Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen
| Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen | ||
|---|---|---|
| Ort | Bad Krozingen, Freiburg
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| Koordinaten | 47° 54′ 27″ N, 7° 42′ 2″ O | |
| Leitung | Frederik Wenz (Ärztlicher Direktor), Franziska Broer (Kaufmännische Direktorin) | |
| Mitarbeiter | etwa 1730[1] | |
| Fachgebiete | Kardiologie und Angiologie, Herz- und Gefäßchirurgie, Kinderkardiologie | |
| Zugehörigkeit | Universitätsklinikum Freiburg | |
| Gründung | 2011 | |
| Website | www.herzzentrum.de | |
| Lage | ||
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Das Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen (UHZ) ist eine auf die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisierte Klinik mit den Fachgebieten Kardiologie, Herz- und Gefäßchirurgie und Angiologie in Freiburg und Bad Krozingen im Breisgau. Es gehört zu den größten Herzzentren in Deutschland. Das Universitäts-Herzzentrum wird seit April 2021 als Department im Universitätsklinikum Freiburg als kardiovaskuläres Schwerpunktzentrum weiterentwickelt.[2]
Zahlen und Fakten
Das Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen beschäftigt an seinen zwei Standorten 1700 Mitarbeiter, davon 1142 in Bad Krozingen[3], und verfügt über 424 Planbetten.[4]
Jährlich erfolgen 22.000 stationäre Behandlungen, die sich über alle kardiovaskulären Bereiche erstrecken.[5]
Geschichte
Die Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen GmbH wurde am 19. August 2011 gegründet, Gesellschafter waren zu gleichen Teilen das Universitätsklinikum Freiburg und der Verein Benedikt Kreutz Rehabilitationszentrum für Herz- und Kreislaufkranke e. V., Träger des bisherigen Herz-Zentrums Bad Krozingen.[6] Beide Standorte behielten ihre Schwerpunkte bei und ergänzten sich so zu einem der führenden Zentren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.[7] Zum 1. Januar 2021 sollte der Betrieb des Universitäts-Herzzentrums an das Universitätsklinikum Freiburg verpachtet werden, um Umsatzsteuerzahlungen für Leistungen zwischen beiden Einrichtungen in Millionenhöhe zu vermeiden. Weil das UHZ durch die COVID-19-Pandemie in weitere wirtschaftliche Schieflage geriet, einigten sich im Mai 2020 das Land Baden-Württemberg und die beiden Gesellschafter des UHZ auf Rahmenbedingungen für eine bereits seit längerem angedachte[8] Komplettübernahme durch das Universitätsklinikum.[9] Zum 1. April 2021 wurde der Übergang des Universitäts-Herzzentrum Freiburg – Bad Krozingen (UHZ) zum Universitätsklinikum Freiburg vollzogen.[10] Es wurde als eigenes Department innerhalb des Universitätsklinikums Freiburg als kardiovaskuläres Schwerpunktzentrum weiterentwickelt.[11]
Diagnostik, Therapie und Forschung
In den drei Fachgebieten Kardiologie und Angiologie, Herz- und Gefäßchirurgie und Kinderkardiologie werden neben der Behandlung auch neue Methoden zu Diagnostik und Therapie entwickelt und Einflüsse von Umwelt und Lebensweise bei der Entstehung dieser Leiden sowie Möglichkeiten zur Prävention erforscht. Gestärkt wird die Forschungskompetenz durch das Institut für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin (IEKM).[12]
Kardiothorakale Bildgebung
Die Sektion für Kardiothorakale Bildgebung der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie[13] übernimmt am Universitäts-Herzzentrum Freiburg zentrale Aufgaben in der Diagnostik von Herz- und Gefäßerkrankungen. Sie verantwortet die Bildgebung am Campus Freiburg und leitet zusätzlich die Radiologie am Campus Bad Krozingen.[14]
Das Spektrum umfasst moderne, nicht-invasive Verfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Diese werden unter anderem bei der Abklärung der koronaren Herzkrankheit, bei der Darstellung von Gefäßen im gesamten Körper sowie zur Diagnostik von Myokarditis, unklaren Funktionsstörungen und Durchblutungsstörungen (Stress-MRT) eingesetzt.[15][16]
In enger Kooperation mit der Abteilung für Rhythmologie bietet das Herzzentrum zudem spezielle MRT-Untersuchungen für Patientinnen und Patienten mit MRT-tauglichen Herzschrittmachern oder anderen kardialen elektronischen Implantaten an.[17]
Extrakorporale Reanimation
Die extrakorporale Reanimation (ECPR) ist ein spezielles Verfahren der Notfallmedizin, das bei therapierefraktärem Herz-Kreislauf-Stillstand eingesetzt wird. Dabei übernimmt eine Maschine außerhalb des Körpers temporär die Funktion von Herz und Lunge, um Zeit für die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache – etwa eines Gefäßverschlusses – zu gewinnen.[18]
