Hermann Werner Finke

Hermann Werner Finke[1] (* 28. Dezember 1911 in Dresden; † 29. Februar 1988 in Dresden) war ein deutscher Komponist, Pianist, Musikpädagoge und Musikkritiker.

Leben

Jugend und Ausbildung

1911 wurde Hermann Werner Finke als Sohn von Selma Berta Finke und Friedrich Hermann Finke in Dresden geboren. Die ersten 10 Jahre seines Lebens wuchs er in Zeithain bei Riesa auf, wo sein Vater am Truppenübungsplatz Zeithain das im japanischen Stil erbaute Café Finke betrieb. 1922 zog die Familie nach Dresden, wo Finke von 1923 bis 1929 das König-Georg-Gymnasium besuchte. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er im Alter von 14 Jahren, Klavierspielen hatte er sich selbst beigebracht. Erste Kompositionen entstanden in seiner Zeit am König-Georg-Gymnasium und wurden 1928 dort uraufgeführt.

Studium

Finke studierte von 1928 bis 1935 Klavier, Dirigieren und Komposition an der Orchesterschule der Sächsischen Staatskappelle Dresden. Klavier studierte er bei Walther Bachmann, Dirigieren bei Ernst Hintze und Violoncello bei J. Fleischer. Unter dem Einfluss des Kompositionsunterrichts bei Karl Schmidtgen und Kurt Striegler entstanden Hermann Werner Finkes erste Kompositionen, frühe Lieder und Liederzyklen op. 1 bis 4.

Komponist, Pianist, Pädagoge, Musikkritiker

Erste große öffentliche Auftritte als Pianist und Komponist hatte Finke am 22. September 1932 mit der Uraufführung seiner Komposition „130. Psalm für tiefe Stimme und Orgel“ (op. 2b), er konzertierte am 8. Januar 1933 mit einem Liederabend eigener Kompositionen im Lingnerschloß Dresden und am 29. April 1933 im Palmengarten Dresden. Im Dezember 1932 wurden „Kleine Lieder für Irene“ (op.1) uraufgeführt, ein Liederzyklus für Sopran nach Texten von Klabund. Eine Aufnahme der Lieder wurden am 22. März 1935 im Reichssender Leipzig in der „Zeitgenössischen Komponistenstunde“ gesendet. Weitere Auftritte und Uraufführungen fanden im Japanischen Palais Dresden am 27. Mai 1936 „Stimmen der Stille“ (op. 5) Liederzyklus nach Gezelle, Storm, Hesse, Claudius und Rilke, statt.[2]

Konzerte, als Begleiter eigener Liedkompositionen mit der Violinistin und Konzertmeisterin des Kammerorchesters Dresdner Künstlerinnen Ursula Schnorr von Carolsfeld[3] (1911–2002), mit der Sopranistin Gertrud Schöne, dem Bariton Kurt Ingo Rieger (1904–1943) und mit der befreundeten Sopranistin Elfride Trötschel (1913–1958) und Aufführungen als Pianist mit dem Lierschquartett, einem Streichquartett von Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle, fanden in dieser Zeit statt. Er begleitete die Tänzerinnen Gerda Neumann und Lore Jentsch bei verschiedenen Tanzaufführungen am Klavier.

1938 lernte Hermann Werner Finke seine Frau, die Pianistin und Musikpädagogin Ingeborg Finke-Siegmund (1919–2012) kennen. Sie traten gemeinsam bei Konzerten auf und heirateten im Dezember 1939. Ihre beiden Töchter Eva-Maria Finke und Angelika Wilde (geb. Finke) wurden 1941 und 1945 geboren. Nach dem Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 wurde Familie Finke temporär bei Verwandten in Naundorf in der Sächsischen Schweiz aufgenommen. Nach dem Krieg lebte Familie Finke in Dresden-Striesen. Konzertante Aufführungen fanden in der Keppmühle Dresden statt.

Musikpädagoge

Von 1936 bis 1945 gab Finke Klavierunterricht an der Orchesterschule der Sächsischen Staatskapelle Dresden und am „Konservatorium der Landeshauptstadt Dresden, Akademie für Musik und Theater“. Zu seinen Schülern gehörten in dieser Zeit u. a. Anneliese Schröter und der spätere Professor für Musiktheorie Dietrich Manicke. Hermann Werner Finke unterrichtete Klavier an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden.

