Hieronymus Siegel
Hieronymus Siegel (* 12. November 1867 in Ruppersdorf, Österreich-Ungarn; † 18. August 1933 in Trautenau[1]) war ein tschechoslowakischer Politiker (Deutsche Nationalpartei) deutscher Nationalität. Er war Bürgermeister der Stadt Trautenau, von 1911 bis 1913 Mitglied des Landtages des Königreichs Böhmen und von 1925 bis 1929 Abgeordneter der Nationalversammlung der Ersten Tschechoslowakischen Republik.
Leben und Wirken
Nach dem Schulbesuch erlernte Siegel das Schmiedehandwerk und ließ sich nach den Wanderjahren 1891 als Schmiedemeister in Trautenau nieder. Dort wurde er 1898 Mitglied des Stadtrates. 1905 wurde er zum M1itglied der Handelskammer in Reichenberg ernannt. Er trat zunächst der Deutschen Fortschrittspartei und nach dem Ersten Weltkrieg der Deutschen Nationalpartei bei. Bei der Nachwahl erhielt er 1911 im Wahlkreis Tetschen für die Deutschradikale Partei ein Mandat für den Landtag des Königreichs Böhmen. Zu diesem Teitpunkt war er bereits Kammerrat in Trautenau.[2]
Bei den ersten Kommunalwahlen in der neugegründeten Tschechoslowakei wurde er 1919 zum Bürgermeister der Stadt Trautenau gewählt. Er übte dieses Amt bis 1927 aus.
Bei den Parlamentswahlen 1925 erhielt er einen Sitz im Nationalrat der Tschechoslowakei. Bei den Wahlen 1929 kandidierte der damals 62-Jährige nicht mehr, sondern stellte sich 1931 erneut der Wahl zum Bürgermeister von Trautenau. Er war erfolgreich und blieb bis zu seinem Tod 1933 in diesem Amt. In dieser Zeit unterstützte er die örtlichen Vereine, spielte selbst Theater und verfasste 1924 das Theaterstück Der neue Herr, das auch aufgeführt wurde.
Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde er 1933 auf dem Friedhof von Trautenau beigesetzt. Sein Grabmal ist bis heute erhalten geblieben.
Literatur
- Mads Ole Balling: Von Reval bis Bukarest. Statistisch-biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa 1919–1945. 1991, S. 292.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Bürgermeister Siegel in Trautenau gestorben. In: Reichenberger Zeitung vom 19. August 1933, S. 9 (Digitalisat).
- ↑ Politische Chronik der Oesterreichische-Ungarischen Monarchie. 1911, S. 894.