Hermann von Kiesenwetter

Ernst Hermann von Kiesenwetter (* 25. Februar 1865 in Bautzen; † 27. Mai 1926 in Berlin) war ein sächsischer Generalmajor.

Leben

Familie

Die Familie Kiesenwetter ist ein Adelsgeschlecht aus dem Kurfürstentum Sachsen, deren bürgerlichen Vorfahren in Schlesien Besitz führten. Der Urahn Hieronymus Khisewetter erhielt als kursächsischer Stiftskanzler in Merseburg den rittermäßigen Adelsstand per Diplom, ausgestellt am 1. Januar 1565 zu Wien.[1] Die Familie teilte sich während des 17. Jahrhunderts in zwei Linien.[2]

Hermanns Eltern waren Ernst August Hellmuth von Kiesenwetter aus der zweiten Linie zu Leippa, königlich sächsischer Geheimer Regierungsrat, und Klara Maria von Erdmannsdorff (* 12. Juli 1825 in Zibelle; † 1. April 1886 in Dresden), Tochter der Auguste von Houwald und des Heinrich Ludwig von Erdmannsdorff, Kammerjunker in Sachsen und Oberforstmeister. Die Eltern heirateten am 21. Mai 1855 in Dresden. Hermann hatte zwei Brüder.[2] Die Kinder erhielten 1912 die Genehmigung zur Namensführung v. Kiesenwetter, mit vorherigem Eintrag in das Sächsische Adelsbuch 1907. Der Vater war ein bedeutender Entomologe.

Militärkarriere

Kiesenwetter besuchte seit 1875 das Vitzthumsche Gymnasium in Dresden, wo er im Ostern 1880 die Reifeprüfung ablegte. Er trat am 23. November 1883 als Fähnrich in das 1. Königlich Sächsische Jäger-Bataillon Nr. 12 der sächsischen Armee ein, wo er am 20. September 1884 zum Leutnant avancierte. Er blieb die folgenden Jahre weiterhin im Bataillon und wurde in dieser Eigenschaft am 16. September 1891 zum Oberleutnant befördert. Er wurde 1894 zum 9. Infanterie-Regiment Nr. 133 versetzt und dort bis 1896 als Adjutant des Bezirkskommandos Döbeln verwendet. In dieser Eigenschaft diente er ab 1895 im 1. Königlich-Sächsischen (Leib-)Grenadier-Regiment Nr. 100 und wurde 1896 wieder in das 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 zurückversetzt. Nach Beförderung zum Hauptmann am 22. Juni 1897 diente er als Kompaniechef im 3. Jäger-Bataillon Nr. 15. Die nächsten Jahre diente er ab 1900 im 15. Infanterie-Regiment Nr. 181 und ab 1902 wieder in seinem Stamm-Bataillon.

1903 wurde er mit dem Ritterkreuz I. Klasse des Sachsen-Ernestinischen-Hausorden ausgezeichnet.[3] Er wurde in dieser Eigenschaft am 21. Mai 1907 zum Major befördert und dem Bataillon aggregiert. Am 8. Juni 1907 erhielt zusammen mit seinen älteren Brüdern Ernst, sächsischer Regierungsrat, und Otto, sächsischer Rittmeister, eine Eintragung in das königlich sächsische Adelsbuch unter der Nummer 269. Eine königlich sächsische Genehmigung zur Weiterführung der Namensform von Kiesenwetter erfolgte am 16. November 1912 zu Dresden für alle drei.[1] Ab dem 27. März 1909 diente er als Bataillonskommandeur im 1. (Leib-)Grenadier-Regiment Nr. 100 und wurde in dieser Eigenschaft 1911 zum Oberstleutnant befördert. Im Herbst 1911 kehrte er erneut zu seinem Stamm-Bataillon in Freiberg zurück und kommandierte dieses bis Ausbruch des Ersten Weltkrieges.

Hermann von Kiesewetter wurde am 28. Februar 1912 Ehrenritter des Johanniterordens.[4]

Den Anfang des Krieges verbrachte er durch in Dienste erlittenen schweren Herzleiden in ärztlicher Genesung in Bad Reichenhall. Er kommandierte noch das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 101 an der Westfront, wurde mit dem Ritterkreuz des Militär-St.-Heinrichs-Ordens ausgezeichnet, musste aber wegen erneuter gesundheitlicher Probleme 1915 als Oberst aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Er diente trotzdem noch beim Stabe der Landwehr-Inspektion in Dresden, wo er in Anerkennung seiner Leistungen noch zum Generalmajor befördert wurde.[5]

Ehe und Nachkommen

Hermann von Kiesenwetter verlobte sich 1899 in Wurzen mit Anne Marie Eckhardt.[6] Beide heirateten am 28. März 1900 in Ammelshain. Das Paar hatte zwei Töchter und einen Sohn.[7][2] Die Töchter heirateten bürgerliche Juristen und Offiziere. Der Sohn fiel als Gefreiter 1944 an der Ostfront.

Literatur

  • Entwurf eines Verzeichnisses der ehemaligen Zöglinge der Blochmann-Bezzenberger’schen Erziehungsanstalt und des Vitzthum’schen Gymnasiums aus den Jahren 1824 – 1890. Albanus, Dresden 1901, S. 64.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1914. Achter Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1913, S. 525–529.
  • Stammliste der Offiziere des 1. (Leib-) Grenadier-Regiments Nr. 100. 1867–1911. Dresden 1911, S. 32.
  • Der Königlich Sächsische Militär-St.-Heinrichs-Orden. 1736 – 1918. Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee. Wilhelm- und Bertha von Baensch-Stiftung, Dresden 1937, S. 379.
  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1954. Band I, Band 9 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1954, S. 209 f.

Einzelnachweise

  1. a b Walter von Hueck. Et al.: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band VI, Band 91 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1987, S. 226.
  2. a b c Siehe Literatur: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1914. 8. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1913, S. 525–529. Digitalisat
  3. Dresdner Journal. Dresden, den 20. Mai 1903. Digitalisat
  4. Vgl. u. a.: Nikolai Scheuring: Liste der Ehrenritter des Johanniterordens 1853–1918. (PDF.)
  5. Frühausgabe Dresdner Nachrichten. Dresden, den 31. Mai 1926. Digitalisat
  6. Lichtenstein-Callnberger Tageblatt. 22. Juni 1899. Digitalisat
  7. Frühausgabe Leipziger Tageblatt und Anzeiger. Leipzig, den 03. Dezember 1902. Digitalisat