Musikkritiker

Seit seiner Studienzeit, schrieb Finke als Musikjournalist über das Dresdner Musikleben. Rezensionen über Klavierabende, Kammermusik- und Orchesteraufführungen in der Philharmonie Dresden, gelegentlich auch über Veranstaltungen des Dresdner Operettentheaters und selten auch über Opern, künstlerischen Tanz, musikalisch-literarische Abende und Jazz. Er schrieb über Konzerte der Hochschule für Musik Dresden, über Premieren an der Staatsoper, bis hin zu Aufführungen an der Felsenbühne Rathen. Von 1942 bis 1944 und von 1952 bis 1988 rezensierte er für die Sächsische Neueste Nachrichten SNN. Er schrieb auch für die „Rote Erde“, die „Fränkische Tageszeitung“, die „Leipziger Tageszeitung“ und im Wissenschaftlichen Pressedienst „Wirpress“. In der DDR gab er 1977 zeitweise das Schreiben von Opern- und Konzertkritiken auf, da er angewiesen wurde, eine politische Deutung in die Opern hinein zu formulieren. Seine beim Dresdner Publikum beliebten Rezensionen, erschienen mit dem Signum H.W.F. in der SNN und sind in der Sächsischen Landesbibliothek SLUB archiviert.[4]

Innerhalb seiner musikjournalistischen Tätigkeit verfasste er Kritiken, Nachrufe und Erinnerungen an Persönlichkeiten des Dresdner Musiklebens. 1983 schrieb er für die Sächsische Neueste Nachrichten SNN, eine Reihe von Artikeln: Erinnerungen an vergessene Dresdner Komponisten, unter anderem über den Professor für Komposition am Dresdner Konservatorium Felix Draeseke (1835–1913), den Kapellmeister Kurt Striegler, über Gustav Mrazek, die Komponistion Eleonore Pfund[5] (1877–1972), den komponierenden Naturwissenschaftler Kurt Beythien, den Gründer des „CäcilienvereinsEdmund Kretschmer, die Wahldresdner Heinrich Schulz-Beuthen und Franz Curti, sowie den hochbegabten aber früh verstoreben Liedkomponisten Hugo Brückler. In kürzeren Zusammenstellungen schrieb er über Jean Louis Nicode, den Vokalkomponisten Reinhold Becker, den Gründer des „Dresdner MännergesangvereinsHugo Jüngst und über Nino Neidhardt. In einer Gedenkschrift widmete sich Finke dem seit seiner Jugend von ihm bewunderten Paul Aron. Hermann Werner Finke begeisterte sich in seinen Kritiken neben den interpretatorischen Leistungen der Musiker auch für technische Qualitäten der Instrumente. So schrieb er über die Vorzüge des Quattrochord-Super-Konzertflügels der Firma August Förster ebenso, wie über sein Beiwohnen einer Aufführung des „Trautoniums“ durch Oskar Sala im Künstlerhaus Dresden, eines Vorläufers der heutigen analogen Synthesizer: „… Das Trautonium ist ein elektronisch akustisches Melodieinstrument, bei dem die jedem Rundfunkhörer sattsam bekannten Rückkopplungsstörgeräusche sozusagen kultiviert und akustisch-musikalisch selbständig gemacht worden sind. (…) Es bietet neben einem gewaltigen Tonumfang, vom tiefsten Orgelregister bis zum höchsten Violinton, eine unermessliche Zahl von Möglichkeiten - rechnerisch sind es etwa 10 000 -, die Klangfarbe der Töne zu verändern. Unsere gebräuchlichen Instrumente wie Violine, Cello, Kontrabass, auch Holz- oder Blechblasinstrumente, sind verblüffend naturgetreu zu imitieren. Dazu treten unerhörte neue Klangfarben, die der schöpferischen Klangphantasie weite Aspekte eröffnen und so recht nach Zukunftsmusik klingen.(…).“ In seiner Arbeit als Kritiker sah Hermann Werner Finke seine Hauptbegabung. In einem Zeitungsartikel anlässlich seines 75. Geburtstags wird Finke als Chronist des Dresdner Musiklebens bezeichnet. Seine letzte Kritik über die im Dresdner Kulturpalast aufgeführte Johannes-Passion schrieb er in der Nacht vor seinem plötzlichen Tod am 29. Februar 1988.[6]

Schriftsteller, Dichtung

Hermann Werner Finke schrieb Gedichte und Prosa. Im Nachlass erhalten ist ein Romanfragment: „Das Antlitz des Gestirns“ (1945) und ein autobiografische Erzählung „Als ich noch Prinz war von Arkadien…“ (Datierung unbekannt). Einige seiner eigenen Gedichte wurden von ihm vertont.