Ende Mai 2025 wurde in The Lancet Respiratory Medicine ein umfassender Übersichtsartikel zur ECPR veröffentlicht. Erstautor war PD Dr. Alexander Supady, Ko-Autor Prof. Dr. Dawid Staudacher; beide sind Oberärzte der Interdisziplinären Medizinischen Intensivtherapie (IMIT) am Universitätsklinikum Freiburg. Die Publikation stellt den aktuellen wissenschaftlichen Stand dar und gibt Empfehlungen zur Etablierung und Durchführung von ECPR-Programmen.[18]
Das Universitätsklinikum Freiburg war eine der ersten Kliniken in Deutschland, die ECPR strukturiert angeboten hat. Im Rahmen des Cardiac Arrest Centers ist das Verfahren dort fest etabliert. In spezialisierten Zentren überleben Studien zufolge bis zu 30 % der Betroffenen dank ECPR einen therapierefraktären Kreislaufstillstand und können in ihr vorheriges Leben zurückkehren.[18]
Ende Mai 2025 wurde in The Lancet Respiratory Medicine ein umfassender Übersichtsartikel zur extrakorporalen Reanimation (ECPR) veröffentlicht. Erstautor war PD Dr. Alexander Supady, Ko-Autor Prof. Dr. Dawid Staudacher; beide sind Oberärzte der Interdisziplinären Medizinischen Intensivtherapie (IMIT) am Universitätsklinikum Freiburg. Die Publikation gibt einen Überblick über Einsatzmöglichkeiten und Grenzen dieses Verfahrens sowie Empfehlungen zur Umsetzung von ECPR-Programmen.[19][20]
Forschung zur geschlechtersensiblen Kardiologie
2025 erhielt das Universitätsklinikum Freiburg rund 140.000 Euro Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für das Projekt GEN-CARD. Ziel ist es, geschlechtsspezifische Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen systematisch zu erfassen und klinische Studien künftig stärker an den unterschiedlichen Bedürfnissen von Frauen und Männern auszurichten.[21]
Auszeichnungen
In der Klinikliste 2025/26 des Magazins Stern wurde das Universitätsklinikum Freiburg als zweitbestes Krankenhaus Deutschlands ausgezeichnet.[22]
Anbindung
Der Standort Bad Krozingen ist über den Bürgerbus der Linie 1 mit dem Bahnhof verbunden, der stündlich verkehrt. Unmittelbar vor dem Eingang befindet sich eine Station des Fahrradverleihsystems Frelo.
Der Standort Freiburg ist über die Haltestelle Friedrich-Ebert-Platz der Straßenbahnlinie 2 erreichbar. Dort befindet sich auch eine Frelo-Station.
Literatur
- Herz-Zentrum Bad Krozingen (Hrsg.): Herz-Zentrum Bad Krozingen 1964–2001. Bad Krozingen 2011 (online)
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Wir in Zahlen 2019. Abgerufen am 25. November 2020.
- ↑ Historie des UHZ. Abgerufen am 1. April 2021.
- ↑ Badische Zeitung: "UHZ komplett unter das Dach des Klinikums" - Bad Krozingen - Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 31. August 2017]).
- ↑ Wir in Zahlen 2019. Abgerufen am 26. November 2020.
- ↑ Wir in Zahlen 2019. Abgerufen am 26. November 2020.
- ↑ http://www.herzzentrum.de
- ↑ Imagebroschüre UHZ 2014
- ↑ Badische Zeitung: "UHZ komplett unter das Dach des Klinikums" - Bad Krozingen - Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 31. August 2017]).
- ↑ https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/zukunft-des-universitaets-herzzentrums-freiburg-bad-krozingen-gesichert/
- ↑ Herzzentrum wird Teil des Universitätsklinikums Freiburg. Universitätsklinikum Freiburg, abgerufen am 1. April 2021.
- ↑ Historie des UHZ. Abgerufen am 1. April 2021.
- ↑ Imagebroschüre UHZ 2014
- ↑ Klinik für Radiologie | Universitätsklinikum Freiburg. Abgerufen am 1. November 2025.
- ↑ Bildgebung am Herzzentrum – Universitätsklinikum Freiburg, abgerufen am 26. September 2025.
- ↑ Computertomographie – Universitätsklinikum Freiburg, abgerufen am 26. September 2025.
- ↑ Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie – Universitätsklinikum Freiburg, abgerufen am 26. September 2025.
- ↑ Universitätsklinikum Freiburg – Radiologie Campus Bad Krozingen – Doctolib, abgerufen am 26. September 2025.
- ↑ a b c Supady, A.; Staudacher, D. u. a. (2025): Extracorporeal cardiopulmonary resuscitation for refractory cardiac arrest. In: The Lancet Respiratory Medicine. doi:[10.1016/S2213-2600(25)00123-4](https://doi.org/10.1016/S2213-2600(25)00123-4).
- ↑ Supady, A.; Staudacher, D. u. a. (2025): Extracorporeal cardiopulmonary resuscitation for refractory cardiac arrest. In: The Lancet Respiratory Medicine. doi:[10.1016/S2213-2600(25)00123-4](https://doi.org/10.1016/S2213-2600(25)00123-4).
- ↑ Neuer Übersichtsartikel zur extrakorporalen Reanimation veröffentlicht, Universitätsklinikum Freiburg, 17. Juni 2025, abgerufen am 26. September 2025.
- ↑ Herzmedizin: Geschlechtsspezifische Unterschiede im Blick – Universitätsklinikum Freiburg erhält BMBF-Förderung. Universitätsklinikum Freiburg, 16. Juni 2025, abgerufen am 26. September 2025.
- ↑ Universitätsklinikum Freiburg ist laut stern-Klinikliste 2025/26 zweitbestes Krankenhaus Deutschlands, Pressemitteilung des Universitätsklinikums Freiburg, 17. Juni 2025, abgerufen am 26. September 2025.