Hofanlage Wilsede 1
Die Hofanlage Wilsede 1, der Hillmershof Wilsede an der Dorfstraße in der niedersächsischen Gemeinde Bispingen, Ortsteil Wilsede, im Landkreis Heidekreis, wurde vom 16. bis zum 19. Jahrhundert gebaut. Aktuell (2025) wird sie zum Wohnen, für Veranstaltungen und als Schulbauernhof genutzt.
Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Bispingen).[1]
Geschichte und Beschreibung
Bispingen wurde 1193 erstmals urkundlich erwähnt und Wilsede 1287.
Der Hof wurde 1368 erstmals urkundlich erwähnt beim Kauf des Hofs durch das Kloster St. Michaelis Lüneburg. Erster Betreiber war der Bauer Richter. Bauer Hilmer (auch Hillmer) war mit kurzen Unterbrechungen seit 1450 erbberechtigter Nutzer des Hofs. Die Ablösung von der Gutsherrschaft des Klosters erfolgte erst zur Zeit der Bauernbefreiung und nach dem Inkrafttreten des Ablösungsgesetzes von 1831 im Königreich Hannover. 1838/40 löste sich der Hof des Bauern Hillmers ab, später folgten die anderen drei Höfe. Der Hillmershof umfasste um 1850 im Totengrund und Steingrund rund 400 ha Land, von dem 40 ha als Ackerland, 4 ha als Wiese, 12 ha als Wald, 2 ha als Hofraum und 342 ha als Heideland genutzt wurden. Ab 1848 hießen die Bauern Alvermann, Gebers (ab 1862), Springhorn (ab 1903) und wieder Gebers (ab 1921). 1925 wurde der Verein Naturschutzpark Eigentümer.[2]
Die Hofanlage des Vollbauern besteht heute aus
- dem eingeschossigen, traufständigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude als Zweiständer-Hallenhaus in Fachwerk mit dekorativen Ausfachungen in Stein, reetgedecktem Krüppelwalmdach mit einer Fledermausgaube, Niedersachsengiebel mit Uhlenloch, Pferdeköpfen sowie der später verglasten Grooten Door mit Korbbogen und Schauer; einige Eichenbalken stammen von um 1750, ansonsten ist das Entstehungsjahr unbekannt; in den 1960er Jahren fanden im Inneren Umbauten statt durch die Stiftung F.V.S. in Hamburg, die es bis 1990 als Gästehaus nutzte,[3][4]
- dem eingeschossigen Schafstall vom 18. Jahrhundert (um 1770) in senkrecht verbohltem Zweiständer-Fachwerkbau, mit reetgedecktem Krüppelwalmdach mit einer Gaube am Giebel, Niedersachsengiebel mit Uhlenloch und Pferdeköpfen als Giebelschmuck sowie einer Grooten Door mit Korbbogen,[5]
- dem Speicher I vom 16. Jahrhundert (um 1570) als senkrecht verbohlter hoher Holzbau, der in den 1950er Jahren zu diesem Standort als Ersatz für einen abgerissenen Speicher versetzt wurde,[6]
- und dem Speicher II von 1721 als senkrecht verbohltem hohen Treppenspeicher mit überstehendem reetgedeckten Satteldach,[7]
- sowie dem nördlichen Doppelwohnhaus des u. a. Schäfers (Wilsede 1a),[8]
- einer nicht denkmalgeschützte reetgedeckte Remise,
- einer nicht denkmalgeschützte reetgedeckte Garage,
- und in der Nähe ein steinernes Backhaus.
Der Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) betreut als Eigentümer den Hof. Das Schulbauernhofprogramm der VNP-Stiftung richtet sich an die 3. bis 6. Schulklassen, wobei jeweils eine Klasse für eine Woche untergebracht wird.[9]
Nachbargebäude sind im Südwesten das Heimatmuseum mit Dat ole Huus von 1742/1907 und De Emhoff von 1609.
Einzelnachweise
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Thomas Kaiser (Hrsg.): Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide – Natur- und Kulturerbe von europäischem Rang. In: VNP-Schriften 4, Nederhaverbeck 2013, S. 186–252.
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Heinrich Schulz: Chronik von Wilsede. Stuttgart 1967.
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ VNP Stiftung Naturschutzpark: Hillmershof Wilsede – Schulklassen entdecken Landwirtschaft
Koordinaten: 53° 10′ 2″ N, 9° 57′ 54,4″ O