Himalaya-Großohrhörnchen

Himalaya-Großohrhörnchen
Systematik
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Baum- und Gleithörnchen (Sciurinae)
Tribus: Gleithörnchen (Pteromyini)
Gattung: Priapomys
Art: Himalaya-Großohrhörnchen
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Priapomys
Quan Li et al., 2021
Wissenschaftlicher Name der Art
Priapomys leonardi
(Thomas, 1921)

Das Himalaya-Großohrhörnchen (Priapomys leonardi) ist ein Gleithörnchenart, die im Südwesten der chinesischen Provinz Yunnan und im angrenzenden Myanmar vorkommt.

Merkmale

Es hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 18 bis 21 Zentimeter, hat einen 12,5 bis 21 Zentimeter langen Schwanz und erreicht ein Gewicht von 150 bis 204 Gramm. Die Hinterfußlänge beträgt 3,9 bis 4,5 Zentimeter und die auffallend großen Ohren sind 3,3 bis 3,7 Zentimeter lang. Das Fell ist lang und weich. Auf der Rückenseite ist es schwarz-braun gefärbt, wobei die Basis der Haare schwärzlich und die Spitzen bräunlich sind. Der Bauch und die Brust sind ocker-gelb mit einem leichten rosafarbenen Einschlag, die Kehle und die Leistenregion sind weißlich. Die Ohren sind unbehaart und schwarz. Ohrbüschel fehlen. Die Oberseiten der Vorder- und der Hinterpfoten sind schwarz. Der Schwanz ist abgeflacht, sehr dick und buschig. Die Flughaut ist weniger gut ausgeprägt als bei größeren Gleithörnchenarten. Die Backenzähne sind relativ klein.[1]

Lebensraum

Der Lebensraum des Himalaya-Großohrhörnchens liegt in den östlichen Ausläufern des Himalaya in Höhen von 1400 bis 2700 Metern und ist von subtropischen, immergrünen Laubwäldern und gemäßigten Mischwäldern geprägt.[1]

Systematik

Das Himalaya-Großohrhörnchen wurde 1921 durch den britischen Zoologen Oldfield Thomas als Pteromys (Hylopetes) leonardi erstmals wissenschaftlich beschrieben und nach dem Sammler des einzigen Typusexemplars P. M. Leonard benannt.[2] Das Typusexemplar stammt aus dem Kachin-Staat im nördlichen Birma. Der britische Zoologe Reginald Pocock erhob im Jahr 1923 Hylopetes (Pfeilschwanz-Gleithörnchen) in den Rang einer eigenständigen Gattung.[3] Da Hylopetes leonardi oberflächlich betrachtet dem Schwarzweiß-Gleithörnchen (Hylopetes alboniger) ähnlich sieht, wurde es von 1951 bis 2012 von verschiedenen Autoren als Unterart oder Synonym dieses Gleithörnchens angesehen.[1]

Während verschiedener Feldstudien im Gaoligong-Gebirge, die in den Jahren 2014 und 2016 durchgeführt worden sind, wurden fünf weitere Exemplare der Art gesammelt und acht weitere Exemplare wurden im Kunming Institute of Zoology und der Dali University gefunden. Genetische Untersuchungen zeigten anschließend, dass der genetische Abstand zur Gattung Hylopetes relativ groß ist, und das die Gattung Iomys die Schwestergruppe des Himalaya-Großohrhörnchens ist. Daraufhin wurde das Himalaya-Großohrhörnchen in die neu eingeführte Gattung Priapomys verschoben. Der Gattungsname setzt sich aus Priapus (griechischer Gott der Fruchtbarkeit) und Mys, der griechischen Bezeichnung für Maus zusammen.[1]

Gefährdung

Da das bisher bekannte Verbreitungsgebiet des Himalaya-Großohrhörnchens relativ klein (25.000 km²), aber noch nicht vollständig bekannt ist, wird es als potenziell gefährdet angesehen.[1]

Einzelnachweise

  1. a b c d e Quan Li, Feng Cheng, Stephen M. Jackson, Kristofer M. Helgen, Wen-Yu Song, Shao-Ying Liu, Daosavanh Sanamxay, Song Li, Fei Li, Yun Xiong, Jun Sun, Hong-Jiao Wang, Xue-Long Jiang (2021): Phylogenetic and morphological significance of an overlooked flying squirrel (Pteromyini, Rodentia) from the eastern Himalayas with the description of a new genus. Zoological Research 42(4):389-400. doi:10.24272/j.issn.2095-8137.2021.039
  2. Oldfield Thomas (1921): On small mammals from the Kachin Province, northern Burma. Journal of the Bombay Natural History Society 27(3):499-505. Biodiversitylibrary
  3. Reginald Innes Pocock (1923): The classification of the Sciuridae. Proceedings of the Zoological Society of London, 93(2): 209−246.