Kompositionen

Hermann Werner Finke komponierte Kammermusik, Liederzyklen, Orchester- und Klavierwerke. Die Werke sind in einem Opus-Verzeichnis von op.1- op.40 nummeriert, weitere Kompositionen tragen keine Opus-Nummer. Finkes Werke sind im Werkverzeichnis Hermann Werner Finke verzeichnet. Zu den wichtigsten und häufig aufgeführten Kompositionen von Hermann Werner Finke gehören die „Morgenstern-Lieder“ (op. 7), die „Ringelnatz-Lieder“ (op.18a und op.18b), „Klee-Blätter“ (op. 38) und die „Zwitschermaschine“ (op. 28). Der Humor der Originaltexte von Christian Morgenstern, Ringelnatz, Bobrowski, Hermann Hesse und den Bilder von Paul Klee, wird in den Kompositionen musikalisch aufgenommen, spielerisch weiterentwickelt und teilweise überhöht. Die Kompositionen Finkes zeichnen sich durch feinsinnig intonierten Humor aus. Das Motiv des Flohwalzers wird zum Beispiel im 4. Satz seiner Komposition Conzertino für Klavier und Streichorchester (op. 37), uraufgeführt 1982 im Kulturpalast Dresden, adaptiert und es kehrt harmonisch verfremdet und zwischen Klavier und Orchester vielfältig dekliniert, hin- und herspringend, immer wieder zurück. Finke schuf Ragtimes und verband Ideen von Zwölftonmusik bis Jazz- und Blues-Zitate, klug und humorvoll in seinen technisch teilweise sehr anspruchsvollen Kompositionen.

Morgenstern-Lieder (op. 7)

Die Komposition Morgenstern-Lieder, „Galgenbrüders Frühlingslied“, „Das Hemmed“, „Der Schnupfen“, „Das aesthetische Wiesel“, „Die beiden Esel“, „Die Trichter“, „Der Seufzer“, „Korf erfindet eine Art von Witzen“ nach Texten von Christian Morgenstern, wurde am 1. November 1948 im Rahmen des 1. Kammerkonzertes der Staatsoper im Kleinen Haus Dresden mit Arno Schellenberg (Bariton) und Hans Löwlein (Klavier) uraufgeführt. 1959 wurde der ursprüngliche Zyklus um zwei weitere Lieder ergänzt.

Ringelnatz-Lieder (op. 18a)

Die Ringelnatz-Vertonungen, bestehend aus „Das Lied von der Hochseekuh“, „Die Ameisen“, „Im Park“, „Die Ballade vom Übergewicht“, „Leise Maschinen“, „Bumerang“, wurden am 30. November 1954 mit Arno Schellenberg und Mitgliedern der Staatskapelle Dresden uraufgeführt. Die Komik der Texte wird hier durch ungewöhnliches Zusammenziehen von Wortsilben anhand des Melodierhythmus gemehrt und unterstreicht ihren kabarettistischen Charakter.[7]

Neue Ringelnatz-Lieder (op. 24)

Für die hochgelobten Interpreten der Morgenstern- und Ringelnatz-Lieder Elsbeth und Wolfgang Plehn, komponierte Finke 1963 den Zyklus „neue Ringelnatz-Lieder“, der am 26. Mai 1964 im Gobelinsaal der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden seine Uraufführung mit dem Künstlerpaar Plehn erfuhr.

Leipziger Tagebuch (op. 17)

„Quodlibet“, „Kleine Burleske“, „Valse chromatique“, „Zirkus (Musical-Clown)“ und „Etüde“, „Miniatur“ (später hinzugefügt). Fünf kurze humoreske musikalische Kleinode für Klavier, die Finke immer dann, wenn einer seiner Schüler nicht zum Unterricht erschien, komponierte. In der Reihe „Für junge Pianisten 1“[8] erschienen diese Stücke 1974.

