Hildegard von Mauderode

Hildegard von Mauderode (* 9. November 1893 in Tilsit, Ostpreußen; † 29. Dezember 1980 in Vohenstrauß, Oberpfalz) war eine Autorin von Bilderbüchern und Märchen für Kinder. Mit ihren Illustrationen schuf sie eine zauberhafte Welt aus bunten Dreiecken. Einige ihrer Werke wurden auch unter ihrem bürgerlichen Namen Hilde Krüger veröffentlicht.

Leben

Hildegard Klara Emilie von Mauderode war die ältere Tochter von Hugo und Elsbeth von Mauderode. Die Brüder Hugo und Otto von Mauderode gründeten die Tilsiter Allgemeine Zeitung[1] und führten einen eigenen Verlag mit Druckerei.

Am 26. Februar 1912 heiratete[2] sie Alfred Krüger, den späteren Chefredakteur der Berliner Volkszeitung. Nach ihrer Trauung in der Schlosskirche zu Pankow bezog Hildegard mit ihrem Ehemann Alfred ihr neues Zuhause in Berlin-Tempelhof. In den Jahren 1913 und 1914 brachte sie ihre beiden Söhne Klaus und Egon zur Welt.

Als beide Kinder die Schule besuchten, griff sie zu Buntpapier und Schere. Sie schuf eine eigene Welt aus bunten Dreiecken und Märchengestalten, deren Abenteuer sie in Versen beschrieb. So entstand ihr erstes Buch Der Widiwondelwald, das 1924 veröffentlicht wurde. Dieses Buch hatte sie dem Dichter Arno Holz gewidmet. Die Widiwondel stammt aus dem Gedicht Die drei Winkel[3] von Christian Morgenstern. Hildegard hatte ihr in ihren beiden Bilderbüchern Gestalt verliehen. Auch der Zauberer Flubis in Hurleburles Wolkenreise hat seinen Ursprung bei Christian Morgenstern in dem Gedicht Golch und Flubis.[4] Noch vor dem Erscheinen ihres zweiten Bilderbuchs Hurleburles Wolkenreise veröffentlichte sie 1925 das Märchenbuch Der Wünschebold, das von Max Gräser illustriert wurde. In den Berliner Tageszeitungen stieß das Erscheinen ihrer Bücher auf positive Resonanz.

1925 begann Hildegard auch einzelne Märchen im Jugendwinkel der Berliner Volkszeitung zu veröffentlichen, danach in den Jahren 1932 bis 1937 in der Kinder-Zeitung für Alle von Klaus und Kläre (Beilage zu „Deutsche Frauen-Zeitung Häuslicher Ratgeber“ vom Beyer Verlag. ).

1934 wurde ihr Buch Der Widiwondelwald durch die Nationalsozialisten auf die Liste der verbotenen Kinderbücher gesetzt und sekretiert.[5] Im Jahr 1938 erschien ihr Buch Rund ums Jahr – 10 Spiele für die Kleinen im Eduard Bloch Verlag. In diesem mit Zeichnungen illustrierten Buch finden wir kleine Theaterstücke und von ihr selbst komponierte Singspiele mit Noten.

Das Kriegsgeschehen veranlasste Hildegard und ihre Familie, Berlin zu verlassen und sich ein neues Zuhause zu suchen. Im nördlichen Oberpfälzer Wald erwarben sie am 19. April 1942 das Schloss Burg Treswitz,[6] das zum Zeitpunkt des Kaufs den Status einer Ruine hatte.

Nach dem Tod ihres Mannes Alfred im April 1961 schrieb Hildegard in den Folgejahren eine neue Reihe illustrierter Märchen, die monatlich in der Neuen Ruhrzeitung veröffentlicht wurden. In den Jahren 1962 bis 1970 entstanden so etwa 70 Märchen. Der Stil der Illustrationen dieser Märchen hatte sich losgelöst von der Welt der bunten Dreiecke ihrer ersten Bücher. Manche Figuren waren noch gänzlich aus Buntpapier geschnitten, andere Märchenfiguren mit Tusche gezeichnet und mit farbigen Stiften schraffiert. Die gezeichneten und schraffierten Gestalten wirken leichter und luftiger, ihre Konturen erscheinen weich und geschwungen. Die mehrfarbigen Originale fanden in der Zeitung meist nur eine monochrome Darstellung. Auch wurde von der Redaktion oft nur ein Bild ausgewählt, obwohl für das jeweilige Märchen mehrere Illustrationen zur Verfügung standen.

