Kurzkopf-Rundblattnase
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Hipposideros breviceps | ||||||||||||
| Tate, 1941 |
Die Kurzkopf-Rundblattnase (Hipposideros breviceps) ist ein auf der indonesischen Insel Nordpagai endemisches Fledertier in der Gattung der Altwelt-Rundblattnasen. Bis zum Jahr 2015 waren nur 37 Exemplare registriert, die 1941 gesichtet wurden. Das Tier zählt zu einer Artengruppe, die nach der Dunklen Rundblattnase (Hipposideros ater) benannt ist. Bis 2005 wurde noch eine enge Verwandtschaft mit der Zweifarbigen Rundblattnase (Hipposideros bicolor) angenommen.[1][2]
Der Artzusatz im wissenschaftlichen Namen ist aus den lateinischen Worten brevis (kurz) und ceps (Kopf) zusammengesetzt.[3]
Merkmale
Für ein Exemplar wurde eine Kopf-Rumpf-Länge von 42 mm, eine Schwanzlänge von 23 mm und 43 mm lange Unterarme gemessen. Gewichtsangaben fehlen, die Hinterfüße waren 7 mm lang und die Länge der Ohren betrug 15 mm. Im Gegensatz zur Cantor-Rundblattnase sind die etwa dreieckigen Ohren nur im unteren Drittel behaart. Die Haare sind an der Wurzel hellbraun und im Mittelteil sowie an den Spitzen oberseits dunkel- bis schwarzbraun. Unterseits erscheint das Fell graubraun. Beim Nasenblatt gibt es links und rechts paarige Hautlappen. Ein dem Mittelteil vorgesetzter Hautlappen ist länglich. Ein weiterer Hautlappen hat vier Sektionen.[2]
Verbreitung und Lebensweise
Nordpagai zählt zu den Mentawai-Inseln und liegt westlich von Sumatra. Die Insel ist mit tropischen Wäldern bedeckt. Soweit bekannt, ruht das Tier am Tage in Höhlen. Nachts werden verschiedene Insekten gejagt. In den Höhlen bilden sich Kolonien von nicht erforschter Größe. Laut Schätzungen findet alle fünf Jahre ein Generationenwechsel statt.[4][2]
Gefährdung
Alle Funde stammen aus Gebieten, die nicht geschützt sind. Einige Bäume werden zum Bau von Häusern gefällt. Zu den Bedürfnissen der Art ist nichts bekannt. Der Tsunami infolge des Seebebens vom 25. Oktober 2010 hatte vermutlich Auswirkungen auf die Population dieser Fledermaus. Die IUCN listet die Kurzkopf-Rundblattnase mit ungenügende Datenlage (data deficient).[4]
Weblinks
- Farbtafel mit Fledermäusen, unter Figures, Kurzkopf-Rundblattnase mit Nr. 64
Einzelnachweise
- ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Hipposideros breviceps).
- ↑ a b c Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 246–247 (englisch, Hipposideros breviceps).
- ↑ William Smith-Vaniz: Saber-Toothed Blennies, Tribe Nemophini (Pisces: Blennidae). Academy of Natural Sciences, Philadelphia 2007, S. 41 (Petroscirtes breviceps).
- ↑ a b Hipposideros breviceps in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2016. Eingestellt von: Huang, J. C.-C., Sigit W., 2015. Abgerufen am 28. November 2025.