Das Gastmahl der Spötter (op. 19)

Das Gastmahl der Spötter, nach Texten von Eugen Roth, Kurt Tucholsky, Francois Villon und Erich Kästner, wurde am 17. Juni 1992 mit Egbert Junghans uraufgeführt. Diesem Werk steht ein Satz von Alfred Polgar voran: „Der echte Satiriker zieht, was er ins Lächerliche zieht, mit dem gleichen Griff ins Ernste.“

Der Regenpfeiffer (op. 20)

Auf Bitte Immanuel Lucchesis[9] und vom Gesang des zur Familie der Regenpfeifer gehörenden Kibitzes inspiriert, komponierte Finke 1961 das Stück „Der Regenpfeifer“ (op. 29) für Flöte. Das erhebliche Anforderungen an den Flötisten stellende zweisätzige Stück vermittelt durch häufiges schnelles Umschlagen von hoher in tiefe Lage öfter den Eindruck, als würde ein Duett von zwei Flöten erklingen. Dazu kommt noch der einmalige Klangeffekt, der in verschiedenen Rhythmen auftretenden Tonwiederholungen, die im Schluss des schnellen zweiten Satzes zusammen mit der Duettwirkung ihren Höhepunkt finden. Das Stück wurde von Immanuel Lucchesi[10] in einer Veranstaltung „Stunde der Musik“ im gleichen Jahr uraufgeführt.[11]

3 Capriccios für Harfe (op.23)

Für die Harfenistin Jutta Zoff entstanden 1964, in enger Zusammenarbeit mit ihr, die 3 Capriccios für Harfe.

Dimensionen für Klavier (op. 27)

Die 1966 vollendeten „Dimensionen“ für Klavier, eine Zwölftonmusik, wurde am 10. Januar 1967 vom Pianisten Peter Rösel, der Schüler von Finkes Ehefrau war, uraufgeführt.

Zwitschermaschine (op. 28)

Schon immer an bildender Kunst interessiert, komponierte Hermann Werner Finke, angeregt durch das gleichnamige Bild Paul Klees, die „Zwitschermaschine“.

Sarmatische Zeit (op. 29)

Die 1966 komponierte „Sarmatische Zeit“ nach Texten der gleichnamitgen Gedichtsammlung von Johannes Bobrowski, 3 Lieder für Bariton und Klavier, wurde u. a. von dem Kammersänger Olaf Bär in einigen Liederabenden aufgeführt.

Das Glasperlenspiel (op. 30)

Das Glasperlenspiel für Tenor, Bläserquintett, Harfe, Celesta und Streichorchester, nach Texten von Hermann Hesse wurde 1968 komponiert und 1983 von Finke auf einer Amerikareise überarbeitet.

Fantasie (op. 32)

Die Pianistin Bettina Otto, bekannt als Interpretin moderner Musik, war Schülerin von Ingeborg Finke-Siegmund, der Frau von Hermann Werner Finke. Für sie komponierte Finke 1968 die Fantasie, der er 1969 noch einen Tanz hinzufügte. Am 18. November 1969 wurde diese Komposition von Bettina Otto uraufgeführt. Eine Aufnahme erschien 1988 bei VEB Schallplatten und später auf CD.

Piano-Rag-Music für Klavier (op.34)

Finke komponierte Piano-Rag-Music 1970 für Eva Ander. Er schrieb darüber: „Das Stück wurde als instrumentales Intermezzo für eine Chansonmatinee der Reihe ‚Wege zur neuen Musik‘ des Senders Dresden geschrieben. Es stellt einen Versuch dar, Elemente des Jazz und der Unterhaltungsmusik auf ihre Anwendungsmöglichkeit in einem quasi seriösen Klavierwerk zu taxieren. Der rhapsodisch angelegte erste Satz ist ein stilisierter Blues, der notturnoartige Mittelteil wird von den diffusen Farbreizen einer ununterbrochenen Clusterreihung getragen, das Finale ist eine Persiflage des berühmten Cancan aus Offenbachs ‚Orpheus in der Unterwelt‘, dessen Thema während des ganzen Satzes nur bruchstückweise, gewissermaßen paralysiert erscheint und lediglich am Schluss in ‚Großaufnahme‘ mit verfremdeter Harmonisierung vorgeführt wird. (…)“[12]

Gesang zwischen den Stühlen (op. 35)

Der am 30. September 1980 durch den Sänger Siegfried Baubkus, begleitet von der Pianistin Gabriele Walther uraufgeführte Liederzyklus nach Texten von Erich Kästner, entstand in der Tradition der Morgenstern- und Ringelnaztvertonungen. Die Sätze sind: „Nachtgesang eines Kammervirtousen“, „kopernikanische Charaktere gesucht“, „Als ich ein kleiner Junge war“, „Hotelsolo für eine Männerstimme“ und „Wieso warum?“.

