Herz-Jesu-Kirche (Hemmelte)
Die Herz-Jesu-Kirche in Hemmelte im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg ist eine römisch-katholische Pfarrkirche der Gemeinde St. Petrus (Lastrup).[1] Sie steht unter dem Patrozinium des Heiligsten Herzens Jesu und gehört zum Dekanat Löningen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein neugotischer Backsteinbau mit Turm und bietet 400 Gläubigen Platz.
Geschichte
In der Bauerschaft Hemmelte gab es schon im Mittelalter eine Kapelle, weil der Fußweg für die Gläubigen zur nächstgelegenen Pfarrkirche in Lastrup etwa anderthalb Stunden dauerte. Diese Kapelle wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und 1713 zur Ehren der Heiligen Drei Könige wieder aufgebaut. Die Gottesdienste feierten dort Pfarrer aus Lastrup oder Franziskanerpatres aus Vechta dreimal im Jahr. 1890 wurde der Seelsorgebezirk Hemmelte zu einer Kapellengemeinde erhoben. Für regelmäßigen Gottesdienst sorgte ein festangestellter Kaplan.
Nach den Plänen des Architekten Servatius Wüstefeld (Cloppenburg) entstand 1894/95 die Herz-Jesu-Kirche als neugotisches Gebäude mit Turm. Die Konsekration erfolgte am 4. Juni 1902 durch Weihbischof Maximilian Gereon Graf von Galen. Von Ludger Sunder-Plaßmann (Cloppenburg) wurde 1961/62 ein modernes Querhaus aus Backsteinen angefügt. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das 1949 erbaute und 1989 umgestaltete Pfarrhaus (mit Bücherei), das aus der ehemaligen Schule 1973 umgebaute Dorf- und Jugendcentrum (DJC) und der Kindergarten von 1992.[2]
Die Kapellengemeinde Hemmelte wurde nach der Abtrennung von St. Petrus (Lastrup) am 1. April 1952 eine eigenständige Pfarrei und ist ein Mitglied der Pfarreiengemeinschaft Lastrup. Durch Fusion entstand aus der Pfarreien Lastrup, Hemmelte und Kneheim am 22. Februar 2010 die neue Kirchengemeinde St. Petrus mit Sitz in Lastrup.[3]
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die katholischen Gemeinden in Bethen, Cappeln, Cloppenburg, Emstek, Molbergen, Essen, Löningen, Lastrup und Lindern zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Cloppenburg-Löningen“ mit Sitz in Cloppenburg.[4]
Orgel
Bernhard Josef Kröger (Vechta) baute 1909 eine Pfeifenorgel mit 12 Registern, auf zwei Manualen und Pedal für die Herz-Jesu-Kirche. Matthias Kreienbrink (Osnabrück) erstellte 1971 eine neue Orgel mit gleichem Umfang, die 2005 durch die Manufaktur Stefan Peters (Glandorf) gereinigt und überholt wurde. Die Disposition der rein mechanischen Schleifladen-Orgel lautet:[5]
|
|
| ||||||||||||||||||||||||||||||
- Koppeln: II/I, I/P, II/P
Glocken
Zur Herz-Jesu-Kirche gehören die folgenden drei Bronzeglocken:
- Glocke 1: Schlagton: gis1; Ø 100 cm; Glockengießerei Otto (Hemelingen); Gussjahr: 1926
- Glocke 2: Schlagton: h1; Ø 85 cm; Glockengießerei Otto (Hemelingen); Gussjahr: 1926
- Glocke 3: Schlagton: d2; Ø 38 cm; Gießerei: Johann Philipp Bartels (Bremen); Gussjahr: 1759; seit 1895 in Hemmelte und derzeit unbenutzt.[6]
Literatur
- Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9.
- Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-064-68.
- Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-29-88.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Günter Mleziva: Wir leben Kirche! In: St. Petrus: Katholische Pfarrgemeinde in Lastrup, Hemmelte & Kneheim. 2025, abgerufen am 16. Oktober 2025.
- ↑ Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8, S. 831.
- ↑ Offizialatsarchiv Vechta: Hemmelte, Herz Jesu. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 16. Oktober 2025.
- ↑ Offizialatsarchiv Vechta: Lastrup, St. Peter. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 16. Oktober 2025.
- ↑ Gabriel Isenberg: Hemmelte: Kath. Kirche Herz Jesu. In: Orgeln im Oldenburger Land. 2025, abgerufen am 16. Oktober 2025.
- ↑ Willi Baumann, Peter Sieve: Die Dekanate und Kirchengemeinden im Offizialatsbezirk Oldenburg. In: Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9, S. 498–499.
Koordinaten: 52° 46′ 48,4″ N, 7° 58′ 7,5″ O