Herz Jesu (Ludwigsthal)

Die römisch-katholische Pfarrkirche Herz Jesu steht in Ludwigsthal, einem Gemeindeteil von Lindberg im niederbayerischen Landkreis Regen. Sie ist in der Liste der Baudenkmäler in Lindberg unter der Nummer D-2-76-130-12 eingetragen. Die Kirche gehört zum Dekanat Regen im Bistum Passau.

Beschreibung

Die neoromanische Wandpfeilerkirche wurde 1893/94 nach einem Entwurf von Johann Baptist Schott errichtet. Sie besteht aus dem Langhaus zu vier Jochen, dem eingezogenen Chor im Süden, der mit einer Apsis abschließt, einer Sakristei an der Ostwand und dem Chorflankenturm an der Westwand des Chors. In dem Turm hängen drei Glocken. Über den Giebeln, an denen die Zifferblätter der Turmuhr angebracht sind, erhebt sich ein spitzer Helm. Das Portal befindet sich zwischen Treppentürmen an der Nordwand des Langhauses. Ein Glasmosaik im Tympanon über dem Portal zeigt Jesus Christus.

Die Innenräume sind mit Kreuzgewölben überspannt, die von Franz Hofstötter aus Passau und dem Schweizer Maler Eugen Hasenfratz in den Jahren 1896 bis 1901 im byzantinischen Stil ausgemalt wurden. In diesen Gemälden sind im Chor die acht Seligpreisungen Jesu aus der Bergpredigt und im Langhaus die je sieben geistigen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit dargestellt. Im Zentrum des Kirchenschiffs hängt an einem Kruzifix aus Metall ein ebenfalls von Hofstötter geschaffener Kronleuchter. An dem Kronreif sind zwölf Tore als kleine Tabernakelhäuschen angebracht, zwischen denen sich ursprünglich 36 Kerzen befanden.

Die Kirchenausstattung stammt aus der Erbauungszeit.

Das Retabel des Hochaltars ist als großer, quer stehender Reliquienschrein gestaltet, mit Reliefs alttestamentlicher Szenen und verziert mit Edelsteinimitationen. In der Mitte des Schreins steht ein zweistöckiger Tabernakel. Im Relief auf den Türen des unteren Teils ist die Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria dargestellt, dass sie einen Sohn gebären werde, den sie Jesus nennen soll. Im oberen Teil ist ein Kruzifix angebracht mit einem Korpus als Halbrelief. Die weiteren Personen der Kreuzigungsgruppe treten als Flachreliefs gegenüber dem Kreuz zurück. Hinter dem Tabernakel, scheinbar darüber schwebend, steht auf einer Konsole eine überlebensgroße Herz-Jesu-Statue mit ausgebreiteten Armen.

Die Orgel auf der Empore wurde 1931 von Josef Behmann gebaut.

Literatur

Commons: Herz Jesu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 3′ 26,8″ N, 13° 14′ 8,8″ O