Klee-Blätter (op. 38)

Klee-Blätter, 10 heiter bis grotesk wirkende Klavierstücke nach Graphiken von Paul Klee, ist das meist aufgeführte Werk Finkes.

Bach for ever (op. 40)

1985 wurde Bach for ever auf Anregung von Eckart Haupt und den Dresdner Barocksolisten anlässlich des 300. Geburtstag von Johann Sebastian Bach komponiert.

Werkverzeichnis

  • op. 1: Kleine Lieder für Irene,[13] Liederzyklus für Sopran nach Texten von Klabund, 1932
  • op. 2a: Fünf Gesänge für Bariton nach Texten von M.L. Weismann, Hermann Burte, C.F. Meyer, 1932
  • op. 2b: 130 Psalmen für tiefe Stimme und Orgel (Klavier), 1932
  • op. 2c: Deutsches Gebet (für Oskar Schwär) für vierstimmigen gemsichten Chor und Orgel, 1931
  • op. 3: Das Abendtuthorn, Liederzyklus nach Texten von Guido Gezelle, 1933
  • op. 4: Aus einem Kriegstagebuch, Liederzyklus für Bariton und Klavier, nach Texten von Martin v. Klatte, 1932
  • op. 5: Stimmen der Stille,[14] Liederzyklus für mittlere Stimme und Klavier nach Texten von Gustav Falke, Fr. Hebbel, H. Hesse, H.W. Finke
  • op. 6: Das wache Herz, Liederzyklus für mittlere Stimme und Klavier nach Texten von G. Gezelle, Th. Sorm, H. Hesse, Claudius und R. M. Rilke, 1936
  • op. 7: Morgenstern-Lieder, Liederzyklus (aus den Galgenliedern von Christian Morgenstern), 1940 / überarbeitet 1959
  • op. 8: Kammermusik für Alt und Streichquartett nach Texten von Weinheber, R. M. Rilke und H. Hesse, 1940/1941
  • op. 9: 2 Klavierstücke (Legende und Ballade), 1941
  • op. 10: Opernfragment Der Tempel, nach Texten von Lulu von Strauß und Torney, 1941
  • op. 11: Heitere Polonaise für Streichorchester, 1942
  • op. 12: Kleine Abendkantate für hohe Stimme und Klavier nach Texten von Hermann Claudius, 1942
  • op. 13: Kleine Suite für Klavier, 1928 / überarbeitet 1946
  • op. 14: Sonatine für Klavier, 1946
  • op. 15: Schubert-Variationen für Klavier, 1928 / überarbeitet 1946
  • op. 16: Vorspiel für Streichorchester, 1952
  • op. 17: Leipziger Tagebuch für Klavier, 1953
  • op. 18a: Ringelnatz-Lieder, Liederzyklus für mittlere Stimme und Instrumente (Saxophon, Akkordein, Schlagzeug und Klavier, 1954)
  • op. 18b: Ringelnatz-Lieder, Klavierfassung, 1954
  • op. 19: Das Gastmahl der Spötter für Bariton, gemischten Chor und Kammerorchester nach Texten
  • op. 20: Der Regenpfeifer für Flöte solo, 1961[15]
  • op. 21: Kinderkreuzzug (nach Brecht) für Sprecher, Schlagzeug und Klavier, 1962
  • op. 22: 3 Stücke für Flöte. Oboe (ad libitum 2. Flöte) und Klavier, 1964
  • op. 23: 3 Cpriccios für Harfe, 1964
  • op. 24: Neue Ringelnatz-Lieder, Liederzyklus für mittlere Stimme und Klavier, 1963
  • op. 25: 3 Lieder für tiefe Stimme und Klavier, 1964
  • op. 26: Seligpriesung für Gesang und Klavier, 1965
  • op. 27: Dimensionen für Klavier, 1965/1966
  • op.28: Die Zwitschermachine nach Paul Klee, für zwei Flöten, Cembalo; Kontrabass, Xylophon und Violine, 1966/1967
  • op. 29: Sarmatische Zeit, 3 Lieder für Bariton und Klavier nach Texten von Johannes Bobrowski, 1966
  • op. 30: Das Glasperlenspiel, 3 Gesänge für Tenor, Bläserquintett, Harfe, Celesta und Streichorchester, nach Texten von Hermann Hesse, 1968/1983
  • op. 31: 3 Epigramme für Oboe solo,[16] 1969
  • op. 32: Fantasie und Tanz für Klavier, 1968/1969
  • op. 33: Reflexionen für Streichorchester über das Gedicht Holunderblüte von Johannes Bobrowski, 1968
  • op. 34: Piano-Rag-Musik für Kinder, 1970
  • op. 35: Gesang zwischen den Stühlen für Bariton und Klavier nach Erich Kästner, 1969
  • op. 36: (nicht belegt)
  • op. 37: Concertino für Klavier und Streichorchester,[17] 1982
  • op. 38: Klee-Blätter für Klavier, 1983
  • op. 39: (nicht belegt)
  • op. 40: B A C H for ever, 3 Bachadaptionen für Flöte, Streichquartett und Kontrabass, 1985

