Hilazon Tachtit
Die Höhlen Hilazon Tachtit (hebräisch מְעָרַת חִלָּזוֹן תַּחְתִּית Məʿarat Chillasōn Tachtīt, deutsch ‚Untere Höhle der Schnecke‘, Plene: … חילזון …) befindet sich im Südwesteck der Stadt Karmiʾel unweit der Stadtgrenze zu Schoraschim und Zurit, etwa 14,0 Kilometer vom Mittelmeer im westlichen Galiläa. Die Höhle liegt in der felsigen nördlichen Steilwand des 150 Meter tief eingeschnittenen Tals des Nachal Chillason (נַחַל חִלָּזוֹן), der die Sachnin-Senke (בִּקְעַת סַחְ׳נִין Biqʿat Sachnīn) entwässert.[1] Die Höhlen sind über einen Wanderweg (grün markiert) im Bachtal zwischen Karmiʾel und Schaʿab zu erreichen oder über eine Zuwegung von der Regionalstraße , die wenig westlich der Höhle verläuft.[1]
In der Höhle haben Wissenschaftler etwa 25 Bestattungen[2] des Natufiens gefunden. Herausragender Fund waren die 12.000 Jahre alten Überreste einer etwa 45 Jahre alten und 1,5 Meter großen Frau in einem Einzelgrab, während die anderen Bestattungen in Gemeinschaftsgräbern gefunden wurden.
Das Einzelgrab besteht aus einer ovalen, in das harte Gestein geschlagenen Mulde, die im unteren Bereich mit Lehm bedeckt ist. Die Wände sind mit Kalksteinplatten ausgekleidet. Die Tote wurde mit dem Rücken zur Wand, die Beine angewinkelt ähnlich wie im Schneidersitz, gebettet und mit zehn größeren Steinen bedeckt. Das Grab war mit einem dreieckigen Kalksteinblock verschlossen.[3] Die Grabbeigaben bestanden aus etwa 50 Schildkrötenpanzern, zwei Marderschädeln, Flügelknochen eines Steinadlers, Wildschweinknochen, einem Rinderschwanz, sowie einem menschlichen Fuß und Fragmenten einer Basaltschale.[2]
Nach Ansicht von Leore Grosman von der Hebräischen Universität Jerusalem handelt es sich um eine Schamanin. Neben der Art der Beigaben spreche die Verkrüppelung der Frau für diese These.[3] Verformungen der Knochen der Toten ließen darauf schließen, dass sie von Geburt an eine Gehbehinderung gehabt habe. Grosmans Interpretation wurde von Mina Evron von der Universität Haifa als „farbig“ zurückgewiesen.[2]
Einzelnachweise
- ↑ a b NN, מערת חילזון תחתית, auf: מועדון המערות הישראלי: הרפתקאות בעולם התת-קרקעי (Israelischer Höhlenclub: Abenteuer in der unterirdischen Welt); abgerufen am 28. September 2025.
- ↑ a b c Michael Balter: Ancient Grave may have belonged to Shaman. Science, 3. November 2008, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 10. November 2008; abgerufen am 4. November 2008. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ a b Sven Stockrahm: Das Grab der Voodoo-Priesterin. Die Zeit, 4. November 2008, abgerufen am 4. November 2008.
Weblinks
- Leore Grosman, Natalie D. Munro, Anna Belfer-Cohen: 12,000-year-old Shaman burial from the southern Levant (Israel). http://www.univie.ac.at/mcogneu/lit/grosman.pdf
- Ishaan Tharoor: 12,000-Year-Old Shaman Unearthed in Israel. Time, 11. November 2008
- Sonja Römer: 12.000 Jahre altes Schamanengrab in Israel entdeckt. Bild der Wissenschaft, 4. November 2008
Koordinaten: 32° 53′ 55,3″ N, 35° 15′ 46,7″ O