen werden, die ungefähr viereinhalb Millionen Festmeter im Jahr ist.
Ziel der Errichtung des Holzhofes war es, die hauptsächlich im Winter stattfindenden lohnintensiven Erntearbeiten nach der Fällung abzubrechen und auf stationäre Maschinenanlagen zu verlegen. Die technischen Anlagen des Holzhofes bestanden aus einer Sortierlinie für Schwachholz und einer 1971 neu hinzugekommenen Starkholzeinteil- und Sortieranlage und den dazugehörigen Querförderern und Längenlagerboxen. Das angelieferte Rundholz wurde, falls dies nicht schon im Wald erfolgt war, entrindet und endstammreduziert. Danach wurden die Stämme digital vermessen und kategorisiert. Die Vermessung erfolgte nach Länge des Stammes, Zopfdurchmesser, Mittendurchmesser und Holzqualität. Hauptkundschaft des Holzhofes waren die Sägewerke aus der Region.
Der Holzhof lag auf einem rund 30.000 m2 großen Gelände unterhalb und in Sichtweite des Stammsitzes des Hauses Waldburg-Zeil nahe der Bundesautobahn 96 und der Bahnstrecke Leutkirch–Memmingen. Das Gelände wurde nach dem Betriebsende durch den österreichischen Seilbahnbauer Doppelmayr als Reservefläche für einen möglichen deutschen Produktionsstandort erworben, mit Stand Ende 2023 bislang aber nur als Lagerfläche genutzt.[1]
Literatur
- Johannes Fischbach-Einhoff, Ulrich Schraml und Andreas Katthagen: Deutscher Forstwirtschaftsrat 1950–2000. 50 Jahre für Wald, Forstwirtschaft und Umwelt. Landwirtschaftsverlag, Münster 2000, ISBN 3-00-006273-4.
- Erhard Schuster: Wald und Holz – Daten aus der Geschichte der Nutzung und Bewirtschaftung des Waldes, der Verwendung des Holzes und wichtiger Randgebiete. 2 Bände, zweite Auflage. Kessel Verlag, Remagen 2006, ISBN 3-935638-62-0 und 3935638639.
- Oskar Sailer (Hrsg.): Der Kreis Ravensburg. Theiss, Stuttgart 1976, ISBN 3-8062-0145-5.
Weblinks
- Holzhof Zeil ( vom 26. Mai 2015 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Wie geht es mit Doppelmayr in Leutkirch weiter? Schwäbische Zeitung, 19. Oktober 2023.
Koordinaten: 47° 51′ 11″ N, 10° 0′ 21,4″ O