ohne Opuszahl:

  • 2 Lieder im Volkston nach C.F. Meyer und Eugen Roth
  • Ich hört ein Sichlein rauschen (Wanderhorn)
  • Als ich Dich kaum gesehen nach Theodor Storm
  • 2 Preludes für Klavier, Prelude für Piano solo,[18] Prelude Nr. 2 cis-Moll (Herbstlied)[19] 1930/1983
  • 2 Chöre a capella, 1934
  • Singspruch für gemischten Chor Wir wolln es gerne wagen, nach N. v. Zinzendorf, 1940
  • Weihnachtsliede Die Nacht ist vorgedrungen nach Jochen Klepper, 1959
  • Blattspiel-Übungen für Klavier, 1963
  • Etüde für Klaivier, 1980
  • Grotesteke Polka und Kleiner Marsch. In: Für Junge Pianisten 3[20][21]

Musikkritiken, Schriften (Auswahl)

  • Hermann Werner Finke Erinnerungen an vergessene und unvergessene Dresdner Musiker, in SNN Sächsische Neueste Nachrichten 1983–1987
  • Nekrolog auf eine Unvergessene,[22] persönliche Erinnerungen an Elfriede Trötschel (1913–1958), Sächsische Neueste Nachrichten SNN 1958
  • Das Antlitz des Gestirns (Romanfragment), 1945 (Nachlass H.W.Finke)
  • Als ich noch Prinz war von Arkadien (autobiografische Erzählung), Datierung unbekannt (Nachlass H.W.Finke)
  • H.W. Finke: Hermann Werner Finke erinnert sich: „Paul Aron und seine Zeit“ Manuskript, Dresden (Nachlass H.W.Finke)

Nachlass

Der kompositorische Nachlass[23] von Hermann Werner Finke umfasst 40 Opus-Nummern und 10 Kompositionen ohne Opus-Nummer und wird zusammen mit Handschriften der Kompositionen und den Zeitungsartikeln in der Musikabteilung der Sächsischen Landesbibliothek - Staat- und Universitätsbibliothek SLUB Dresden aufbewahrt.

Literatur

  • Jörg Bernstett: Leben und Wirken von Hermann Werner Finke als Komponist, Pianist und Musikkritiker.[24] Diplomarbeit, Dresden 1997
  • Norbert Landsberg: „Zwitschermaschine“ und „Kinderkrezzzug“ in Künstlertouren durch Striesen und Blasewitz[25] (Vierte Tour: Zwischen Ernemannturm, Seidelpark und Hohannisfriedhof) Hrsg. von Norbert Landsberg, Dresden 2005, ISBN 3-938283-04-1, S. 380.
  • Die Zwitscher-Maschine von Paul Klee und ihre Vertonungen im geteilten Deutschland.[26] Dargestellt am Beispiel von Giselher Klebe und Hermann Werner Finke, Kan Wan, Verlag Dr. Kovac, ISBN 978-3-339-12020-5.