Als ihr jüngerer Sohn Egon, der mit ihr zusammen das Schloss Burg Treswitz bewohnte, im September 1979 überraschend starb, war es für Hildegard nicht möglich, alleine dort zu bleiben. Das letzte Jahr ihres Lebens verbrachte Hildegard in einem Altenheim im nahegelegenen Vohenstrauß, wo sie am 29. Dezember 1980 im Alter von 87 Jahren verstarb.[7]

Werke

Bücher

  • Der Widiwondelwald. Bilderbuch aus bunten Dreiecken mit Versen. Verlag J.H.W. Dietz Nachf. Berlin 1924 (Hilde Krüger)
  • Der Wünschebold. Märchenbuch mit Zeichnungen von Max Gräser. Verlag J.H.W. Dietz Nachf. Berlin 1925 (Hilde Krüger)
  • Hurleburles Wolkenreise. Bilderbuch aus bunten Dreiecken mit Versen. Verlag J.H.W. Dietz Nachf. Berlin 1924 (Hilde Krüger)
  • Rund ums Jahr 10 Spiele für die Kleinen. Kleine Theater- und Singspiele, Eduard Bloch Verlag Berlin (ca. 1938. Eine andere Ausgabe ohne Illustrationen umfasst nur 9 Spiele und ist ebenfalls im Eduard Bloch Verlag erschienen) (Hildegard von Mauderode)

Veröffentlichungen in Zeitungen

Berliner Volkszeitung (VZ) Jugendwinkel –

Berliner Familienzeitung in der Samstag-Abend Ausgabe (Hilde Krüger)

Beispiele:

Kinderzeitung für Alle – von Klaus und Kläre

als Beilage zur „Deutsche Frauenzeitung – Häuslicher Ratgeber“ (14-tägig) Verlag Otto Beyer, Leipzig (Hilde Krüger)

Beispiele:

Neue Ruhr Zeitung (NRZ)

In den Jahren 1962 bis 1970 wurden etwa 70 Märchen jeweils monatlich in der Sonntagsausgabe veröffentlicht (Hildegard von Mauderode)[10]

Beispiele:

Commons: Hildegard von Mauderode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Tilsiter Rundbrief Nr.9 - Ausgabe 1979/80 (PDF) Auf Seite 70 wird die Gründung der Tilsiter Allgemeinen Zeitung durch die Gebrüder Hugo und Otto von Mauderode erwähnt.
  2. Die Eheschließung wurde bescheinigt durch das Königl. Preußische Standesamt in Pankow Kreis Niederbarnim am 26. Februar 1912.
  3. Christian Morgenstern - Die 3 Winkel Die Deutsche Gedichtebibliothek (Gesamtverzeichnis deutschsprachiger Gedichte).
  4. Christian Morgenstern - Golch und Flubis Projekt Gutenberg (Deutsche Balladen).
  5. Kurlanda, K.M., 11/2021. Ein Kinderbuch unter Verschluss Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena - Objekt des Monats.
  6. Kaufvertrag Burg Treswitz.
  7. Der Sterbefall wurde beurkundet durch das Standesamt Vohenstrauß am 30. Dezember 1980.
  8. Zuckerleckers Schicksal Staatsbibliothek Berlin - Berliner Volkszeitung - Jugendwinkel, Ausgabe Nr. 297 vom 19. Dezember 1925, 3.Element.
  9. Windkinder Staatsbibliothek Berlin - Berliner Volkszeitung - Jugendwinkel, Ausgabe Nr. 271 vom 20. November 1926, 3.Element.
  10. Zeitungsarchiv der NRZ https://zeitungsarchiv.nrz.de/ (hinter Bezahlschranke)