Herzzentrum Dresden

Herzzentrum Dresden Universitätsklinik

Trägerschaft Sana Kliniken AG
Ort Dresden

Bundesland Sachsen
Koordinaten 51° 3′ 29″ N, 13° 46′ 41″ O
Leitung Oliver Wehner (Geschäftsführer)

Axel Linke (Ärztlicher Direktor)

Versorgungsstufe Fachkrankenhaus
Betten 220 Planbetten
Mitarbeiter 860 (Stand: 2024)
Zugehörigkeit Technische Universität Dresden
Gründung 1992 (Inbetriebnahme 1995)
Website https://www.herzzentrum-dresden.com
Lage
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Das Herzzentrum Dresden ist eine Universitätsklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen. Die Klinik bietet eine kardiologische und herzchirurgische Versorgung für Erwachsene und verfügt über 220 Planbetten. Sie ist zudem ein zertifiziertes Brustschmerz- und Transplantationszentrum.

Das Herzzentrum Dresden ist an der Technischen Universität Dresden angesiedelt, ergänzt das medizinische und versorgerische Angebot des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und arbeitet eng mit diesem zusammen. Hier sind die Kardiochirurgie und die Kardiologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus zusammengefasst.[1] Das Herzzentrum Dresden verfügt über vier Operationssäle, vier Linksherzkatheter-Messplätze und einen interdisziplinär genutzten Hybrid-Operationssaal.[2] Es führt stationäre und ambulante Behandlungen durch (27.000 Patientinnen und Patienten jährlich). Die Operationssäle des Herzzentrums sind seit 2018 mit 3D-Echokardiografie-Geräten ausgestattet.[3] Hier erfolgen rund 7.000 kardiologische Interventionen und 3.500 Operationen.[2] Mehr als 1.000 akute Herzinfarkte werden jährlich im Brustschmerzzentrum, der sogenannten Chest Pain Unit (CPU) versorgt.

Als Universitätsklinik ist das Herzzentrum Dresden in die Fort- und Weiterbildung von medizinischem Personal und Pflegekräften sowie in die Ausbildung von Studierenden eingebunden. Durch die Arbeit des Herzzentrums Dresden in den Bereichen Forschung und Lehre an der Technischen Universität Dresden sollen Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Herzmedizin gefördert werden.[4] Das Herzzentrum Dresden ist Teil der Universitätsmedizin Dresden des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden.

Lage

Das Herzzentrum Dresden Universitätsklinik befindet sich auf dem Gelände des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden an der Ecke Fetscherstraße / Pfotenhauerstraße.[1]

Geschichte

Im Februar 1992 wurde ein gemeinnütziger Verein, der Herz- und Kreislaufzentrum e. V., als privater Träger für ein geplantes Herzzentrum gegründet. Am 10. Januar 1995 fand die erste Herzoperation am Herzzentrum Dresden statt, am 11. Mai 1995 die erste Herztransplantation. Seit 2002 ist die Sana Kliniken AG der Träger des Herzzentrums. Im Jahr 2019 führte das Herzzentrum Dresden einen leicht verständlichen "Patientenbrief" ein, der den Patienten zusätzlich zum Arztbrief ausgehändigt wird. Im Gegensatz zu diesem enthält der mithilfe einer Software des gemeinnützigen Unternehmens Was hab’ ich? erstellte "Patientenbrief" laienverständliche Formulierungen zum Krankheitsbild und den damit verbundenen Maßnahmen.[5] Zur Effizienz dieses Software-gestützten Projekts evaluierte die Medizinische Fakultät der Dresdner Universität 738 Probanden in 2019 und 2020.[6] Nach einer Auswertung der Ergebnisse zeigte sich, dass der "Patientenbrief" die Gesundheitskompetenz der Patienten verbessert hatte.[7] Geschäftsführer ist seit 2023 Oliver Wehner, Ärztlicher Direktor wurde 2017 Axel Linke.