Noten

  • „Groteske Polka“ und „Kleiner Marsch“ in „Für junge Pianisten 3“,[27] Hrsg. von Ingeborg Finke-Siegmund, Siegfried Fuchs, Reimar Glafey und Brigitta Lubke, Leipzig 1974. Deutscher Verlag für Musik; Verlag Breitkopf und Härtel, ISMN: 979-0-2004-2575-8
  • „Miniatur“, „Quodlibet“ und „Kleine Burleske“ in „Für junge Pianisten 5“,[28] Hrsg. von Ingeborg Finke-Siegmund, Leipzig 1974
  • Neue Sonatinen für Klavier,[29] Leipzig: Edition Peters 1970

Tonträger, Aufnahmen

  • Bettina Otto spielt Finke, Keller, Münch, Voigtländer, Weiss, Katzer;[30] Interpretin: Otto, Bettina (Cembalo, Klavier); Aufnahme 1988, Dresden, Studio Lukaskirche; Schallplatte; Berlin: VEB Deutsche Schallplatten, 1988
  • Musik für Kinder: Lieder und Klavierstücke von Eisler, Wagner-Régeny, Kochan, Dessau, Finke, Spies, Wilbrandt, Meyer, Schwaen, Köhler, Geißler;[31] Interpreten: Sieglinde Goßmann, Mezzosopran. Werner Richter, Klavier. Dieter Brauer, Klavier; Schallplatte; Erschienen: NOVA Berlin: Deutsche Schallplatten, 1974
  • es existieren zahlreiche Rundfunkmitschnitte hoher künstlerischer Qualität
  • Aufnahmen von Kompositionsabenden der Dresdner Hochschule für Musik sind in der Bibliothek der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden

