Himmelreich (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald)
Himmelreich Gemeinden Buchenbach, Kirchzarten
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| Koordinaten: | 47° 58′ N, 8° 0′ O |
| Höhe: | ca. 455 m ü. NHN |
Himmelreich ist ein Weiler im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Das Gebiet östlich der Höllentalbahn gehört zu Buchenbach, das westlich mit dem Empfangsgebäude des Bahnhofs zu Kirchzarten.
Geschichte
Ein größeres landwirtschaftliches Anwesen wird schon um 1300 urkundlich erwähnt. Ab 1560 ist eine Gastwirtschaft bezeugt, 1590 wird eine Kapelle erwähnt. 1711 bestand der Weiler aus vier Bauernhöfen.[1] 1887 wurde mit Inbetriebnahme der Höllentalbahn in Himmelreich ein Bahnhof eröffnet.
Verkehr
Am westlichen Ortsrand der Gemeinde Buchenbach auf Kirchzartener Gemarkung liegt der Bahnhof Himmelreich an der Höllentalbahn, die tagsüber im Halbstundentakt verkehrt und eine Verbindung nach Freiburg im Breisgau und in den Hochschwarzwald (abwechselnd ab Titisee nach Neustadt im Schwarzwald oder als Dreiseenbahn nach Seebrugg am Schluchsee) bietet. Am Bahnhof sind Parkplätze und Fahrradabstellplätze vorhanden[2].
Sehenswürdigkeiten
Kapelle
Die konfessionsfreie Kapelle zu Ehren des Heiligen Jakobus auf der Route des Jakobswegs liegt heute hinter dem Hofgut, nachdem sie bereits zweimal wegen des Ausbaus der Bundesstraße 31 versetzt worden war. Ihr ursprünglicher Standort war jenseits der Bundesstraße.[3] Im Innern ist eine Pietà aus dem 15. Jahrhundert zu sehen, eine Kopie, deren Original im Augustinermuseum Freiburg verwahrt wird. Flankiert wird das Gnadenbild von Statuen des heiligen Jakobus (links, 16. Jahrhundert) und der heiligen heiligen Barbara (rechts).
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Jakobuskapelle
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Altar: Pietà, Jakobus und Barbara
Wegkreuz
Das steinerne Wegkreuz besteht aus einem Sockel mit Inschrift und dem Kruzifix.[4]
Industrie und Gewerbe
Auf Buchenbacher Seite befinden sich seit dem 20. Jahrhundert mehrere Industriebetriebe, darunter ein Unternehmen, das 1935 als Huf- und Wagenschmiede gegründet wurde, nun aber allgemeinen Metallbau und Landtechnik betreibt, ein Transportunternehmen sowie ein Kieswerk.
Hofgut Himmelreich
Auf der Kirchzartener Seite liegt das „Hofgut Himmelreich“, ein inklusiv geführter Gasthof mit Hotel und Tagungszentrum; die angeschlossene „Integrative Akademie“ engagiert sich im Bereich der beruflichen Bildung von Menschen mit Behinderung und deren Integration in den Arbeitsmarkt.[5] Der Gasthof ist ein ehemaliges, größeres landwirtschaftliches Anwesen, und wurde bereits um 1300 urkundlich erwähnt. Ab 1600 wird es als Gasthof geführt. Bereits Maria Antoinette soll auf ihrem Weg von Wien nach Paris hier übernachtet haben.[6] Der Gasthof wurde bereits 1814 in einem Reiseführer erwähnt.[7]
Erlenhof
Der Erlenhof auf der Buchenbacher Seite ist ein Hof mit Pferdehaltung,[8] der seit spätestens 1885 schriftlich nachgewiesen ist.[9]
Himmelreich in der Literatur
Oliver Bottinis Kriminalroman Im Sommer der Mörder spielt zeitweise in Himmelreich.[10]
Weblinks
- gps-tracks.com – Pilgerweg (Neustadt–Himmelreich)
- feierabend.de – Bebilderter Erlebnisbericht eines Ausfluges im Weiler
Einzelnachweise
- ↑ Starcker Arm Gottes: Der Welt gezeiget In Dem Wunder- und Heiligkeit-Vollen Lebens-Wandel Deß grossen heiligen Abbt und Beichtigers Magni Ersten Stiffter und Vorstehers deß Uralten von seinem Nahmen sich hernennenden weitberühmten Benedictinerischen Stüfft und Gotts-Haußes in Füessen […], Johann Mayr (Hrsg.), 1729, S. 423. (Google Books)
- ↑ verkehrsmittelvergleich.de – Bahnhof Himmelreich
- ↑ frsw.de – Buchenbach: Kapelle beim Hofgut Himmelreich (abgerufen am 16. März 2018)
- ↑ alemannische-seiten.de – Hofgut Himmelreich: Wegkreuz
- ↑ hofgut-himmelreich.de – Akademie im Hofgut Himmelreich (abgerufen am 16. März 2018)
- ↑ alemannische-seiten.de – Hofgut Himmelreich (aufgerufen 16. März 2018)
- ↑ Historisch statistisch topographisches Lexicon von dem Gross Herzogthum Baden; Zweyter Band H-N; J. B. Kolb, Großherzoglich Badischem Archiv-Rathe in Freyburg (Hrsg.); Karlsruhe; 1814; S. 71, (Google Books)
- ↑ erlenhof-himmelreich.de
- ↑ Das Großherzogtum Baden in geographischer, naturwissenschaftlicher, geschichtlicher, wirtschaftlicher und staatlicher Hinsicht dargestellt: nebst vollst. Ortsverzeichnis, Bielefeld (Hrsg.), S. 850, (Digitalisat bei Uni Köln), (Google Books, snippet view)
- ↑ Bottini, Oliver: Im Sommer der Mörder, Scherz, Frankfurt am Main, 2006, ISBN 3-502-11000-X.