Kliniken, Institute und Abteilungen

Das Herzzentrum Dresden besteht aus einer Klinik für Herzchirurgie und einer Klinik für Innere Medizin und Kardiologie.[2] Zudem erfolgt am Herzzentrum Dresden Forschung an einem wissenschaftlichen Institut.[8]

  • Klinik für Herzchirurgie: In der Klinik für Herzchirurgie werden jährlich etwa 3.500 Eingriffe am Herzen durchgeführt. Direktor der Klinik ist Klaus Matschke.
  • Klinik für Innere Medizin und Kardiologie: Die Klinik für Innere Medizin und Kardiologie versorgt erwachsene Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen und allen Schweregraden von Erkrankungen der herznahen Gefäße. Direktor der Klinik ist Axel Linke.
  • Abteilung für Rhythmologie innerhalb der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie: Die Abteilung widmet sich der Diagnostik und Therapie von Patientinnen und Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Sektionsleiter ist Sergio Richter.
  • Institut für Kardioanästhesiologie: Das Institut stellt die anästhesiologische Versorgung bei rund 3.500 Narkosen pro Jahr sicher, davon etwa 2.200 unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. Direktor des Instituts ist seit 2018 Jens Faßl.[3]

Neubau

Im November 2023 hat der Freistaat Sachsen einen Fördermittelbescheid über 150 Millionen Euro Fördermittel für einen Neubau des Herzzentrums zugestellt. Die Gesamtmaßnahme über etwa 300 Millionen Euro wird anteilig je zur Hälfte vom Freistaat Sachsen und zur Hälfte von der Sana Kliniken AG getragen.[4][9]

Der Neubau wird zwischen Blasewitzer Straße, Fetscherstraße und Fiedlerstraße errichtet. Der Aushub der im November 2025 fertiggestellten Baugrube umfasste 100.000 Tonnen Erde. Der Beginn des Rohbaus ist für 2026 geplant.[9] Das neue Herzzentrum soll bis Ende 2029 fertiggestellt sein und jährlich 25.000 Patienten versorgen. Geplant ist ein dreistöckiges Gebäude mit 220 Betten.[4] Der Neubau soll über sechs Operationssälen, Herzkatheterlabore sowie Bereiche für bildgebende Diagnostik und Forschung verfügen.[9] Zudem sind eine zentrale Notaufnahme, eine Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte und ein Rettungshubschrauberlandeplatz vorgesehen.

Einzelnachweise

  1. a b Profil Herzzentrum Dresden auf der Website des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, aufgerufen am 20. November 2025
  2. a b c Profil des Herzzentrum Dresden im Informationsportal Deutsches Krankenhaus Verzeichnis (deutsches-krankenhaus-verzeichnis.de), aufgerufen am 20. November 2025
  3. a b "Dresdner Herzzentrum hat einen neuen Chef", Artikel vom 5. Januar 2018 in den Dresdner Neuesten Nachrichten, aufgerufen am 20. November 2025
  4. a b c "Erster Spatenstich für das neue Herzzentrum Dresden – Sozialministerin fördert Großprojekt mit rund 150 Millionen Euro", Pressemeldung vom 15. Mai 2025 im Medienservice des Freistaats Sachsen (medienservice.sachsen.de), aufgerufen am 20. November 2025
  5. Sabine Glöser: "Herzzentrum Dresden bietet verständliche Patientenbriefe", Artikel im Deutschen Ärzteblatt 41/2019 (online) aufgerufen am 20. November 2025
  6. "Software übersetzt Arztbriefe in Laiendeutsch", Meldung vom 15. März 2022 in Zahnärztliche Mitteilungen (online) aufgerufen am 20. November 2025
  7. "Leicht verständliche Patientenbriefe verbessern die Gesundheitskompetenz", Meldung vom 9. März 2022 im Deutschen Ärzteblatt (online), aufgerufen am 20. November 2025
  8. Profil des Instituts für Kardioanästhesiologe am Herzzentrum auf der Website der Technischen Universität Dresden, aufgerufen am 20. November 2025
  9. a b c Madeleine Arndt: "Spitzenmedizin in Sachsen – Riesige Baugrube für neues Herzzentrum", Artikel vom 17. November 2025 in den Dresdner Neuesten Nachrichten (online), aufgerufen am 20. November 2025