Siehe auch

Liste deutscher Komponisten klassischer Musik

Einzelnachweise

  1. Jörg Bernstett: Leben und Wirken von Hermann Werner Finke als Komponist, Pianist und Musikkritiker. Diplomarbeit. In: https://www.slub-dresden.de/. Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, abgerufen am 12. Oktober 1015.
  2. Hermann Werner Finke: Zwei ernste Gesänge für eine Singst. u. Klav. aus der Liederfolge "Stimmen der Stille"; op. 5. 1930 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  3. Verbundkatalog für Archiv- und archivähnliche Bestände und nationales Nachweisinstrument für Nachlässe und Autographen. In: kalliope-verbund.info. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
  4. Katalog – SLUB Dresden. In: katalog.slub-dresden.de. Abgerufen am 14. Oktober 2025 (Suche nach Hermann Werner Finke).
  5. Leonore Pfund. In: stadtwikidd.de. Stadtwiki Dresden, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  6. Jörg Bernstett: Leben und Wirken von Hermann Werner Finke als Komponist, Pianist und Musikkritiker. In: Diplomarbeit. Hochschule für Musik, Dresden 1997.
  7. Jörg Bernstett: Leben und Wirken von Hermann Werner Finke als Komponist, Pianist und Musikkritiker. In: Diplomarbeit. Dresden 1997.
  8. Sammelbände: Für junge Pianisten Heft 1. In: breitkopfmodule.com. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
  9. Immanuel Lucchesi. Komponist. In: hebu-music.com. HeBu Musikverlag GmbH, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  10. Michael Lachmann: Gedenkblatt (Langfassung) Immanuel Lucchesi. In: elbhang-kurier.de. Der Elbhang-Kurier, 1. Dezember 2017, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  11. Jörg Bernstett, in: Leben und Wirken von Hermann Werner Finke als Komponist, Pianist und Musikkritiker, Diplomarbeit 1997.
  12. Hermann Werner Finke, „Piano-Music 1970“, Dresden 1970 (aus dem Privatarchiv…)
  13. Hermann Werner Finke, Klabund: "Wenn die Matten rosa dämmern" Lied für eine Singstimme und Klavier; aus "Kleine Lieder für Irene" von Klabund. 1925 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  14. Hermann Werner Finke: Zwei ernste Gesänge für eine Singst. u. Klav. aus der Liederfolge "Stimmen der Stille"; op. 5. 1930 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  15. Hermann Werner Finke, Petra Andrejewski: Der Regenpfeifer Flöte. 2024 (bsz-bw.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  16. Hermann Werner Finke, Petra Andrejewski: Drei Epigramme für Oboe allein : op. 31. In: Edition Serena. 2018 (bsz-bw.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  17. Hermann Werner Finke: Concertino für Klavier und Streichorchester op. 37 (1987). 1980 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  18. Hermann Werner Finke: Prélude für Piano-Solo. 1930 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  19. Hermann Werner Finke: Prélude Nr. 2 cis-moll für Klavier. 1930 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  20. Hermann Werner Finke: Groteske Polka und Kleiner Marsch. In: Zeitgenössische Kompositionen im Klavierunterricht herausgegeben von Ingeborg Finke-Siegmund, Siegfried Fuchs, Reimar Glafey und Brigitta Lubke (Hrsg.): Noten. Für junge Pianisten, Nr. 3. Breitkopf und Härtel, ISBN 979-0-20042575-8.
  21. Hermann Werner Finke: Für junge Pianisten, Noten Groteske Polka und Kleiner Marsch. In: Breitkopf und Härtel. Zeitgenössische Kompositionen im Klavierunterricht herausgegeben von Ingeborg Finke-Siegmund, Siegfried Fuchs, Reimar Glafey und Brigitta Lubke, abgerufen am 13. Oktober 2025.
  22. Hermann Werner Finke: Nekrolog auf eine Unvergessene persönl. Erinnerungen an E. Trötschel. In: Sächsische neueste Nachrichten. Dresden. Band 7, 1958, ISSN 0232-2986 (bsz-bw.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  23. Hermann Werner Finke: Nachlass Finke, Hermann Werner (1911–1988). (kalliope-verbund.info [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  24. Jörg Bernstett, Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden: Leben und Wirken von Hermann Werner Finke als Komponist, Pianist und Musikkritiker Diplomarbeit. Dresden 1997 (bsz-bw.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  25. Tour 4.; Zwischen Ernemannturm, Seidelpark und Johannisfriedhof. In: archivopac.dresden.de. Abgerufen am 14. Oktober 2025.
  26. Kan Wang: Die Zwitscher-Maschine von Paul Klee und ihre Vertonungen im geteilten Deutschland. Dargestellt am Beispiel von Giselher Klebe und Hermann Werner Finke. In: Studien zur Musikwissenschaft. Band 54. Verlag Dr. Kovac GmbH, Hamburg 2021, ISBN 978-3-339-12020-5.
  27. Gottfried Glöckner, Helmut Fritsche, Roland Buchwald, Peter Herrmann, Manfred Pieper, Andreas Pistorius, Wilhelm Weismann, Willy Schabbel, Rolf Schill, Andre Asriel, Hans Georg Mareck, Hermann Werner Finke, Reiner Dennewitz, Karl-Rudi Griesbach, Siegfried Köhler: Für junge Pianisten 3. In: Ingeborg Finke-Siegmund ... (Hrsg.): Für junge Pianisten. Band 3, 1974 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  28. Hermann Werner Finke, Peter Herrmann, Jürgen Golle, Roland Buchwald, Georg Katzer, Willy Schabbel, Wilfried Krätzschmar: Für junge Pianisten 5. In: Für junge Pianisten / hrsg. von Ingeborg Finke-Siegmund ... Band 5, 1974 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  29. Antonius Streichardt, Friedbert Streller, Peter Langhof, Ruth Bodenstein-Hoyme, Klaus Norberger, Roland Buchwald, Hermann Werner Finke: Neue Sonatinen für Klavier. 1970 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  30. Manfred Weiss, Lothar Voigtländer, Hermann Werner Finke, Hermann Keller, Christian Münch, Georg Katzer, Ulrike Liedtke, Bettina Otto: Bettina Otto spielt Finke, Keller, Münch, Voigtländer, Weiss, Katzer Klavier und Cembalo. In: Nova. 1988 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).
  31. Hanns Eisler, Rudolf Wagner-Régeny, Fritz Geißler, Günter Kochan, Paul Dessau, Fidelio F. Finke, Leo Spies, Jürgen Wilbrandt, Ernst Hermann Meyer, Kurt Schwaen, Siegfried Köhler, Sieglinde Gossmann, Werner Richter, Dieter Brauer: Musik für Kinder Lieder und Klavierstücke von Eisler, Wagner-Régeny, Kochan, Dessau, Finke, Spies, Wilbrandt, Meyer, Schwaen, Köhler, Geißler. In: Nova. 1974 (slub-dresden.de [abgerufen am 14. Oktober 2025]).